DAV-Kongress 2016

 

 

Die Schätze der Astrologen.

Der DAV-Kongress vom 7. bis 9. Oktober 2016

 

Am 7. Oktober, pünktlich um 20.15 Uhr, eröffnete der DAV-Vorsitzende Klemens Ludwig den Kongress „Den Schatz heben – Astrologische Beratung heute“. Der Mond am Ende vom Schützen, im Eröffnungshoroskop des Kongresses, versprach der Seele Wachstum und neue Horizonte; der AC noch im Stier deutete an, dass der Kongress nicht nur der Weiterbildung diente, sondern alle Sinne angesprochen werden würden.

Zwei Tage später waren sich die knapp 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass die Erwartungen eher noch übertroffen worden waren.  

Klemens Ludwig zeigte bei seiner Eröffnung die Perspektiven der Beratung auf, die durch die revidierte Astrologie entstanden waren, nämlich keine Festlegungen, sondern Unterstützung dabei, sein Schicksal selbst zu gestalten.

Sybille Sulzer

Den ersten Vortrag hielt Sibylle Sulser,  ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der Huber Methode und Mitglied im IFAP. „Der Einstieg in die Beratung – das A und O des Erfolgs“, war der Titel ihres Vortrags. Die Huber-Methode blickt dabei auf die Aspektfiguren. „Ich mache das zunächst einmal ohne die Planeten“, lautete das für alle Nicht-Huber-Astrologen zweifellos überraschende Vorgehen. Sibylle Sulser beschrieb dazu drei verschiedene Varianten: die Dreiecke, die Vierecke und die Striche ohne weitere Einbindung. Die Striche entsprechen dem kardinalen Prinzip, das dynamisch den Anfang setzt; die Vierecke dem fixen, das durch Ausdauer geprägt ist und die Dreiecke dem veränderlichen, das weltoffen und flexibel ist. Es ist nur der Einstieg, aber die dynamischen, mit zahlreichen Beispielen angereicherten Ausführungen machten deutlich, wie viel dadurch bereits erkannt werden kann.

 

Der Samstag

Der Samstagmorgen begann mit einer Meditation, die von Rafael Gil Brand, dem 2. Vorsitzenden des DAV, angeleitet wurde. Kerzenschein und Klangschalen sorgte für eine Atmosphäre, die es leicht machte, für eine halbe Stunde vom Außen abzuschalten und sich ganz auf die inneren Welten zu konzentrieren.

Annegret Becker-BaumannIm ersten Hauptvortrag lenkte Annegret Becker-Baumann den Blick auf die historischen Schatzsucher. Besondere Aufmerksamkeit legte sie dabei auf die Renaissance, als die Astrologie eine wichtige gesellschaftliche Rolle eingenommen hat. Als Beleg dafür deutete sie Leonardo da Vincis Abendmahl als allegorische Darstellung des Tierkreises. Die Geburtszeit Leonardos verriet, wie wichtig es ist, sich den historischen Kontext der Überlieferungen deutlich zu machen. Anhand verschiedener Horoskope von Martin Luther führte Annegret Becker-Baumann aus, wie Anhänger und Gegner des Reformators sich der Astrologie bedienten. Wie immer man zu Luther stand, an der Astrologie kam niemand vorbei. Der ausgesprochen kurzweilige Gang durch die Geschichte endete bei bedeutenden Astrologen im 20. Jahrhundert. Stellvertretend für viele zeigte die Referentin Hajo Banzhafs Horoskop an.

 

Ilona Picha-Höberth

In eine andere Welt entführte danach Ilona Picha-Höberth die Kongressteilnehmer. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, als sie das Märchen von Rumpelstilzchen erzählte. Dabei ging es jedoch nicht nur um die psychologische Deutung, die in dem Märchen zumeist das Thema Missbrauch thematisiert sieht, sondern sie ordnete den verschiedenen Elementen astrologische Entsprechungen zu. Zum Schluss brachte sie dieses Märchen mit Beispielhoroskopen von Klientinnen in Verbindung, deren Lieblingsmärchen Rapunzel ist. Gemeinsam ist ihnen die Unterwerfung unter die Ansprüche von Vätern und Partnern, ohne Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse. Die Aktualität und die astrologische Bedeutung von Märchen dürften vielen Zuhörern neue Horizonte eröffnet haben.

 

Vier parallele Workshops beleuchteten weitere Deutungsaspekte, bei denen einmal mehr besondere Ansätze und Schulen zur Geltung kamen.

Workshop Leiter
v.l.n.r.: Kirsten Buchholzer, Erik van Slooten, Monika Heer,Inge Klenk

Kirsten Buchholzer aktivierte den Merkur ihrer Teilnehmer, denn auch für Astrologen gilt, „am Anfang ist das Wort“.

Erik van Slooten vermittelte in einem besonders gut besuchten Workshop die Grundlagen und Chancen der Stundenastrologie in tiefen Lebensfragen.

Monika Heer lud zur kritischen Selbstreflexion ein und fragte nach dem Ego des Astrologen in der Beratung, das sich „zwischen Himmel und Hölle“ bewegt.

Und schließlich vermittelte Inge Klenk die Möglichkeiten des Astrochoachings mit dem Alterspunkt, wodurch ein Begleiten und nicht nur Beraten der Klienten möglich ist.

 

Vier Kurzvorträge waren Appetitanreger für die Zuhörerinnen und Zuhörer, sich selbst weiter in die Themen zu vertiefen.

Kurzvorträge Referenten
v.l.n.r.: Manfred Trosbach, Gabriele Vierzig-Rostek, Axel Becker, Maria Schlicker

Maria Schlicker stellte kostenlose Kurzberatungen im geschäftlichen Rahmen als sehr empfehlenswertes Marketinginstrument vor.

Der Schauspieler Axel Becker führte in den Maya-Kalender und dessen Gewinn für die Deutungspraxis ein.

Gabriele Vierzig-Rostek wiederum stellte die Familie im Horoskop heraus. Welche Rolle spielen die Eltern? Wo werden Sie geortet und was tragen sie zur Identitätsbildung bei?

Schließlich bot Martin Trosbach einen Leckerbissen für alle Rilke-Freunde, indem er dessen kosmologische Visionen in seiner letzten Duineser Elegie astrologisch deutete.


Das Abendprogramm verband Tiefgang mit Heiterem.

Alois Treindl Der Astro-Software-Entwickler Alois Treindl erhielt den alle zwei Jahre vergebenen Goldenen Jupiter für besondere Verdienste um die Astrologie.

Dabei stellte Rolf Liefeld in der Laudatio heraus, dass Alois Treindl viel mehr ist als nur ein wichtiger Entwickler von Astro Software. Immer war es ihm ein besonderes Anliegen, nicht weniger sorgfältige Daten zu liefern als die Astronomen und die Ergebnisse seiner Arbeit allen zugänglich zu machen.

Lange stehende Ovationen machten deutlich, welche eine gute Wahl die Jupiter-Kommission getroffen hatte.

 
Eric van SlootenAltmeister Erik van Slooten nahm sich selbst und die eigene Zunft mit seinem Astro-Kabarett auf die Schippe.

Tiefgründige Fragen nach astrologischen Aussagen und Aussagegrenzen beantwortete er auf höchst humorvolle Art. Hinter den Lachern stand immer auch die Aufforderung, sich dem Thema zu stellen.

Zum Beispiel:
Ist es möglich, ganz konkrete Aussagen zu machen oder sollen nur Tendenzen erkannt werden?

 

 

Astro Quiz

Es folgte das beliebte Quiz „Wer wird Astro Millionär 2016?“, wie immer geistreich und souverän von Anita Ferraris und Christian König präsentiert. Die Könige im Quiz schafften es, 14 von 15 Fragen richtig zu beantworten.

 

Tombola
Violetta Boinski mit Klemens Ludwig 

Schließlich wurden auch die Hauptpreise der Tombola vergeben. Sie war von Violetta Boinski fast in Eigenregie professionell vorbereitet worden.

Eine Astro-Disco, für die wie bei der Meditation Rafael Gil Brand verantwortlich zeichnete, beendete den Tag.

 

Der Sonntag

Birgit von Borstel

Am Sonntag ging es weiter mit Birgit von Borstel. Sie spürte der Klassik in der Moderne nach. Die Berliner Astrologin fühlt sich inzwischen nicht nur der klassischen Deutung verbunden, sondern benutzt aufgrund ihrer Erfahrungen auch den siderischen Tierkreis. An drei Beispielhoroskopen von Grace Kelly, Nina Hagen und Adolf Hitler erläuterte sie den Unterschied von tropischer und siderischer Sicht. Überzeugend konnte sie darlegen, wie der siderische Tierkreis das aggressive und destruktive Potential von Hitler viel mehr zum Ausdruck bringt. Die Referentin beließ es nicht bei der Deutung von prominenten Horokopen, sondern zeigte auch anhand konkreter Beispiele aus ihrer Praxis, welches Potential die klassische Deutung mit dem siderischen Tierkreis besitzt.

Karen Hamaker ZondagEin weiterer Höhepunkt war der zweiteilige Vortrag der niederländischen Astrologin Karen Hamaker-Zondag. Sie zu gewinnen, die zu den berühmtesten Astrologinnen weltweit zählt, war eine besondere Freude. Die unmittelbar aus ihrer Praxis entsprungenen Ausführungen beschäftigten sich mit der Deutung von Beratungshoroskopen. Das sind Stundenhoroskope, die auf den Beginn einer astrologischen oder therapeutischen Sitzung oder auch auf den ersten Telefonkontakt gestellt werden. Sie geben aufschlussreich Auskunft über den weiteren Verlauf der Therapie. Für Karen Hamaker-Zondag sind diese Beratungshoroskope inzwischen ein fester Bestandteil ihrer Arbeit geworden, die sie immer wieder zum Radix der Klienten hinzuzieht. Inspirierend war zudem, wie die Referentin immer auch persönliche Erfahrungen einfließen ließ.

Birgit Lummer Den Abschluss bildete Birgit Lummer mit der provokativen Aufforderung „Die Büchse der Pandora nicht öffnen“. Dabei ging es um die Grenzen der astrologischen Beratung. Zunächst steckte die Referentin die Grenzen ab. Bei welchen Befunden kommt der Astrologe an seine Grenzen? Wo ist erhöhte Selbstreflexion nötig? Anhand mehrerer Beispiele zeigte Birgit Lummer die sich daraus ergebenden Herausforderungen auf. Sie beendete ihre Ausführungen mit einer humorvollen Darbietung, die die Subjektivität derer deutlich macht, die auf eine  scheinbare einfache Frage – „Wo geht es zum Bahnhof?“ – eine Antwort geben sollen. Die Reaktionen auf den Vortrag zeigten, wie sehr die Referentin ein Anliegen vieler getroffen hatte.


Zum Abschluss hob Klemens Ludwig die besondere Stimmung des Miteinanders hervor, die neben allen inhaltlichen Vorgaben wesentlich zum Erfolg des Kongresses beigetragen hat.

Gruppenbild 
Es ist dem DAV gelungen, ganz unterschiedliche Zielgruppen von Profis und Laien anzusprechen.
Er lud ein zum nächsten Kongress, der vom 6. – 8. Oktober in Würzburg stattfinden wird. Dann lautet das Motto nach Hermann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“. Mit Wulfing von Rohr, Louise Kirsebom und Johan Hjelmborg.



v.l.n.r.: Alexandra Boinski, Violetta Boinski, Rafael Gil Brand, Gaby Marske-Power, Anita Ferraris, Petra Niehaus,
Christian König, Daniel Horgos, Rolf Liefeld, Annegret Becker-Baumann, Karin Kruse, Maria Schlicker, Rita Gil Brand,
Dominique Tomaszewski, Dagmar Seidel, Ute Flörchinger, Klemens Ludwig
 

Dank an alle, die das Wochenende in Bonn zu dem gemacht haben, was es war.
Unser besonderer Dank gilt den Nicht-Vorstandsmitgliedern der Kongresskommission, Daniel Horgos, Gaby Marske-Power und Dominique Tomaszewski, die mit ihrem Einsatz und ihrer Umsicht die Grundlage für den erfolgreichen Kongress gelegt haben.


Mit herzlichen Grüßen,

Der Vorstand des DAV

Klemens Ludwig, Rafael Gil Brand, Birgit Lummer, Claudia Schulz und Daniela Röcken.

Über den Autor

Astrologe Klemens Ludwig

Klemens Ludwig

Tel: 07071 / 76 916 oder 0170 / 407 3981
E-Mail:
Internet: www.astrologie-ludwig.de

Der Publizist und Tibetkundler Klemens Ludwig, geprüfter Astrologe DAV, wurde am 2. Oktober 2015 zum 1. Vorsitzenden des Deutschen Astrologen-Verbandes gewählt. Zusammen mit Daniela Weise verfasste Ludwig das „Große Lexikon der Astrologie“, das eine wesentliche Grundlage für AstroWiki bildete. 1995 erhielt er den Journalistenpreis Astrologie des DAV für seine Bemühungen um eine „objektive Darstellung des Themas Astrologie“.

Birgit von Borstel

Foto: © Birgit von Borstel

Interview vom Deutschen Astrologen-Verband mit Birgit von Borstel

Es ist mein großes Anliegen, innerhalb unserer Zunft die Vorurteile gegenüber unseren Wurzeln, der Klassik, abzubauen

 

Birgit von Borstel (geb. 1965) hat Philosophie und Psychologie studiert. Viele Jahre hat sie in der Musikbranche gearbeitet, bevor sie sich 2006 als Astrologin selbständig gemacht hat. Ihre erste Berührung mit der Astrologie fand bereits im Alter von 16 Jahren statt. Auch für die Wurzeln und Ursprünge der Astrologie entwickelte sie frühzeitig ein besonderes Interesse, so dass sie sich in ihrer Praxis immer mehr der klassischen Astrologie zugewandt hat, ohne die modernen Ansätze zu vernachlässigen. Klemens Ludwig sprach mit ihr darüber, wie die alten Techniken und das alte Wissen auf dem Hintergrund der modernen psychologischen Astrologie genutzt werden können.


DAV: Du referierst auf unserem Kongress Anfang Oktober zum Thema ‚Klassik in der Moderne’. Damit willst du die Möglichkeiten der traditionellen Methode kombiniert mit modernen Erkenntnissen aufzeigen. Das klingt ebenso spannend wie ungewöhnlich in einer Zeit, in der klassischer und psychologischer Ansatz zumeist als „entweder – oder“ betrachtet werden. Wie kommst du zu dieser Symbiose?

Von Borstel: Dazu muss ich ein wenig von meiner persönlichen Geschichte mit der Astrologie erzählen. Ich war erst 16 Jahre, als ich zum ersten Mal darauf gestoßen bin. Im Regal meiner Mutter fand ich ein Buch von Linda Goodman „Astrologie sonnenklar“. Das war zwar reine Sonnenstands-Astrologie, aber mein Interesse war geweckt, so dass ich in unserer Stadtbibliothek nach weiterer astrologischer Literatur gesucht habe. Sie befand sich übrigens in einem verschlossenen, nicht öffentlich zugänglichen Raum. Ich habe Astrologie dann im Selbststudium betrieben, wobei bemerkenswerte Aha-Erlebnisse ausgelöst wurden.

DAV: Dabei wird es aber kaum um die Symbiose von klassischer und psychologischer Astrologie gegangen sein.

Von Borstel: Nein, damals noch nicht, aber mein Weg ging ja weiter. Grundsätzlich hatte ich schon immer ein großes Interesse, mehr über unsere Quellen und Ursprünge zu erfahren. Damit war klar, dass ich irgendwann auf die Klassiker stoßen würde. Konkret geschah dies mit einer Ausbildung bei Rafael Gil Brand. Das war für mich eine Art persönliche kopernikanische Wende. Rafael hat mit hohem psychologischem Einfühlungsvermögen die alte Technik mit der modernen Denkweise zusammengebracht. Das hat mich sehr beeindruckt und geprägt.

DAV: Damit bist du zur Vertreterin der Klassischen Astrologie geworden?

Von Borstel: Das kann man so pauschal nicht sagen. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Kombination der verschiedenen Systeme gemacht, zum Beispiel bei der Arbeit mit dem siderischen Tierkreis und den westlichen Methoden. Ich bin überzeugt, die westliche Tradition weist mehr Brüche auf als uns bewusst ist. Wir haben uns lange auf Ptolemäus und den tropischen Tierkreis gestützt, weil der als einzige Quelle über die Jahrhunderte durchgängig verfügbar war. Andere Traditionsstränge, die auf den siderischen Tierkreis aufbauen, waren einfach verschwunden oder nicht zugänglich, und wir meinen deshalb, das sei allein die indische Tradition.

DAV: Hat dich deine frühe Beschäftigung mit der Astrologie und ihren Wurzeln motiviert, auch beruflich den astrologischen Weg einzuschlagen?

Von Borstel: Nein, das war eine spätere Entwicklung. Ich habe zunächst eine Lehre als Einzelhandelskauffrau im Musikbereich absolviert und in einem Plattenladen gearbeitet. Dort fühlte ich mich allerdings rasch unterfordert. Deshalb entschloss ich mich, in Hamburg Philosophie und Psychologie zu studieren, also einmal mehr etwas sehr Grundlegendes. Die Frage nach dem Sinn bewegte mich ständig.

Nebenbei blieb ich der Musik jedoch treu. Ich arbeitete als DJ, trat selbst mit einer Band in Clubs auf, organisierte Veranstaltungen und Konzerte oder schrieb Kritiken. Nach dem Studium arbeitete ich in der Marketingabteilung der Plattenfirma Universal Music. Dafür zog ich nach Berlin. Ich bin vollkommen in der Arbeit aufgegangen – bis kurz vor dem Burnout. Damit war klar, ich musste etwas ändern.

DAV: Das heißt, Abschied von der Musikbranche?

Von Borstel: Ja, genau. Dabei hat mir Universal Music zahlreiche Brücken gebaut. Ich hätte eine Auszeit nehmen und später wieder einsteigen können, aber mir war klar, das ist keine Option für mich. Ich wollte etwas ganz anderes, und das war die Astrologie. Also habe ich den Sprung gewagt und mich selbständig gemacht.

DAV: War der Schritt so etwas wie eine persönliche Rückbesinnung auf deine Wurzeln?

Von Borstel: Das kann man so sagen, und es war noch viel mehr. Die mich ständig begleitende Frage nach dem Sinn bekam durch die hauptberufliche Beschäftigung mit der Astrologie neue Nahrung. Aber ich habe es nicht nur als persönlichen Weg betrachtet. Es ist mein großes Anliegen, innerhalb unserer Zunft die Vorurteile gegenüber unseren Wurzeln, der Klassik, abzubauen. Man hört häufig, „Klassik entmündigt den Klienten“. „Klassik legt den Klienten fest“. Die moderne psychologische Methode wird gegen die klassische ausgespielt, der tropische gegen den siderischen Tierkreis. Dabei ist all das, was wir der Klassik zuschreiben, unsere Wurzel, und wie so oft halten viele Vorurteile einer näheren Betrachtung nicht stand. Ich wünsche mir mehr Offenheit von Kollegen diesen Zusammenhängen gegenüber.

DAV: Was entgegnest du denn den Kollegen, die derartige Einschätzungen von sich geben?

Von Borstel: Dass die Kombination von alten Techniken und psychologischem Knowhow zu neuen Dimensionen der Deutungen führen kann. Damit werden die Klienten genau dort abholt, wo sie stehen. Wir kennen doch alle die Erfahrungen aus der Beratung. Die Klienten kommen mit sehr konkreten Fragen, die sie sehr konkret beantwortet haben möchten, zum Beispiel, „Ich bin schwer krank. Werde ich wieder gesund?“ Mit dem Instrumentarium, das die Kombination von Klassik und Moderne zur Verfügung stellt, können solche Fragen heute beantwortet werden.

DAV: Das erscheint mir sehr mutig. Bei einer solchen Herangehensweise drängt sich die uralte Frage nach dem freien Willen und dem vorherbestimmten Schicksal geradezu auf. Wie gehst du damit um?

Von Borstel: Ich bin überzeugt, das Schicksal spiegelt sich im Alltag wider. Manches davon kommt ohne eigenes Zutun ins Leben, anderes haben wir vielleicht selbst provoziert. Letzteres ist der Bereich, in dem die moderne Astrologie wertvolle Einsichten anregen kann. Aber es gibt auch Grenzen. Es ist nun mal nicht realistisch, zu sagen: Du kannst alles schaffen, wenn du dich nur genug anstrengst. Das kann Schicksal sein, oder auch psychologisch begründet. Da kommt jemand der sagt: „Ich bin immer vom Schicksal gebeutelt“. So erlebt er es. Wenn man dafür im Horoskop eine Entsprechung sieht, stellt sich die Frage, was mache ich damit? Wie kann ich das lösungsorientiert deuten? Geht das überhaupt? An dem Punkt tauchen bei den psychologischen Astrologen die Ängste vor zu starken Festlegungen auf. Für mich ist das eine Herausforderung. Die Klassik hilft mir zu unterscheiden, was im Leben des Geborenen gedeihen kann, und was eher illusionär ist. Das kann sehr befreiend sein.

Es ist eben nicht immer alles gut. Wenn wir dennoch versuchen, dem Klienten zu vermitteln, alles sei rosarot, wenn er es nur richtig angeht, entmündigen wir ihn erst recht und nehmen ihn nicht ernst.

DAV: Wir dürfen uns also auf einen provokanten Vortrag freuen?

Von Borstel: Ich hoffe, der Vortrag regt zum Nachdenken über das eigene astrologische Verständnis an. Ich werde meine Ausführungen natürlich mit Beispielen unterlegen und damit hoffentlich überzeugen können.

DAV: Herzlichen Dank und viele aufmerksame Zuhörer bei deiner Symbiose von Klassik und Moderne.

Das Interview führte Klemens Ludwig.

Über die Referentin

Birgit von Borstel

Birgit von Borstel

E-mail:
Internet: www.birgitvonborstel.de

 

 

 

 

Birgit von Borstel (Jahrgang '65) ist Geprüfte Astrologin DAV und als Heilpraktikerin für Psychotherapie sowie als Coach qualifiziert. Sie führt eine eigene Praxis in Berlin mit dem Schwerpunkt psychologische Astrologie.

 

Birgit Lummer

Foto: © Birgit Lummer

Interview vom Deutschen Astrologen-Verband mit Birgit Lummer

Ich will für die Grenzen der astrologischen Beratung sensibilisieren

 

Klemens Ludwig sprach mit ihr über ihre therapeutischen Erfahrungen, die Grenzen der astrologischen Beratung und die besondere Bedeutung der Achtsamkeit.


DAV: Du hältst in Bonn den Abschlussvortrag zu einem spannenden, provokanten Thema. „Die Büchse der Pandora nicht öffnen! Die Grenzen der heutigen astrologischen Beratung“. Damit berufst du dich auf ein bemerkenswertes mythologisches Thema, denn die Öffnung von Pandoras Büchse brachte alles Unheil auf die Welt. Siehst du Beratungen so problematisch?

Birgit Lummer: Natürlich ist der Titel eine kleine Provokation, aber tatsächlich geht es mir darum, zu sensibilisieren; sensibilisieren für Grenzen der astrologischen Beratung. Ist uns bewusst, dass wir mit dem, was wir sagen, Grenzen überschreiten können? Wie weit kann ich gehen? Was kann ich sagen? Ich habe bisweilen den Eindruck, über diese Fragen wird zu wenig reflektiert.

DAV: Sprichst du nur von einer astrologischen Beratung oder generell von Therapie?

Birgit Lummer: Da ich auch psychotherapeutisch arbeite, gehen meine Erfahrungen aus beiden Bereichen, astrologische Beratung und psychotherapeutische Tätigkeit, ineinander über. Zu mir kommen Menschen in einer Krise, Menschen mit Störungen, Menschen die weder ein noch aus wissen. Manche sind suizidgefährdet. Aber das wird nicht nur mir so gehen.

Auf dem Kongress will ich natürlich für die astrologische Beratung sensibilisieren. Und Astrologen muss bewusst sein, dass ein Horoskop das Potential hat, Themen aufzudecken, die der Klient in seiner aktuellen Situation nicht verkraften kann.

DAV: Was bedeutet das dann in der Praxis?

Birgit Lummer: Es kann bedeuten, dass der Astrologe das Horoskop zur Seite legen und aus der astrologischen Deutung aussteigen muss zugunsten einer allgemeinen Lebens- und Krisenberatung.

DAV: Kannst du benennen, wann genau für dich ein solcher Fall eintritt?

Birgit Lummer: Es gibt mehrere Formen von Grenzen, an die eine astrologische Beratung stoßen kann.

Die erste ist dann erreicht, wenn ein Satz fällt wie, „eigentlich habe ich keine Lust mehr zu leben“. Das muss sehr ernst genommen werden und die weit verbreite Meinung, wer über Selbstmord redet, begehe keinen, trifft leider nicht zu. Es ist ein Hilferuf, der die Astrologie an ihre Grenze führt. Einen solchen Klienten muss ich entweder an einen Therapeuten weiter verweisen oder selbst in Behandlung nehmen, wenn ich die Fähigkeiten dazu habe.

Die zweite Grenze der Beratung sehe ich bei den zunehmenden psychischen Störungen wie Burn Out, Depression oder Borderliner und Ritzen. Ich glaube, dass zum Beispiel nicht alle Astrologen den Unterschied zwischen Burn Out und Depression kennen.

DAV: Zu der Diagnose kann die Astrologie aber durchaus etwas beisteuern.

Birgit Lummer: Auf jeden Fall. Burn Out ist für mich eine Jupiter-Störung, Depression eine Saturn-Störung und bei Borderliner sind natürlich Pluto/Mars-Themen im Spiel. Aber die große Frage ist doch, wie gehe ich damit um, wenn ich das diagnostiziert habe? Da ist für mich die Grenze.

DAV: Du hast noch von weiteren Grenzen gesprochen.

Birgit Lummer: Die dritte Grenze ist das Thema Missbrauch. Auch darauf gibt es im Horoskop Hinweise, aber ich komme bei dem Thema mit der vertrauten astrologischen Deutung eben auch an eine Grenze. Das gilt für beide Seiten. Leider gibt es so viele Frauen, die mir von Übergriffen oder Missbrauch berichten. Hier muss ein Astrologe sofort eine sehr achtsame Haltung einnehmen. Wenn der Astrologe bei entsprechenden Konstellationen nachfragt, riskiert er unter Umständen eine Re-Traumatisierung. Kann er damit dann umgehen?

Die vierte Grenze schließlich sehe ich in der Prognose.

DAV: Aber genau das dürfte der Grund sein, warum die meisten Menschen zum Astrologen kommen. Wenn du dort eine Grenze setzen willst, dürfte sich die Nachfrage nach einer Beratung bald in engen Grenzen halten.

Birgit Lummer: Natürlich ist das so. Und kein Astrologe, der seine Klienten ernst nimmt, kommt darum herum, auch prognostische Aussagen zu machen. Aber gerade dieser Bereich ist die größte Achtsamkeitsübung für den Astrologen. Wir geben die Grenzen ja in unserem eigenen Berufsgelöbnis vor. Das ist eine gute Orientierung.

Die Gefahr der "sich selbsterfüllenden Prophezeiung" ist hoch. Welche Worte wählt der Astrologe für seine Prognose? Denn die selektive Wahrnehmung des Klienten muss man immer berücksichtigen.

DAV: Bei all den Grenzen stellt sich die Frage, was ist die Alternative? Du hast schon erwähnt, die Klienten auf professionelle Therapeuten hinzuweisen. Das reicht aber möglicherweise nicht aus. Siehst du nicht sogar die Gefahr, dass viele Klienten erst recht in unseriöse Hände fallen, wenn die sog. seriösen Astrologen so viele Grenzen setzen?

Birgit Lummer: Die Gefahr sehe ich in der Tat, aber mein Plädoyer für Grenzen und Achtsamkeit bedeutet ja nicht, sich von dem Klienten gänzlich zu verabschieden. Drei Punkte sind mir in dem Zusammenhang wichtig:

Selbst gut ausgebildet zu sein und sich weiterbilden, um auch schwierige Themen über die Radixdeutung hinaus bearbeiten zu können;

Dem Klienten Vorschläge zu unterbreiten, wo er sich Hilfe suchen kann;

Den eigenen Beratungsauftrag über die unmittelbare Sitzung hinaus aufrecht zu erhalten, das heißt, dem Klienten anzubieten, sich zu melden, wenn er mit bestimmten Aussagen im Nachhinein nicht fertig wird.

DAV: Jetzt hast du so viel über Grenzen gesprochen und die Möglichkeit, wie mit Grenzthemen umgegangen werden kann. Kannst du noch ausführen, welche Kriterien für eine beispielhafte Beratung erfüllt sein müssen?

Birgit Lummer: Gerne, denn mein Plädoyer geht nicht dahin, auf Beratung zu verzichten. Die offene Zugewandtheit ist die Basis für eine vertrauensvolle Beratung. Zudem erwarte ich ein hohes Maß an Selbstreflexion. Das heißt, ich sollte meine eigenen blinden Flecken kennen. Wo bin ich nicht mehr neutral? Wo oktroyiere ich dem Gegenüber womöglich meine eigenen Themen auf? Konkretes Beispiel: Wenn eine Frau in einer Scheidungssituation zu mir kommt und ich selbst gerade eine schwierige Trennung hinter mir habe, bin ich womöglich nicht ganz die Richtige. Daraus ergibt sich, was ich im Horoskop sehe, ist immer subjektiv.

DAV: Das reizt mich zum Widerspruch. Es muss doch grundlegende Prinzipien geben, damit die Astrologie nicht zur völligen Beliebigkeit verkommt. Dann wäre Würfeln weniger aufwändig. Einem Klienten mit Widder-Mars am AC zum Beispiel wird niemand eine ruhige, gelassene und entspannte Persönlichkeit attestieren.

Birgit Lummer: Das stimmt, natürlich gibt es ein Grundgerüst, eine Basis, auf der wir unsere Aussagen machen, aber dennoch sollten wir unsere subjektive Sicht nicht unterschätzen.

DAV: Hast du noch weitere Kriterien für eine gute Beratung?

Birgit Lummer: Ein letzter Punkt ist mir noch ganz wichtig: Mir im Vorfeld darüber klar zu sein und das auch zu vermitteln, was biete ich an? Welche Grenze lege ich vorher fest? Wo positioniere ich mich? Dann wissen beide Seiten worauf sie sich einlassen.

DAV: Herzlichen Dank für die Einblicke aus deiner Praxis und deiner Erfahrung. Auf dass dein Vortrag im Oktober selbst erfahrene Astrologen sensibilisieren möge, sich intensiv mit den eigenen Grenzen auseinanderzusetzen.

Das Interview führte Klemens Ludwig.

Über die Referentin

Birgit Lummer

Birgit Lummer

E-mail:
Internet: Schule für Astrologie Psychologie

Birgit Lummer, geboren 1964, verfügt über eine lange therapeutische Erfahrung. Sie arbeitet als Heilpraktikerin für Psychotherapie mit eigener Praxis. Daneben betreibt sie eine Schule für Astrologie und Psychologie. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Gesprächs- und Sexualtherapie sowie astrologisch-psychologische Beratung.

Neben ihrer eigenen Praxis bietet sie zertifizierte Ausbildungen in Astrologischer Psychologie an, bildet Heilpraktiker aus und hält Vorträge. Seit 2014 ist sie Vorstandsmitglied des DAV, zunächst als Schriftführerin und heute als Schatzmeisterin.

Annegret Becker-Baumann

Foto: © Annegret Becker-Baumann

Interview vom DAV mit Annegret Becker-Baumann

„Wohl dem, der seiner Ahnen gern gedenkt.“ (Goethe)

 

Klemens Ludwig sprach mit ihr über das reiche astrologische Erbe, die noch unentdeckten Schätze der Astrologie und ihren Weg, ihr Hobby zum Beruf zu machen.


DAV: Du bist in Bonn mit dem Thema präsent „Schatzsucher einst und jetzt – die Astrologie im Wandel der Zeiten“. Ist das eine Einführung in die Geschichte der Astrologie?

Annegret Becker-Baumann: Keine Sorge, es wird keine typische historische Abhandlung, bei der ich mit Zahlen und Namen um mich werfe. Ich will deutlich machen, auf welch reiches Erbe wir zurückschauen und worauf wir stolz sein können. Diese Erkenntnis ist Teil meines eigenen astrologischen Weges, deshalb gebe ich sie gern weiter.

DAV: Magst du das näher erläutern?

Annegret Becker-Baumann: Ich begann vor über 30 Jahren, mich näher auf die Astrologie einzulassen. Damals gab es noch keine DAV-Zentren, und ich musste schauen, wo etwas angeboten wurde. So habe ich Seminare bei Edith Wangemann in Wuppertal belegt und Kurse bei Thorwald Dethlefsen bzw. seinem Schüler Nicolaus Klein in München. Ich bin dabei recht viel herumgekommen und traf auf das Buch von Wilhelm Knappich „Geschichte der Astrologie.“ Das war fast wie eine Offenbarung für mich. Ich war mächtig beeindruckt, welch einer großen Tradition wir entstammen, und mir war klar, darüber möchte ich mehr erfahren. Seit dem Zeitpunkt geht für mich die konkrete astrologische Praxis Hand in Hand mit dem immer tieferen Eintauchen in ihre Geschichte.

DAV: Gelingt es dir, beides miteinander zu verbinden – die praktische Arbeit und die Geschichte – oder läuft das parallel nebeneinander her?

Annegret Becker-Baumann: Das ist für mich eine Einheit, kein Nebeneinander. Wie kurz erwähnt, sind es ja nicht Namen und Fakten, die mich an unserer Vergangenheit interessieren, sondern Entwicklungen und Zusammenhänge. Und dabei bin ich immer wieder auf ganz spannende Geschichten und überraschende Erkenntnisse gestoßen.

DAV: Zum Beispiel?

Annegret Becker-Baumann: Zum Beispiel das Horoskop von Leonardo da Vinci, von dem lange Zeit eine falsche Version kursierte. Um das Horoskop korrekt zu berechnen, ist es wichtig, die lokale Tradition zu kennen. Es gab zu seiner Zeit noch keine einheitliche Zeitrechnung. Von Leonardo wurde gesagt, er sei am 15. 4. 1452 „in den Nachtstunden“ geboren. Das bedeutete zu seiner Zeit aber etwas ganz anderes als heute, der Tag begann am Abend ab dem Ave-Maria-Läuten nach der Vesper. Das führt zu dem Schluss, dass nach heutiger Rechnung Leonardo am 14. 4. geboren wurde. Für diese Erkenntnis war es nötig, sich tiefer in die Materie hineinzuknien.

DAV: Wenn man sich näher mit der Geschichte der Astrologie befasst, ist die Renaissance, deren universellster Vertreter Leonardo war, sicher eine besonders prägende und spannende Epoche. Teilst du die Ansicht?

Annegret Becker-Baumann: Auf jeden Fall. Die Renaissance ist das Tor zur Neuzeit, die Wiege unserer Kultur, und es lohnt sich immer, sich damit näher zu befassen. Oder anders ausgedrückt, die Astrologen und Denker der Renaissance sind unsere Ahnen, und, um Goethe zu zitieren, „wohl dem, der seiner Ahnen gern gedenkt.“

Die Renaissance wird der Einstieg bei meinem Vortrag sein. Auch viele der Debatten um die Astrologie, die heute geführt werden, haben in dieser Zeit ihre Vorläufer. Zum Beispiel Luther, der Astrologiegegner und Melanchthon, der Befürworter. An ihren Argumenten hat sich in 500 Jahren nicht viel geändert.

DAV: Und was können wir daraus lernen?

Annegret Becker-Baumann: Sehr viel, vor allem was den Umgang miteinander und die Toleranz angeht. Obwohl die beiden Reformatoren in Sachen Astrologie völlig unterschiedliche Positionen vertraten, haben sie sich sehr geschätzt und in vielen Bereichen hervorragend kooperiert. Davon könnten sich Gegner und Befürworter der Astrologie heute einiges abschneiden. Und es gibt noch andere Geschichten, etwa über Wallenstein und sein Horoskop, über Rudolf II. oder über Heinrich von Rantzau; Geschichten, die zeigen, wie spannend Geschichte sein kann.

DAV: Die Öffentlichkeit, erst recht außerhalb der Astrologie, nimmt wenig davon wahr.

Annegret Becker-Baumann: Das ist leider richtig, und das war ein weiteres Aha-Erlebnis für mich, das mich motiviert hat, noch tiefer in die Geschichte der Astrologie einzutauchen. Ich hatte mich schon früh für den Philosophen, Humanisten und Theologen Nikolaus von Kues interessiert, der sich auch intensiv mit der Astrologie befasst hat. Als ich 1993 sein Geburtshaus besuchte, musste ich erkennen, dass dort sein Bezug zur Astrologie vollkommen ignoriert wurde. Man erzählt uns nur die Hälfte, was nicht in das herrschende Bild passt, wird ignoriert. Das kann ich nicht akzeptieren.

DAV: Bleibst du in Bonn bei der Historie oder schlägst du den Bogen bis in die Gegenwart?

Annegret Becker-Baumann: Natürlich, zumal es auch in der Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit sehr interessante und vielseitige Persönlichkeiten gibt. Ich selbst betrachte mich als Vertreterin der revidierten klassischen Astrologie, wie Thomas Ring sie auf den Weg gebracht hat. An ihm orientiere ich mich, also weg von Determinismus und Fatalismus. Und Thomas Ring war weit mehr als nur ein genialer Astrologe.

DAV: Du deckst selbst ein vielfältiges Spektrum ab. Eine Diplom-Agraringenieurin ist nicht unbedingt die geborene Astrologin. Wie verlief der Weg zu dem, was du heute machst?

Annegret Becker-Baumann: Als ich auf die Astrologie traf, arbeitete ich als Beraterin im ökologischen Landbau. Jahre später habe ich wegen meiner Kinder eine Auszeit im Beruf genommen, ohne zu ahnen, dass es eine Auszeit für immer sein würde. Ich fing nämlich an, mich in der Familienphase intensiv mit der Astrologie zu befassen. 1993 legte ich die DAV-Prüfung ab, während mein Mann im Flur davor den Kinderwagen mit unserem Jüngsten schob.

1996 wagte ich den Sprung, mein Hobby zum Beruf zu machen und machte mich als Astrologin selbständig. Damit war klar, dass ich nicht mehr in den ursprünglichen Beruf zurückkehren würde. In gewisser Weise blieb ich aber der Umwelt treu, denn in den ersten Jahren mietete ich für meine Kurse Räume im Umweltzentrum Hannover an. Seit 2004 habe ich ein eigenes Büro, und zwei Jahre später habe ich ein Ausbildungszentrum eröffnet.

DAV: Gelingt es dir, deinen Schülerinnen und Schülern die Geschichte der Astrologie so nahe zu bringen, wie es deiner Begeisterung für das Thema entspricht?

Annegret Becker-Baumann: Tja, die steht natürlich nicht im Zentrum der Ausbildung, und das Interesse der Schülerinnen und Schüler liegt in der praktischen Anwendung. Aber im dritten Ausbildungsjahr richte ich den Blick auf Nachbarbereiche, und dann wird auch die Geschichte zum Thema.

DAV: Herzlichen Dank, dass du die Geschichte unseres Fachs mit einer solchen Begeisterung vermittelst. Wir freuen uns sehr auf deinen Vortrag im Oktober in Bonn und ich bin sicher, die Begeisterung wird die Zuhörer erfassen.

Das Interview führte Klemens Ludwig.

Über die Referentin

Annegret Becker-Baumann

Annegret Becker-Baumann

E-mail:
Internet: www.astrologie-zentrum-hannover.de

 

 

 

 

Annegret Becker-Baumann, geboren 1952, ist Dipl.-Agraringenieurin der Fachrichtung Gartenbau. Mit der Astrologie beschäftigt sie sich seit 1983, seit 1996 arbeitet sie als selbständige Astrologin, und zehn Jahre später eröffnete sie das DAV-Ausbildungszentrum Hannover. Neben dem Unterricht und der persönlichen Beratung übt sie eine rege Vortragstätigkeit auch als Gastreferentin aus und publiziert zu den Themen, die ihr am Herzen liegen. Annegret Becker-Baumann ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Karen Hamaker Zondag

Foto: © Karen Hamaker-Zondag

Interview vom DAV mit Karen Hamaker-Zondag

„Schnell, schnell“ funktioniert nicht

 

Klemens Ludwig sprach mit ihr über die Besonderheiten des Beratungshoroskops, die gesellschaftliche Akzeptanz der Astrologie und ihren außergewöhnlichen Werdegang.


DAV: Du bist Gast auf unserem Kongress im Oktober in Bonn und sprichst zum Thema „Das Beratungshoroskop als Instrument für Astrologen und Einsteiger“. Was verstehst du darunter? Ist nicht jedes Horoskop ein Beratungshoroskop??

Karen Hamaker-Zondag: Nein, das Beratungshoroskop ist etwas Spezielles, es ist ein modernes Stundenhoroskop für deren Deutung ich die Regeln der modernen Stundenastrologie benutze. Die moderne Stundenastrologie ist in mancher Hinsicht anders als die Klassische Stundenastrologie.

DAV: Zum Beispiel?

Karen Hamaker-Zondag: Uranus, Neptun und Pluto sind ein wichtiger Bestandteil der Deutungspraxis. Sie repräsentieren in der modernen Stundenastrologie die gesellschaftlichen Themen, die über das persönliche hinausgehen. Zudem verzichtet die moderne Stundenastrologie auf sehr eindeutige Zuweisungen und auch die Triplizitätenherrscher spielen keine so große Rolle wie im klassischen Stundenhoroskop. Als Häusersystem benutze ich Placidus.

DAV: Was ist der Ausgangspunkt für ein Beratungshoroskop?

Karen Hamaker-Zondag: Das können verschiedene Anlässe sein, zum Beispiel das Telefonat, in dem eine Frage gestellt wird bzw. ich um einen Auftrag gebeten werde. Oder der Moment, in dem der Klient die Tür öffnet und zu meiner Beratung kommt. Oder der Beginn der Beratung selbst. Nach meiner Erfahrung ist der Moment der Türöffnung, also wenn der Klient erscheint, der günstigste. Er sagt am meisten über das Thema aus, um das es geht.

DAV: Handelt es sich um eine von dir entwickelte Methode?

Karen Hamaker-Zondag: Nein, das ist zu viel gesagt, es ist keine neue Idee. In Deutschland ist die Methode nur nicht so verbreitet, anders als im englischsprachigen Bereich, wo schon lange damit gearbeitet wird. Ich habe sie in meiner Praxis aber weiterentwickelt.

DAV: Die Popularität des Beratungshoroskops in Deutschland wird nach unserem Kongress sicher ansteigen. Was sind denn die Bereiche, in denen du es vor allem verwendest?

Karen Hamaker-Zondag: Man kann es für alle astrologischen Bereiche benutzen. Für eine normale Beratung ist es sehr hilfreich, und besonderes auch wenn man therapeutisch arbeitet. Aber auch in der Wirtschaftsastrologie kann man es gut gebrauchen. In meiner Arbeit für Betriebe erlebe ich ein großes Interesse und eine große Offenheit, wichtige Fragen der Unternehmensführung und –ausrichtung auch unter astrologischen Gesichtspunkten zu betrachten.

DAV: Das klingt überraschend, denn in den gesellschaftlich dominierenden Kreisen ist der Ruf der Astrologie nicht unbedingt besonders gut. Die Wissenschaft hat zumeist nur Polemik für unser Fach übrig.

Karen Hamaker-Zondag: Das kann ich nicht bestätigen. Nach meiner Erfahrung hat sich die Akzeptanz der Astrologie in der Gesellschaft in den letzten zwanzig Jahren erheblich verbessert. Schwieriger geworden sind das Interesse und die Bereitschaft, tiefer in die Astrologie einzudringen. Die nachwachsende Generation bringt nicht genug Geduld für eine fundierte Ausbildung mit, darunter leiden die Schulen. Es soll alles schnell gehen. Kürzlich hat mich sogar jemand gefragt, ob es nicht eine App für die Astrologie gäbe. Aber ‚schnell, schnell’ funktioniert in der Astrologie nicht. Die fundierte Ausbildung ist unerlässlich, wenn jemand tiefer eindringen will.

DAV: Worauf basiert dann aber deine Aussage, dass die Akzeptanz unseres Fachs in der Gesellschaft größer geworden sei?

Karen Hamaker-Zondag: Auf meinen Erfahrungen in anderen Bereichen. Wenn ich heute zu einer Fernsehsendung eingeladen werde, wird damit viel seriöser und positiver umgegangen; ich erlebe keine dummen Versuche mich vorzuführen. Auch Großbetriebe haben eine viel größere Offenheit für die astrologische Sicht zu einer Frage als noch vor zwei Jahrzehnten. Ich wurde zum Beispiel in den Think Tank eines großen Finanzinstituts eingeladen, wo ich mit Philosophen und anderen gesellschaftlich sehr anerkannten Persönlichkeiten neue Ideen und Visionen entwickele. Und auch die Wissenschaftler in dem Rahmen akzeptieren mich als absolut vollwertiges Mitglied und Expertin meines Fachs.

DAV: Du blickst auf eine beeindruckend astrologische Karriere zurück, die alle Bereiche der Astrologie umfasst. Kannst du etwas mehr über deinen Werdegang erzählen?

Karen Hamaker-Zondag: Ich betreibe die Astrologie seit Anfang der 1970er Jahre, aber es ist mir nicht in die Wiege gelegt worden. Ich habe zunächst ein Master-Studium in Geografie, Geologie und Cultural Antropology (Völkerkunde) absolviert. Mein Schwerpunkt war der Umweltschutz bei der Stadt- und Landesplanung, ein Thema, das gerade populär wurde und nichts von seiner Aktualität verloren hat. Während des Studiums habe ich über eine Kommilitonin die Astrologie kennengelernt, die mich sogleich fasziniert hat. Später kam in den USA die Jung’sche Therapie hinzu. Durch sehr konkrete, reale Träume habe ich die Verbindung zwischen der Astrologie und der Jung’schen Therapie erkannt. Das hat mich motiviert, mir Jungs Lehre im Selbststudium anzueignen, allerdings stand ich auch im engen Austausch mit Jungianern in den USA, die mich sehr unterstützt haben.

DAV: Ein naturwissenschaftliches Studium und die Astrologie sind auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Welten. Konntest du mit deinem Studium nach der Hinwendung zur Astrologie noch etwas anfangen oder hast du mit der traditionellen Ausbildung ganz gebrochen?

Karen Hamaker-Zondag: Nein, im Gegenteil, ich konnte sie ganz wunderbar mit der Astrologie verbinden. Durch die Geografie wurde mir die Astro-Kartografie schnell sehr vertraut und zu einem wichtigen Instrument meiner Arbeit. Zudem ist es hoch interessant, die Klimaveränderung und Umweltverschmutzung unter astrologischen Gesichtspunkten anzuschauen und Parallelen zu vergangenen Ereignissen zu ziehen. 1200 Jahre vor Christus hat es ähnliche astrologische Konstellationen gegeben; und große Umweltkatastrophen, die zum Untergang der damaligen Hochkulturen geführt haben. Prof. Eric H. Cline hat dazu ein Buch verfasst, „1177. Der erste Untergang der Zivilisation“. Ich habe astrologische Deutungen dazu beigesteuert. Heute ist es das Phänomen El Nino, das uns durch Klima-Änderungen mehr als vorher bedroht. Solche Zusammenhänge aufzuspüren, interessiert mich sehr. Auch die Entwicklung der EU und der USA sind spannende Themen für die Mundanastrologie.

DAV: Das klingt ganz anders als Jung’sche Therapien. Wie bekommst du so unterschiedliche Bereiche auf einen Nenner?

Karen Hamaker-Zondag: Ich sehe darin keinen Widerspruch. Wir können alle Bereiche des Lebens unter astrologischen Gesichtspunkten betrachten. Insofern betreibe ich mit der gleichen Begeisterung die Individualastrologie, arbeite mit Menschen und finde dabei in der Jung’schen Therapie ein großartiges Hilfsmittel.

DAV: Das wird auch dein Schwerpunkt auf dem Kongress sein. Kannst du uns schon ein wenig verraten, was die Zuhörer von dir erwarten können?

Karen Hamaker-Zondag: Ja, ich werde dort zunächst erläutern, was ein Beratungshoroskop ist. Dazu werde ich mehrere kleinere Beispiele geben. Dann bringe ich ein großes Beispiel, um konkreter zu zeigen, wie es wirkt. Dabei gehe ich auch auf die Transite und deren Auslösungen ein, denn mit einem Beratungshoroskop kann man arbeiten wie mit jedem anderen Horoskop und es ist ungemein spannend zu sehen, wie Transite darauf wirken.

DAV: Herzlichen Dank für deine Erläuterungen zu einer Herangehensweise, die vielen unserer Teilnehmer sicher noch nicht so vertraut ist und den breiten Bogen, den du geschlagen hast, um uns dein astrologisches Spektrum nahezubringen. Wir freuen uns sehr auf deinen Vortrag im Oktober in Bonn.

Das Interview führte Klemens Ludwig.

Über die Referentin

Karen Hamaker Zondag

Karen Hamaker-Zondag


Internet: www.karenhamakerzondag.com

 

 

 

Karen Hamaker-Zondag (1952) hat während ihres Studiums die Astrologie entdeckt und ist heute eine der bekanntesten und gefragtesten Astrologinnen weltweit. Ihre Bandbreite umfasst die Individualastrologie, die sie mit der Jung’schen Therapie verbindet, ebenso wie die Mundan- und Wirtschaftsastrologie. Zudem beherrscht sie die klassischen und vor allem die modernen Deutungstechniken, die sie für ihre Praxis nutzt. Sie ist darüber hinaus nicht nur Beraterin großer Firmen, sondern auch eine engagierte Lehrerin und führt die Astrologieschule Achernar und die Akademie für Angewandte Astrologie in Amstelveen in der Nähe von Amsterdam. Schließlich hat sie über 35 Bücher veröffentlicht, von denen viele auch auf Deutsch erschienen sind. Mehr über ihre Arbeit findet sich auf ihrer Website.

Ilona Picha-Höberth

 Interview vom DAV mit Ilona Picha-Höberth

„Geschichten hören, ist wie sehen im Dunkeln“

 

Klemens Ludwig sprach mit ihr über die Bedeutung von Märchen, deren Verbindung zur Astrologie und den großen Einfluss der Hospiz-Arbeit.

 

DAV: Auf unserem kommenden Kongress referierst du über „Märchen als Lebensskript im Horoskop“. Das klingt interessant, aber auch geheimnisvoll. Kannst du zunächst einmal erläutern, woher deine intensive Beschäftigung mit Märchen rührt? Geht das auf deine Kindheit zurück?

Ilona Picha-Höberth: Das war ein langer Weg, der indirekt in der Kindheit begann. Als Kind haben mich Märchen eher geängstigt. Ich habe den Mond in den Fischen und habe alles mit sehr viel Phantasie wahrgenommen. Den Sinngehalt habe ich damals noch nicht verstanden. Aber mit einer Zwillingssonne war ich natürlich auch sehr neugierig. Wie so häufig stand hinter der Angst auch eine Faszination.

DAV: Und dann hast du die Beschäftigung mit Märchen als Erwachsene wieder aufgenommen?

Ilona Picha-Höberth: Ja, aber nicht sofort. Ich bin zunächst einen ganz traditionellen Weg gegangen. Nach einer Ausbildung zur Diplom Sekretärin habe ich als Chefsekretärin gearbeitet. Damit habe ich die Erwartungen meiner Eltern erfüllt. Ihr Tod bedeutete einen großen Umbruch in meinem Leben.

DAV: Kannst du das näher erläutern?

Ilona Picha-Höberth: Psychologisch war die Verpflichtung vorbei, ihre Erwartungen erfüllen zu müssen. Damit war ich offen für neue Erfahrungen; und die ließen nicht lange auf sich warten, auch wenn sie nie konkret geplant waren. Ich hatte eine Freundin, deren Freund klassischer Astrologe war. Eines Tages erstellte er ohne mein Wissen ein Horoskop für mich und sagte spontan: „Du bekommst nächstes Jahr ein Kind.“ Ich war völlig geschockt. Das passte überhaupt nicht in meine damals sehr chaotische Lebenssituation. Ich fragte mich, wie kommt er nur zu einer solchen Aussage? Hin- und hergerissen zwischen Angst und Neugierde wollte ich schließlich mehr über die Astrologie erfahren, wollte verstehen und vor allem wissen, ob solche Aussagen überhaupt möglich seien.

DAV: Spannende Frage, hatte er recht mit seiner Prognose?

Ilona Picha-Höberth: Auf der physischen Ebene nicht. Ich bekam kein Kind. Seine Prognose basierte darauf, dass Jupiter durch mein fünftes Haus laufen würde. Das hat er ganz klassisch gedeutet.
Völlig daneben lag er aber nicht, denn – ausgelöst durch die Angst, die mir seine deterministische Aussage machte – fing ich an, mich intensiv mit Astrologie zu beschäftigen. Sie wurde mein Kind, mein geistiges, und sie hat mich seit dem nicht mehr losgelassen. Dabei blieb die klassische Astrologie zunächst meine Basis, später habe ich mich jedoch mehr der psychologischen Astrologie zugewandt.

DAV: Mit einer fundierten Ausbildung oder mehr im Selbststudium?

Ilona Picha-Höberth: Zunächst im Selbststudium. Ich traf auf einen Astrologen, der mir sagte, wenn du Astrologie lernen willst, müssen wir zunächst sehen, ob du überhaupt ein Talent dazu hast. Er stellte mir mehrere Aufgaben zur Aufteilung der Tierkreiszeichen, den zugehörigen Planeten, den Aspekten - im Grunde über die gesamte Komplexität des Tierkreises. Er sagte: „Wenn du alles in einer Woche auswendig kannst, hast du das Zeug dazu! Wenn nicht, lass die Finger davon, dann braucht dich die Astrologie nicht!“
Damit tauchte ich in eine Welt ein, die mich nie mehr losließ. Ich war so angetan, dass ich bereits am 4. Tag wieder vor seiner Tür stand und all seine Fragen beantwortete. Mein Lehrer wurde er jedoch nicht – er meinte nur: “Aus dir wird mal was! Jetzt kannst du anfangen zu lernen!“
So beschäftigte ich mich 6 Jahre lang mit klassischer Astrologie. Der Wunsch mit Menschen zu arbeiten wurde in der Zeit immer größer – ich merkte nur, dass mir dazu noch etwas fehlte, nämlich das Verständnis für psychologische Zusammenhänge. Und so entschloss ich mich Ende der 80er Jahre zu einer Ausbildung bei Hermann Meyer in psychologischer Astrologie.

DAV: Das klingt nach einer sehr ausgeprägten Affinität zur Astrologie.

Ilona Picha-Höberth: Auf jeden Fall, die Astrologie hat mich in jeder Weise sehr bereichert. Nicht nur, was meine persönliche Entwicklung betraf. Vor 25 Jahren habe ich auf einem Seminar von Hermann Meyer über Astrologie und Psychosomatik meinen Mann Gerhard Höberth kennengelernt. Seitdem leben und arbeiten wir zusammen.

DAV: Du bist aber nicht nur bei der Astrologie geblieben, sondern wurdest schon bald sehr vielseitig in deinen Aktivitäten.

Ilona Picha-Höberth: Ja, es gab vieles, was mich fasziniert hat, aber ich habe immer auch Verbindungen zur Astrologie geknüpft. Zum Beispiel habe ich einige Jahre in der Hospiz-Bewegung gearbeitet, Sterbe- und Trauerbegleiter ausgebildet und auch Sterbende begleitet. Es war eine intensive Erfahrung mit Menschen, die an einem Punkt waren, an denen man ihnen nichts mehr raten konnte. Diese Erfahrung hat mich sehr geprägt, und ich habe die Grenzen meiner eigenen Beratungsmöglichkeiten ganz anders wahrgenommen. Das habe ich auf die Astrologie übertragen. Ich hatte nicht mehr auf alles eine Antwort und lernte auch wieder auf das Schicksal zu vertrauen.

DAV: Du hast anfangs gesagt, dass auch die Märchen wieder in dein Leben getreten sind. Wie kam es dazu?

Ilona Picha-Höberth: Dabei stand ebenfalls die Hospiz-Arbeit Pate. In Märchen geht es letztlich auch um die großen Lebenskrisen, wie z.B. Sterben und Loslassen. Meine Ausbildungskurse habe ich oft nach archetypischen Märchen und Mythen konzipiert. Aber auch die Astrologie hat die Liebe zu den Märchen in mir wieder geweckt. Ich erkannte, dass beide im Grunde die Sprache der Symbole verbindet und so spürte ich bald, ‚Geschichten hören, ist wie sehen im Dunkel’. 

DAV: Der Untertitel deines Vortrags lautet „Wege aus der Verzauberung.“ Das könnte als Desillusionierung verstanden werden.

Ilona Picha-Höberth: Das wäre ein großes Missverständnis! Das Gegenteil ist gemeint. Wenn im Märchen jemand verzaubert wird, ist er nicht in der Lage, seinen Lebensweg zu gehen. Die Person ist gebannt, verflucht und gefangen in Zwängen. Erst wenn sie befreit wird von dem Zauber, wird sie ganz und heil. Ich habe das selbst erfahren. Mein Fische-Mond steht im dritten Haus, dem Haus der Kommunikation. Ich war also ein sehr stummes Kind. Ich hatte große Ängste, in der Öffentlichkeit zu reden. Die Astrologie (und mein Lieblingsmärchen) lehrten mich, diese Hemmung zu überwinden und zeigten mir auch die nötigen Werkzeuge. Heute lebe ich davon vor Menschen zu sprechen – als Erzählerin, Dozentin und beratende Astrologin.
Märchen können solche Prozesse aufzeigen. Oder, um die große afroamerikanische Schriftstellerin Alice Walker zu zitieren: „Geschichten unterscheiden sich von einem Ratschlag darin, dass sie zum festen Bestandteil unserer Seele werden – daher heilen sie."

DAV: Was dürfen die Zuhörer von dir auf dem Kongress erwarten?

Ilona Picha-HöberthNach der von mir in meinem Buch „Wer küsst Rapunzels Schuh?“ aufgezeigten Methode, werde ich ein Märchen vorstellen und dazu ein Horoskop aus meiner Praxis. Mit diesen beiden Medien werde ich erklären, wie sich die Heldenreise aus dem Märchen – also die Befreiung von Verstrickungen und der Weg zum Selbst – im Horoskop widerspiegelt. Welche Probleme zieht der Held an und wie löst er sie? Wenn wir einen Lieblingshelden im Märchen haben, identifizieren wir uns unbewusst auch mit seinen Handlungen und Verhaltensweisen. Das verrät viel über uns. Der Held, der in einen Frosch verzauberte Königssohn, musste zunächst einmal seine Muster erkennen und hinter sich lassen, bevor er zum wirklichen König werden konnte. Diese Botschaft ist die Basis vieler Märchen; und die der Astrologie!

DAV: Herzlichen Dank für deine Ausführungen zu der spannenden Verbindung von Astrologie und Märchen, die für viele eine große Bereicherung ist. Wir sehen deinem Vortrag im Oktober erwartungsvoll entgegen.

Das Interview führte Klemens Ludwig.

Über die Referentin

Astrologin Ilona Picha-Höberth

Ilona Picha-Höberth

Internet: www.picha-hoeberth.com

Ilona Picha-Höberth, geb. 1957, arbeitet als Künstlerin, freie Erzählerin, Autorin von Märchen- und Sachbüchern sowie als Fotografin. Darüber hinaus ist sie seit Anfang der 1990er Jahre als psychologische und systemische Astrologin tätig. Ihre Ausbildung absolvierte sie bei Hermann Meyer. Gemeinsam mit ihrem Mann Gerhard Höberth leitet sie den CreAstroVerlag in Wasserburg am Inn. In ihrem Buch „Wer küsst Rapunzels Schuh?“ verbindet sie Märchen und Astrologie literarisch.

Sibylle Sulser

 Interview vom DAV mit Sibylle Sulser

„Der Einstieg ist enorm wichtig“

 

Sibylle Sulser, geboren 1952, ist Dipl. Psychologin, Astrologin, Therapeutin und Coach. Sieben Jahre hat sie in England und den USA gelebt, wo sie auch die Astrologie entdeckte. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz eröffnete sie ihre erste Praxis und gründete später eine Schule in Zürich, aus der das IPEI Institut für Persönlichkeitsentwicklung entstanden ist, welches sie bis heute leitet. Hier unterrichtet sie zusammen mit ihrem Lehrerteam Astrologie, Psychologie, Coaching, Gesprächs- und Maltherapie sowie Farbdialog. Darüber hinaus ist sie nach wie vor in ihrer eigenen Praxis und als Fach-Autorin und Referentin im In- und Ausland tätig.

Klemens Ludwig sprach mit ihr über die Bedeutung des Einstiegs in die Beratung, den Sinn von Aspektbildern und ihren Weg zur Astrologie.

 

DAV: Mit deinem Vortrag „Der Einstieg in die Beratung – das A & O zum Erfolg“ wirst du den kommenden DAV-Kongress eröffnen. Dein Titel ist provokant. Bei einer Beratung kommt es doch auf viel mehr an als nur den Einstieg, oder?

Sibylle Sulser: Natürlich enthält das eine gewisse Provokation, aber die ist mir wichtig. Man redet und hört sehr wenig über den Einstieg in die astrologische Beratung, selbst in vielen Ausbildungen scheint dieses Thema eher ein Stiefkind zu sein. Allenfalls wird da und dort in einem speziellen Beratertraining dem Thema Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei ist der Einstieg so enorm wichtig.

Er setzt die Note, und es geht in erster Linie darum, den Menschen, der zu mir gekommen ist, dort abzuholen, wo er steht und ihm aufzuzeigen was er grundsätzlich zur Verfügung hat. Wenn ich das geschafft habe und er sich von mir in seiner Situation gesehen fühlt, ist schon viel gewonnen, insbesondere sein Vertrauen, was ich als Grundlage für eine gute Beratung betrachte.

DAV: Ganz konkret, wie sieht denn dein Einstieg aus? Hast du dafür ein bestimmtes Muster?

Sibylle Sulser: Ja, das habe ich. Ich arbeite bekanntlich vor allem mit der Huber-Methode, und steige deshalb generell über das gesamte Aspektbild mit seinen Aspekt-
Figuren ein. Wenn ich das vor dem Klienten ausbreite, fühlt er sich angenommen und ganzheitlich gesehen, denn im Aspektbild zeigt sich seine innere Lebensmotivation, die er mitgebracht hat und von der er sich niemals trennen kann. In den einzelnen Aspekt-
Figuren, welche das Gesamtbild ausmachen, offenbart sich dann sein Potential. Dabei muss ich betonen, das Aspektbild ist mehr als die Summe der Figuren mit ihren Aspekten. Wir beginnen also grundsätzlich mit einer ganzheitlichen Betrachtung und gehen von dort ins Detail.

DAV: Das Detail, das ihr dann an den einzelnen Aspekten festmacht?

Sibylle Sulser: Nicht ganz, denn das Detail wird an seinem planetaren Schaltkreis, sprich der Aspektfigur, festgemacht. Beim nächsten Schritt geht es dann darum, dem Klienten die Summe der Konditionierung durch seine Umwelt deutlich zu machen; nach den inneren Einflüssen also die äußeren, welche an den Hauptachsen erkennbar sind.

DAV: Das musst du näher erläutern.

Sibylle Sulser: Die Zeichen der zwei Hauptachsen, also AC – DC und MC – IC sind bestimmten Elementen und Temperamenten zugeordnet. Entweder kardinal, fix oder veränderlich und Feuer, Luft, Erde oder Wasser. Dabei kann es Konzentrationen geben, wie doppelt kardinal, fix oder veränderlich. Sie können aber auch gemischt verteilt sein, fix-veränderlich, kardinal-fix, etc. Das ergibt dann die Summe der äußeren Einflüsse, welche den Klienten konditioniert haben. Die Details der Konditionierung finden wir in den besetzten Häusern. Optimal ist es, wenn wir die äußeren und die inneren Einflüsse kombinieren und zu einem harmonischen Ganzen zusammenfassen können. Es ist auch wichtig aufzuzeigen, dass die meist ungeliebte Erziehung stets ein Anreiz zur Entwicklung ist und deshalb nicht abgelehnt werden sollte.

DAV: Du betonst vor allem die Aspekt Bilder und die Achsen. Für viele bilden jedoch die Tierkreiszeichen und Planeten die Grundlage der Astrologie. Welche Rolle spielen sie bei dir?

Sibylle Sulser: Ebenfalls eine große, denn die Zeichen beeinflussen mit ihren Archetypen, Erbanlagen und Temperamenten die Planeten maßgebend mit. Die so ausgerüsteten Planeten setzen dann die Themen, die sie selbst mitbringen entsprechend um. Dabei muss ich aber gleich mit Nachdruck festhalten: Die Umsetzung ist viel differenzierter als die einfache Zuordnung, die selbst in Astro-Kreisen bisweilen betrieben wird, nach dem Motto, „Saturn ist dies…“ und „Mars bedeutet jenes…“. So simpel ist Astrologie nicht und so einfach funktioniert auch die Beratung nicht.

DAV: Du bleibst in deinem Vortrag also nicht beim Einstieg in die Beratung stehen?

Sibylle Sulser: Das wird mein Schwerpunkt sein, aber ich habe darüber hinaus den Anspruch, für die Bedeutung der Beratungskompetenz zu sensibilisieren. Auch wenn manche das als Provokation auffassen könnten, aber ein fachlich guter Astrologe zu sein, bedeutet noch lange nicht, über Beratungskompetenz zu verfügen. Das wird häufig übersehen. Bei uns am IPEI Institut ist beides wichtig. Nur wer bereit ist, sich zu den astrologischen- auch noch die Beratungskompetenzen anzueignen, erhält ein Diplom.

DAV: Wie definierst du das Ziel deiner Beratung?

Sibylle Sulser: Ich möchte dem Gegenüber in der Beratung zeigen, was alles in ihm steckt und was ihm möglicherweise davon noch nicht bewusst ist oder anders gesagt, was das Gegenüber alles weiß wovon es bisher gar nicht wusste, dass es das weiß…

DAV: Deine Zuhörer möchten sicher gern noch mehr über dich erfahren. Wie hast du zur Astrologie gefunden?

Sibylle Sulser: Das war kein direkter Weg. Ich habe zunächst Sozialpädagogik studiert und in diesem Beruf auch gearbeitet. Dann habe ich meinen damaligen Mann nach London begleitet, wo er beruflich tätig war. Ich habe dort an der Universität das Studium der Psychologie und am Crawley College die Ausbildung für Gesprächs- und Maltherapie absolviert. Dabei begegnete ich einer Studentin, die mir viel von der Astrologie und der Verbindung zur Psychologie erzählt hat. Das hat mich sehr neugierig gemacht. Ich wollte die Astrologie näher kennenlernen und habe Grundkurse besucht, die diese Studentin angeboten hat. Sie gehörte zur Schule von Lis Greene und Howard Sasportas. Bei den beiden habe ich dann bis zu meiner Rückkehr weitere Kurse belegt. 

DAV: Das hatte aber vermutlich mit der Huber-Schule wenig zu tun.

Sibylle Sulser: Stimmt, davon wusste ich zur der Zeit noch gar nichts. Nach meiner Rückkehr in die Schweiz nahm ich zunächst meinem Erstberuf Sozialpädagogik wieder auf, bildete Quereinsteiger für diesen Beruf aus und eröffnete nebenbei meine Praxis. Gleichzeitig suchte ich aber auch nach astrologischen Schulen. Ich probierte einiges aus und landete letztlich am Huber-Institut, dessen Hintergrund am besten zu mir passte. Also habe ich dort die Ausbildung weitergeführt und abgeschlossen, was anfänglich schon ziemlich gewöhnungsbedürftig war, da ja meine astrologische „Muttermilch“ klassisch war – was mir bis heute zugute kommt.

DAV: Daraus hat sich offenbar viel entwickelt, denn du zählst heute zu den bekanntesten Vertreterinnen der Huber Methode.

Sibylle Sulser: VielenDank! Ja, ich habe mich unterwegs selbstständig gemacht und
wie gesagt, eine eigene Ausbildungsschule gegründet, die sich zum IPEI Institut für Persönlichkeitsentwicklung gemausert hat und mittlerweile gut etabliert ist. Zudem liebe ich Networking und bin im internationalen Netzwerk der Schulen, welche die Hubermethode vertreten, aktiv. Ich habe mich aber auch mit anderen Methoden-Vertretern und Schulen vernetzt. Wir können uns nämlich gut ergänzen, viel voneinander lernen und so Grenzen auflösen. Ein großes Anliegen von mir!

DAV: Herzlichen Dank für deine Erläuterungen zu den Schwerpunkten der Huber-Methode, vor allem was den Einstieg in die Beratung angeht und auch deine persönliche Offenheit. Wir freuen uns sehr auf deinen Vortrag im Oktober in Bonn.

Mehr zu Sibylle Sulser
IPEI Institut für Persönlichkeitsentwicklung
Praxis Sibylle Sulser
Heidi Treier und Sibylle Sulser, Das heliozentrische Horoskop

Mehr zum DAV-Kongress
DAV-Kongress Flyer 2016 zum Download
DAV-Kongress Programm 2016
DAV-Tickets

Das Interview führte Klemens Ludwig.

Über den Autor

Astrologe Klemens Ludwig

Klemens Ludwig

Tel: 07071 / 76 916 oder 0170 / 407 3981
E-Mail:
Internet: www.astrologie-ludwig.de

Der Publizist und Tibetkundler Klemens Ludwig, geprüfter Astrologe DAV, wurde am 2. Oktober 2015 zum 1. Vorsitzenden des Deutschen Astrologen-Verbandes gewählt. Zusammen mit Daniela Weise verfasste Ludwig das „Große Lexikon der Astrologie“, das eine wesentliche Grundlage für AstroWiki bildete. 1995 erhielt er den Journalistenpreis Astrologie des DAV für seine Bemühungen um eine „objektive Darstellung des Themas Astrologie“.

Den Schatz heben. Astrologische Beratung heute

 

 

Der DAV-Jahreskongress vom

7. - 9. Oktober 2016 in Bonn

 

Den Schatz heben. Astrologische Beratung heute

 

Eine fundierte Beratung zu Lebensfragen aller Art ist das, was die meisten Menschen zur Astrologie bringt. Es ist der Schatz, den die Astrologie anzubieten hat. Doch was macht eine gute Beratung aus? Welche Konsequenzen hat sie für Berater und Klienten? Wie profitieren alle davon?

Wir haben inzwischen ein Programm erstellt, das Antworten auf diese Fragen geben soll.

Den Kern bilden sechs Hauptreferate. Es beginnt am Freitagabend mit Sibylle Sulser aus der Schweiz. Am Samstag werden Annegret Becker-Baumann und Ilona Picha-Höberth weitere Aspekte des Themas vorstellen.
Den Sonntag runden unser „Stargast“ Karen Hamaker-Zondag, Birgit von Borstel und Birgit Lummer ab.

Vier parallele Workshops am Samstagnachmittag mit Kirsten Buchholzer, Monika Heer, Inge Klenk und Eric van Slooten vertiefen die Thematik. Zudem finden am Samstag vier Kurzvorträge statt. Maria Schlicker, Axel Becker, Martin Trosbach und Gabriele Vierzig-Rostek stellen Forschungsergebnisse ihrer Arbeit in komprimierter Form dar.
Und wie Sie es gewohnt sind, spricht ein buntes Begleitprogramm mit der Verleihung des Goldenen Jupiters, einem Astro-Quiz, einer Disco und einer Meditation alle Sinne an.

Die Anmeldung über unsere Homepage ist inzwischen eröffnet. Nutzen Sie den günstigen Frühbucherrabatt!
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

DAV-Kongress Programm 2016
DAV-Kongress Tickets


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Tagungsort und Tagungshotel:

Gustav-Stresemann-Institut (GSI), Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn (Bad Godesberg)
Ihre Zimmerreservierung im Tagungshotel (GSI) ist ganz einfach zusammen mit der Buchung Ihres DAV-Kongress Tickets möglich oder über die DAV-Geschäftsstelle, Telefon 06221 / 18 20 10 !

Abschied von der alten Kongresskommission

In der Kongresskommission haben sich große personelle Veränderungen vollzogen. Bereits vor dem letzten Kongress hatten Gerald Grünauer und Maria Schlicker ihren Rückzug angekündigt. Nach dem Kongress haben auch Anita Ferraris und Christian König diesen Schritt vollzogen.

Kongresskommission
v.l.n.r., Klemens Ludwig, Ute Flörchinger, Maria Schlicker, Gerald Grünauer, Christian König, Anita Ferraris, Gaby Marske-Power, Wolfgang Steven, Martin Trosbach und Daniel Horgos

Alle möchten sich nach dem großen Einsatz der vergangenen Jahre wieder verstärkt eigenen Projekten widmen. Ihnen gilt der große Dank des Verbandes.
Wie konstruktiv dieses Engagement war, zeigt sich in den durchgängig positiven Reaktionen auf die Kongresse der vergangenen Jahre, die vor allem von den am längsten in der Kommission tätigen Mitgliedern Anita Ferraris und Christian König geprägt worden sind. Ihre „Handschrift“ ist ein Vermächtnis an alle Nachfolger. Maria Schlicker gebührt das große Verdienst, seit 2014 eine Tombola auf die Beine gestellt zu haben, die nicht nur den Kongressteilnehmern viel Freude bereitet hat, sondern auch zum finanziell positiven Abschluss beigetragen hat. Gerald Grünauer war mit großem Engagement überall dort zur Stelle, wo Einsatz nötig war. Auch Claudia Schulz hat sich als Vertreterin des Vorstands aus der Kongresskommission zurückgezogen. Sie hat in enger Zusammenarbeit mit Maria Schlicker zum Erfolg der Tombola beigetragen. Zudem war sie eine besonders kreative Kraft, wenn es darum ging, Themen und Titel zu finden. Schließlich hat auch Helen Frisch mit ihrem Rückzug vom Vorsitz die Kongresskommission verlassen. Neben der allgemeinen Koordination der Arbeit hat sie neue Maßstäbe in Sachen Werbung gesetzt – mit dem Ergebnis, das 2015 erstmals seit langer Zeit wieder mehr als 200 Teilnehmer nach Bonn gereist sind. Die scheidenden Kommissionsmitglieder haben versichert, ihre Erfahrung beim nächsten Kongress gern einzubringen. Wir freuen uns darauf, weiterhin auf so bewährte Kompetenz setzen zu können. Noch einmal ein herzliches Dankeschön euch allen!

 

Willkommen der neuen Kongresskommission

Der Vorstand wird in der neuen Kongresskommission durch den ersten Vorsitzenden Klemens Ludwig und den zweiten Vorsitzenden Rafael Gil Brandt vertreten sein. Dabei wird Rafael Gil Brand die Koordination übernehmen.
Weitere Mitglieder sind Gaby Marske-Power und Daniel Horgos. Gaby Marske-Power bringt viel Erfahrung aus anderen Verbänden mit. Sie wird vor allem den kreativen- und Werbebereich verstärken. Daniel Horgos wird seinen Schwerpunkt auf die technische Vorbereitung und Abwicklung legen.
Beide haben sich bereits intensiv auf dem vergangenen Kongress eingebracht, so dass sie kein Neuland betreten. Daniel Horgos hat an der Seite von Christian König die Technik betreut; Gaby Marske-Power stand Darby Costello zur Seite und hat Übersetzungen angefertigt.

Über den Autor

Astrologe Klemens Ludwig

Klemens Ludwig

Tel: 07071 / 76 916 oder 0170 / 407 3981
E-Mail:
Internet: www.astrologie-ludwig.de

Der Publizist und Tibetkundler Klemens Ludwig, geprüfter Astrologe DAV, wurde am 2. Oktober 2015 zum 1. Vorsitzenden des Deutschen Astrologen-Verbandes gewählt. Zusammen mit Daniela Weise verfasste Ludwig das „Große Lexikon der Astrologie“, das eine wesentliche Grundlage für AstroWiki bildete. 1995 erhielt er den Journalistenpreis Astrologie des DAV für seine Bemühungen um eine „objektive Darstellung des Themas Astrologie“.