Rückkehr einer verlorenen Tochter, Fahndungsplakat

Rückkehr einer verlorenen Tochter

von Dr. Bernhard Firgau

Der bekannte Mundan-Astrologe Bernhard Firgau befasst sich mit einem besonders mysteriösen Fall, dem Verschwinden der vierjährigen Yulia Gorina während einer Zugfahrt in Weißrussland. Dass sie drei Wochen später fast 1.000 KM entfernt in Russland aufgefunden wird, erfahren ihre Angehörigen nicht. Fast auf den Tag genau 20 Jahre später taucht sie – inzwischen selbst Mutter einer fünfjährigen Tochter – wieder zuhause auf.

Lesen Sie, was die Astrologie zu diesem sonderbaren Ereignis zu sagen hat.

Yulia Gorina geb. 26.9.1995, reiste am 01.Okt. 1999 mit dem Zug in Weißrussland von Minsk nach Assipovitschy. Sie war mit ihrem Vater unterwegs. Dieser ist jedoch während der Fahrt eingeschlafen. Beim Erwachen war die Tochter spurlos verschwunden. Sie tauchte drei Wochen später im 900 km entfernten Rjasan in Russland wieder auf. Bis heute ist unklar, wie sie dorthin gelangt ist. Die Suchaktionen in Weißrussland blieben im benachbarten Russland unbemerkt, weshalb das vierjährige Kind nicht identifiziert werden konnte. Entsprechende Aktionen in Russland wiederum erreichten die Eltern in Weißrussland nicht.

Rückkehr einer verlorenen Tochter_Zugfahrt

Quelle: Google Maps

Die Polizei steckte Yulia daher zunächst in ein Waisenhaus. Sie wurde einige Monate später im März 2000 zur Adoption in eine Pflegefamilie gegeben, von der sie auch den Familiennamen Gorina erhielt. Yulia hat inzwischen selbst eine fünfjährige Tochter (2019). Mit 20 Jahren recherchierte Yulia mit Hilfe ihres Freundes Ilya im Internet und stieß dabei auf ihre eigene Vermisstengeschichte. Sie fand dadurch endlich ihre Familie 2019 mit den Geschwistern Dimitri und Nadeshda wieder. Zeitungsmeldungen darüber datieren vom 3.9.2019.

Gibt es astrologische Zusammenhänge?

Yulia Geburt 26.9.1995 fiktiv Minsk 12:00 R2T = 10:00 UT

Radix: Yulia Geburt 26.9.1995 fiktiv Minsk 12:00 R2T = 10:00 UT

Im Radix finden wir die Sonne mit Chiron in Konjunktion und mit Lilith im Quadrat. Chiron und Lilith haben mythologisch beide insofern eine Verbindung, als sie ihre Herkunft und Heimat aufgeben müssen oder wollen. Die beiden Aspekte deuten das Thema Verlust der Familie damit schon an.

Der Mond hat ein Quadrat zu Neptun. Mond als Symbol der Mutter und der Familie gerät damit unter den Einfluss Neptuns, der für das Verlorensein und unsichtbar werden stehen kann.

Yulias Schicksal der zumindest vorübergehenden Heimatlosigkeit wiederholt sich im Radix also mehrmals. Da der Mond sehr schnell läuft, bietet er sich für einen Versuch zur Rektifizierung der Geburtszeit an diesem Tag an. Sucht man den Zeitpunkt am Geburtstag, an dem das Mond-Neptun-Quadrat exakt wird, wäre das Thema des Verlusts des Elternhauses astrologisch am stärksten verifiziert.

Yulia 26.9.1995 rektifiziert

Innen: Yulia 26.9.1995 rektifiziert auf Minsk 8:53 R2T = 6:53 UT


Das exakte Quadrat bildet sich an diesem Tag um 8:53 R2T = 6:53 UT.
Und wirklich: im Radix ergibt sich jetzt zusätzlich:
Mond in Haus 12 als wiederholtes Thema die verlorene Mutter bzw. das verlorene Elternhaus. Venus und Merkur stehen auch für Geschwister/Schwestern. Beide landen ebenso im Haus 12 im Abseits.
Saturn gerät ins Haus 5 und legt über ein unbeschwertes Kindsein seinen Schatten und die Trennung. Der Skorpion-AC fördert es auch, äußerlich Abzutauchen. Schliesslich kommen Neptun und Uranus in Haus 3, dem Ort der kurzen Reisen zum Zug und realisieren geheimnisvolle und plötzliche Ereignisse, beim Unterwegssein. Mars bildet mit MC/IC ein T-Quadrat, was die familiäre Bindung gefährdet. Allerdings lässt Jupiter noch Hoffnung übrig mit seinem Trigon zum MC.

Noch verblüffender bestätigt sich die Zeit beim Betrachten der Transite am Tag des Verschwindens der Tochter.

Yulia 26.9.1995 rektifiziert, Transite Verschwinden

Innen: Yulia 26.9.1995 rektifiziert auf Minsk 8:53 R2T = 6:53 UT
Außen: Yulia verschwindet am 1.10.1999 fiktiv 12:00 Minsk


Chiron aktiviert im Transit sein Thema, indem er ein Sextil zur Radix-Sonne und sich selbst bildet. Neptuns Transit lässt die Identität des jetzt um seinen Familiennamen beraubten Kindes schwinden durch ein Trigon zur Radix-Sonne. Pluto überschattet mit einer Konjunktion den Jupiter, die ferne Reise ins Ungewisse. Das Unvermittelte und Schockierende zeigt aber Uranus im Transit über den IC, das Elternhaus. Saturn steht häufig für Trennungen und während der verhängnisvollen Zugfahrt nimmt er das Quadrat zu MC/IC-Achse, wieder die Eltern, ein.
Jupiter finden wir am DC in Rückläufigkeit, was vielleicht die gute Heimkehr andeuten mag.
Verwenden wir das rektifizierte Geburtshoroskop auch für die Heimkehrtransite, sehen wir wieder das beherrschende Thema der Trennung von der Familie. Chiron hat den Höhepunkt erreicht, indem er die Opposition zu seiner Radixstelle einnimmt.

Yulia 26.9.1995 rektifiziert, Transite Heimkehr

Innen Yulia 26.9.1995 rektifiziert auf Minsk 8:53 R2T = 6:53 UT
Außen: Zeitung berichtet die Heimkehr 3.9.2019 fiktiv Minsk 12:00 R2T = 10:00 UT


Jupiter, der im Radix den MC mit einem Trigon berührt, hat mittlerweise zwei Umläufe gemacht, die Konjunktion mit sich selbst war bereits zu Jahresanfang 2019. Es scheint so, als zeige er den langen Weg zurück zum Vater (MC).
Uranus, der im Radix das Wassermannhaus 4 der Familie beherrscht, steht nun am DC für die überraschende Begegnung mit den Familienangehörigen.


Dr. Bernhard Firgau, Weinheim im September 2019


Über den Autor

bernhard firgau dav astrologe

Dr. Bernhard Firgau

69469 Weinheim

E-Mail:

Dr. Bernhard Firgau (Jg. 1954), Jurist und geprüfter Astrologe (DAV); Gründungsmitglied der Sektion fur Mundan- und Wirtschaftsastrologie im DAV.  Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den astrologischen Zusammenhängen zwischen der Biografie des Einzelnen und seiner Umwelt. Neben Zeitschriftenartikeln und Vorträgen hat er seine Forschungsergebnisse auch als Buchautor veroffentlicht.
(„Wahlprognose mit Astrologie“ (zusammen mit Gerhard Lukert), „Ingresse“, „Praxisbuch Mundanastrologie“, „Schicksalsgefährten“).

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