ASTROLOGIE: Astrologische Beratung, Astrologie-Ausbildungen und astrologisches Wissen beim Deutschen Astrologen-Verband e.V.

DAV-Kongress 2016

 

 

Die Schätze der Astrologen.

Der DAV-Kongress vom 7. bis 9. Oktober 2016

 

Am 7. Oktober, pünktlich um 20.15 Uhr, eröffnete der DAV-Vorsitzende Klemens Ludwig den Kongress „Den Schatz heben – Astrologische Beratung heute“. Der Mond am Ende vom Schützen, im Eröffnungshoroskop des Kongresses, versprach der Seele Wachstum und neue Horizonte; der AC noch im Stier deutete an, dass der Kongress nicht nur der Weiterbildung diente, sondern alle Sinne angesprochen werden würden.

Zwei Tage später waren sich die knapp 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass die Erwartungen eher noch übertroffen worden waren.  

Klemens Ludwig zeigte bei seiner Eröffnung die Perspektiven der Beratung auf, die durch die revidierte Astrologie entstanden waren, nämlich keine Festlegungen, sondern Unterstützung dabei, sein Schicksal selbst zu gestalten.

Sybille Sulzer

Den ersten Vortrag hielt Sibylle Sulser,  ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der Huber Methode und Mitglied im IFAP. „Der Einstieg in die Beratung – das A und O des Erfolgs“, war der Titel ihres Vortrags. Die Huber-Methode blickt dabei auf die Aspektfiguren. „Ich mache das zunächst einmal ohne die Planeten“, lautete das für alle Nicht-Huber-Astrologen zweifellos überraschende Vorgehen. Sibylle Sulser beschrieb dazu drei verschiedene Varianten: die Dreiecke, die Vierecke und die Striche ohne weitere Einbindung. Die Striche entsprechen dem kardinalen Prinzip, das dynamisch den Anfang setzt; die Vierecke dem fixen, das durch Ausdauer geprägt ist und die Dreiecke dem veränderlichen, das weltoffen und flexibel ist. Es ist nur der Einstieg, aber die dynamischen, mit zahlreichen Beispielen angereicherten Ausführungen machten deutlich, wie viel dadurch bereits erkannt werden kann.

 

Der Samstag

Der Samstagmorgen begann mit einer Meditation, die von Rafael Gil Brand, dem 2. Vorsitzenden des DAV, angeleitet wurde. Kerzenschein und Klangschalen sorgte für eine Atmosphäre, die es leicht machte, für eine halbe Stunde vom Außen abzuschalten und sich ganz auf die inneren Welten zu konzentrieren.

Annegret Becker-BaumannIm ersten Hauptvortrag lenkte Annegret Becker-Baumann den Blick auf die historischen Schatzsucher. Besondere Aufmerksamkeit legte sie dabei auf die Renaissance, als die Astrologie eine wichtige gesellschaftliche Rolle eingenommen hat. Als Beleg dafür deutete sie Leonardo da Vincis Abendmahl als allegorische Darstellung des Tierkreises. Die Geburtszeit Leonardos verriet, wie wichtig es ist, sich den historischen Kontext der Überlieferungen deutlich zu machen. Anhand verschiedener Horoskope von Martin Luther führte Annegret Becker-Baumann aus, wie Anhänger und Gegner des Reformators sich der Astrologie bedienten. Wie immer man zu Luther stand, an der Astrologie kam niemand vorbei. Der ausgesprochen kurzweilige Gang durch die Geschichte endete bei bedeutenden Astrologen im 20. Jahrhundert. Stellvertretend für viele zeigte die Referentin Hajo Banzhafs Horoskop an.

 

Ilona Picha-Höberth

In eine andere Welt entführte danach Ilona Picha-Höberth die Kongressteilnehmer. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, als sie das Märchen von Rumpelstilzchen erzählte. Dabei ging es jedoch nicht nur um die psychologische Deutung, die in dem Märchen zumeist das Thema Missbrauch thematisiert sieht, sondern sie ordnete den verschiedenen Elementen astrologische Entsprechungen zu. Zum Schluss brachte sie dieses Märchen mit Beispielhoroskopen von Klientinnen in Verbindung, deren Lieblingsmärchen Rapunzel ist. Gemeinsam ist ihnen die Unterwerfung unter die Ansprüche von Vätern und Partnern, ohne Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse. Die Aktualität und die astrologische Bedeutung von Märchen dürften vielen Zuhörern neue Horizonte eröffnet haben.

 

Vier parallele Workshops beleuchteten weitere Deutungsaspekte, bei denen einmal mehr besondere Ansätze und Schulen zur Geltung kamen.

Workshop Leiter
v.l.n.r.: Kirsten Buchholzer, Erik van Slooten, Monika Heer,Inge Klenk

Kirsten Buchholzer aktivierte den Merkur ihrer Teilnehmer, denn auch für Astrologen gilt, „am Anfang ist das Wort“.

Erik van Slooten vermittelte in einem besonders gut besuchten Workshop die Grundlagen und Chancen der Stundenastrologie in tiefen Lebensfragen.

Monika Heer lud zur kritischen Selbstreflexion ein und fragte nach dem Ego des Astrologen in der Beratung, das sich „zwischen Himmel und Hölle“ bewegt.

Und schließlich vermittelte Inge Klenk die Möglichkeiten des Astrochoachings mit dem Alterspunkt, wodurch ein Begleiten und nicht nur Beraten der Klienten möglich ist.

 

Vier Kurzvorträge waren Appetitanreger für die Zuhörerinnen und Zuhörer, sich selbst weiter in die Themen zu vertiefen.

Kurzvorträge Referenten
v.l.n.r.: Manfred Trosbach, Gabriele Vierzig-Rostek, Axel Becker, Maria Schlicker

Maria Schlicker stellte kostenlose Kurzberatungen im geschäftlichen Rahmen als sehr empfehlenswertes Marketinginstrument vor.

Der Schauspieler Axel Becker führte in den Maya-Kalender und dessen Gewinn für die Deutungspraxis ein.

Gabriele Vierzig-Rostek wiederum stellte die Familie im Horoskop heraus. Welche Rolle spielen die Eltern? Wo werden Sie geortet und was tragen sie zur Identitätsbildung bei?

Schließlich bot Martin Trosbach einen Leckerbissen für alle Rilke-Freunde, indem er dessen kosmologische Visionen in seiner letzten Duineser Elegie astrologisch deutete.


Das Abendprogramm verband Tiefgang mit Heiterem.

Alois Treindl Der Astro-Software-Entwickler Alois Treindl erhielt den alle zwei Jahre vergebenen Goldenen Jupiter für besondere Verdienste um die Astrologie.

Dabei stellte Rolf Liefeld in der Laudatio heraus, dass Alois Treindl viel mehr ist als nur ein wichtiger Entwickler von Astro Software. Immer war es ihm ein besonderes Anliegen, nicht weniger sorgfältige Daten zu liefern als die Astronomen und die Ergebnisse seiner Arbeit allen zugänglich zu machen.

Lange stehende Ovationen machten deutlich, welche eine gute Wahl die Jupiter-Kommission getroffen hatte.

 
Eric van SlootenAltmeister Erik van Slooten nahm sich selbst und die eigene Zunft mit seinem Astro-Kabarett auf die Schippe.

Tiefgründige Fragen nach astrologischen Aussagen und Aussagegrenzen beantwortete er auf höchst humorvolle Art. Hinter den Lachern stand immer auch die Aufforderung, sich dem Thema zu stellen.

Zum Beispiel:
Ist es möglich, ganz konkrete Aussagen zu machen oder sollen nur Tendenzen erkannt werden?

 

 

Astro Quiz

Es folgte das beliebte Quiz „Wer wird Astro Millionär 2016?“, wie immer geistreich und souverän von Anita Ferraris und Christian König präsentiert. Die Könige im Quiz schafften es, 14 von 15 Fragen richtig zu beantworten.

 

Tombola
Violetta Boinski mit Klemens Ludwig 

Schließlich wurden auch die Hauptpreise der Tombola vergeben. Sie war von Violetta Boinski fast in Eigenregie professionell vorbereitet worden.

Eine Astro-Disco, für die wie bei der Meditation Rafael Gil Brand verantwortlich zeichnete, beendete den Tag.

 

Der Sonntag

Birgit von Borstel

Am Sonntag ging es weiter mit Birgit von Borstel. Sie spürte der Klassik in der Moderne nach. Die Berliner Astrologin fühlt sich inzwischen nicht nur der klassischen Deutung verbunden, sondern benutzt aufgrund ihrer Erfahrungen auch den siderischen Tierkreis. An drei Beispielhoroskopen von Grace Kelly, Nina Hagen und Adolf Hitler erläuterte sie den Unterschied von tropischer und siderischer Sicht. Überzeugend konnte sie darlegen, wie der siderische Tierkreis das aggressive und destruktive Potential von Hitler viel mehr zum Ausdruck bringt. Die Referentin beließ es nicht bei der Deutung von prominenten Horokopen, sondern zeigte auch anhand konkreter Beispiele aus ihrer Praxis, welches Potential die klassische Deutung mit dem siderischen Tierkreis besitzt.

Karen Hamaker ZondagEin weiterer Höhepunkt war der zweiteilige Vortrag der niederländischen Astrologin Karen Hamaker-Zondag. Sie zu gewinnen, die zu den berühmtesten Astrologinnen weltweit zählt, war eine besondere Freude. Die unmittelbar aus ihrer Praxis entsprungenen Ausführungen beschäftigten sich mit der Deutung von Beratungshoroskopen. Das sind Stundenhoroskope, die auf den Beginn einer astrologischen oder therapeutischen Sitzung oder auch auf den ersten Telefonkontakt gestellt werden. Sie geben aufschlussreich Auskunft über den weiteren Verlauf der Therapie. Für Karen Hamaker-Zondag sind diese Beratungshoroskope inzwischen ein fester Bestandteil ihrer Arbeit geworden, die sie immer wieder zum Radix der Klienten hinzuzieht. Inspirierend war zudem, wie die Referentin immer auch persönliche Erfahrungen einfließen ließ.

Birgit Lummer Den Abschluss bildete Birgit Lummer mit der provokativen Aufforderung „Die Büchse der Pandora nicht öffnen“. Dabei ging es um die Grenzen der astrologischen Beratung. Zunächst steckte die Referentin die Grenzen ab. Bei welchen Befunden kommt der Astrologe an seine Grenzen? Wo ist erhöhte Selbstreflexion nötig? Anhand mehrerer Beispiele zeigte Birgit Lummer die sich daraus ergebenden Herausforderungen auf. Sie beendete ihre Ausführungen mit einer humorvollen Darbietung, die die Subjektivität derer deutlich macht, die auf eine  scheinbare einfache Frage – „Wo geht es zum Bahnhof?“ – eine Antwort geben sollen. Die Reaktionen auf den Vortrag zeigten, wie sehr die Referentin ein Anliegen vieler getroffen hatte.


Zum Abschluss hob Klemens Ludwig die besondere Stimmung des Miteinanders hervor, die neben allen inhaltlichen Vorgaben wesentlich zum Erfolg des Kongresses beigetragen hat.

Gruppenbild 
Es ist dem DAV gelungen, ganz unterschiedliche Zielgruppen von Profis und Laien anzusprechen.
Er lud ein zum nächsten Kongress, der vom 6. – 8. Oktober in Würzburg stattfinden wird. Dann lautet das Motto nach Hermann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“. Mit Wulfing von Rohr, Louise Kirsebom und Johan Hjelmborg.



v.l.n.r.: Alexandra Boinski, Violetta Boinski, Rafael Gil Brand, Gaby Marske-Power, Anita Ferraris, Petra Niehaus,
Christian König, Daniel Horgos, Rolf Liefeld, Annegret Becker-Baumann, Karin Kruse, Maria Schlicker, Rita Gil Brand,
Dominique Tomaszewski, Dagmar Seidel, Ute Flörchinger, Klemens Ludwig
 

Dank an alle, die das Wochenende in Bonn zu dem gemacht haben, was es war.
Unser besonderer Dank gilt den Nicht-Vorstandsmitgliedern der Kongresskommission, Daniel Horgos, Gaby Marske-Power und Dominique Tomaszewski, die mit ihrem Einsatz und ihrer Umsicht die Grundlage für den erfolgreichen Kongress gelegt haben.


Mit herzlichen Grüßen,

Der Vorstand des DAV

Klemens Ludwig, Rafael Gil Brand, Birgit Lummer, Claudia Schulz und Daniela Röcken.

Über den Autor

Astrologe Klemens Ludwig

Klemens Ludwig

Tel: 07071 / 76 916 oder 0170 / 407 3981
E-Mail:
Internet: www.astrologie-ludwig.de

Der Publizist und Tibetkundler Klemens Ludwig, geprüfter Astrologe DAV, wurde am 2. Oktober 2015 zum 1. Vorsitzenden des Deutschen Astrologen-Verbandes gewählt. Zusammen mit Daniela Weise verfasste Ludwig das „Große Lexikon der Astrologie“, das eine wesentliche Grundlage für AstroWiki bildete. 1995 erhielt er den Journalistenpreis Astrologie des DAV für seine Bemühungen um eine „objektive Darstellung des Themas Astrologie“.