Internationaler Astrologie-Kongress 2020 in Zürich

Reset Astrology – ein eindrucksvoller Kongress in Zürich

Reset Astrology – Auftakt zu einer neuen Ära hieß das Motto eines Astrologie-Kongresses, zu dem verschiedene Schweizer Organisationen exakt zur Saturn/Pluto-Konjunktion am 11./12. Januar 2020 nach Zürich eingeladen hatten. Langer Atem zahlt sich aus, so das Steinbock-Prinzip. Wenn dann das Datum noch so gewählt ist, dass Saturn und Pluto mit der Sonne eine Konjunktion im Steinbock bilden, dann ist ein herausragendes Ereignis zu erwarten – und diese Erwartung wurde eher noch übertroffen.


Pünktlich am Samstagmorgen um 10.00 Uhr, mit dem AC auf 28 Grad Wassermann und die Venus genau darauf, eröffnete Alexandra Klinghammer den Kongress, zu dem sich etwa 450 Personen eingefunden hatten. Klinghammers ebenso unaufdringliche wie einfühlsame und immer präsente Art der Moderation schuf einen großartigen Rahmen für zwei Tage voll geballter Informationen über ein breites Spektrum astrologischer Themen. Der rote Faden dabei war die Frage nach den Auswirkungen der Saturn/Pluto-Konjunktion. Dieser Zyklus erstreckt sich über 32-27 Jahre und wird mit tiefen Umbrüchen in Verbindung gebracht. Doch in den kommenden Monaten und Jahren enden und beginnen noch weitere wichtige, langfristige Zyklen. So wird die Jupiter/Saturn-Konjunktion vom Dezember 2020 zum ersten Mal seit 200 Jahren die Erdzeichen verlassen und erstmals seit 800 Jahren wieder in den Luftzeichen stattfinden. Auftakt zu einer Epoche, in der materielle Errungenschaften und die Konzentration auf die Wirtschaft zugunsten geistiger Werte und frischer Innovationen in den Hintergrund treten?

Derartige Fragen standen im Raum und wurden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Den Beginn machte der langjährige Chefredakteur von Meridian, Markus Jehle, der sich der Zukunft der Astrologie widmete. Dabei wandte sich der studierte Diplom-Psychologe vor allem dem Konzept der Antifragilität von Nassim Nicholas Taleb zu, was mehr bedeutet als Stabilität oder Resilienz. Jehle sieht die Zukunft der Astrologie optimistisch, insbesondere aufgrund der „Milleniums-Generation“, die allmählich in die Beratungen kommt.

Monica Kissling, der Nachfolgerin von Claude Weiss als Vorsitzende des Schweizer Astrologen Verbandes, ging es um Empowerment. Auf der einen Seite sind Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit Teil des aktuellen globalen Transformationsprozesses. Den Zyklusstart von Saturn, Pluto und Jupiter sah Kissling jedoch als Chance, zu Selbstverantwortung und Selbstbestimmung zu finden sowie unseren Handlungsspielraum zurückzugewinnen, was sie anhand zahlreicher konkreter Beispiele beleuchtete.

Der DAV-Vorsitzende Klemens Ludwig griff ein mundanastrologisches Thema auf: „Entstehung und Expansion des Islam – astrologisch betrachtet mit dem Wagnis einer Prognose“. Anhand des allgemein anerkannten „Islam-Horoskop“ – basierend auf der Vertreibung Mohammeds aus Mekka und seiner Flucht nach Medina, der sog. Hidschra – zeichnete Ludwig wichtige Elemente und Charaktereigenschaften dieser Religion auf. Zudem wies er anhand der aktuellen Transite auf die Krise im Islam hin, die einen tiefgreifenden Wandel eingefahrener Strukturen erwarten lässt.

Auf das Einzelthema folgte eine globale politische Betrachtung durch die niederländische Mundanastrologin Karen Hamaker-Zondag. Den prognostizierten Wandel unter Saturn und Pluto beschrieb sie als „schwierige Geburt“, denn weltpolitisch wichtige Horoskope, etwa von der Gründung der USA sowie der VR China, aber auch von US-Präsident Donald Trump und dem Chef der Notenbank, Jerome Powell, sind von herausfordernden Transiten betroffen. Ungeachtet großer Skepsis in vielen Bereichen, blieb Karen Hamaker-Zondag am Ende optimistisch, dass die globale Entwicklung unter der beginnenden Dominanz der Luftzeichen langfristig positiv verläuft, auch wenn zunächst Krisen durchzustehen sind.

Den Abschluss des Samstags bildete ein Tandemvortrag von Claude Weiss und Ray Merriman, zwei der größten Koryphäen der Finanzastrologie. Dabei stellte der Schweizer Astrologe die aktuellen planetarischen Zyklen ins Zentrum, neben Saturn/Pluto auch Jupiter/Saturn. Weiss wies wie einige Vorredner auf die Gefahren und Ängste hin, die durch eine solche planetarische Umbruchsituation ausgelöst werden können, wenn sich nicht nur im individuellen, sondern auch im globalen Bereich vertraute Muster und Strukturen auflösen. Auch bei einer langfristig hoffnungsvollen Perspektive, dominieren am Beginn der Entwicklung zunächst die Ängste.

Diese Thematik übertrug Ray Merriman auf die Finanzmärkte. Für die allgemeine Entwicklung der weltweiten Aktien zieht er den Jupiter-Zyklus heran, der im Schützen, den Jupiter am 2. Dezember verlassen hat, regelmäßig seinen Höhepunkt erreicht. Das Wachstum hält zunächst im Steinbock an, bevor die Märkte dramatisch nachlassen, wenn Jupiter die zweite Hälfte vom Steinbock erreicht hat und anschließend durch den Wassermann und die Fische läuft. Zur Beruhigung der einen und dem Schrecken der anderen prognostizierte Merriman dem deutschen DAX einen sehr viel steileren Verlust als dem Schweizer SMI. Dabei drängte sich die Frage auf, wie in diesen Zeiten Geld am besten angelegt werden sollte. Ein Patentrezept hatte auch Ray Merriman nicht, meinte aber, dass der gute alte Sparstrumpf mit Barem unter dem Kopfkissen im Moment durchaus empfehlenswert sei. Wenn die Zyklen dann ihr Tief erreicht hätten, könne wieder investiert werden.

Der Sonntag stand im Zeichen paralleler Angebote, zunächst in Form von vier Kurzvorträgen. Ursula Degen beschrieb den Wandel in der Berufslandschaft. Monika Preuss hob die positiven Aspekte des „Übeltäters“ Saturn hervor. Olaf Staudt beschrieb die immer mehr vergessenen Spiegelpunkte im Horoskop und Elke Apel wagte einen Blick auf diejenigen, die in Zukunft Wirtschaft und Politik gestalten werden.

Mit vier Workshops, die angesichts der großen Teilnehmerzahl eher erweiterte Vorträge waren, ging es weiter im Programm. Auch hier wurde einmal mehr ein ausgesprochen breites Themenspektrum abgedeckt. Christian Königs Einführung in die Fixsternastrologie nahm die Teilnehmer auf die gewohnt einfühlsame und gleichzeitig zutiefst informative Art mit in ferne Welten und regte an, diese spezielle Sicht auf den Kosmos stärker in die eigene Deutung zu integrieren. Gleichzeitig griff Sibylle Sulser, eine der wichtigsten Vertreterinnen der Huber-Methode, noch einmal konkret die Saturn/Pluto-Verbindung auf. Sie sieht in dieser Konstellation die große Chance, die Opferrolle zu verlassen, in der andere über uns bestimmen und zur Selbstermächtigung zu gelangen. Gerade diese Planeten, die für Grenzen und Wandel stehen, haben das Potential, uns langfristig zu stärken, auch, oder gerade weil zunächst Krisen zu bewältigen sind.

Schließlich wagte Christof Niederwieser, ausgewiesener Prognostik-Experte, einen Blick auf den Menschheitsorganismus 2050. Um dies in einen geeigneten Rahmen zu stellen, ging er weit zurück und analysierte die Geschichte der letzten Jahrhunderte unter dem Aspekt der verschiedenen astrologischen Zyklen. Die kulturelle Mentalität ordnete er Jupiter/Saturn unter; die Technologie Saturn/Pluto sowie die Machtstrukturen Uranus/Pluto. Er sieht es in der Hand der Menschen, ob sie die Chancen der Zyklen nutzen (Innovation, Gemeinschaft) oder den Herausforderungen nicht gewachsen sind (verhärtete Machtstrukturen).

Parallel dazu ging Verena Bachmann auf die Auswirkungen der mächtigen Konstellationen für die individuelle Ebene ein. Übergangszeiten bergen viele Gefahren, aber auch enorme Möglichkeiten, so ihre Ausgangsposition. Gefahr sah sie dort, wo auf alten Mustern und Strukturen beharrt oder blind auf die neuen Errungenschaften gesetzt werde. Dem hielt sie entgegen, Erfahrungen aus der Vergangenheit als Ressource zu nutzen und sie in der Gegenwart mit dem neu entdeckten Potenzial zu verbinden.

Eine abschließende Podiumsdiskussion mit Monica Kissling, Verena Bachmann, Claude Weiss, Christof Niederwieser und Klemens Ludwig traf ebenfalls auf großes Interesse und beleuchtete konkrete Beispiele, wie die astrologischen Konstellationen umgesetzt werden können.

Ungeachtet der Fülle an fundierten Informationen war es kein Kongress, der nur den Kopf ansprach. Eine von Alexandra Klinghammer geführte Meditation am Sonntagmorgen sowie ein Meditationsritual von Verena Bachmann exakt zur Konjunktion von Sonne, Saturn und Pluto als Abschluss der intensiven zwei Tage hoben den ganzheitlichen Charakter hervor.

Wer nicht in Zürich dabei sein konnte, einzelne Vorträge jedoch hören (oder vertiefen) möchte, kann von dem Angebot der Veranstalter Gebrauch machen und in einigen Wochen alle Vorträge erwerben: www.astro2020.ch

Über den Autor

Astrologe Klemens Ludwig

Klemens Ludwig

Tel: 07071 / 76 916 oder 0170 / 407 3981
E-Mail:
Internet: www.astrologie-ludwig.de

Der Publizist und Tibetkundler Klemens Ludwig, geprüfter Astrologe DAV, wurde am 2. Oktober 2015 zum 1. Vorsitzenden des Deutschen Astrologen-Verbandes gewählt. Zusammen mit Daniela Weise verfasste Ludwig das „Große Lexikon der Astrologie“, das eine wesentliche Grundlage für AstroWiki bildete. 1995 erhielt er den Journalistenpreis Astrologie des DAV für seine Bemühungen um eine „objektive Darstellung des Themas Astrologie“.

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