Sternenbotschaft No. 20

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Sternenbotschaft No. 20

Liebe Leser/innen der Sternenbotschaft,

viele Menschen freuen sich nicht nur auf Weihnachten sondern vor allem auf die Wintersonnenwende, wenn die Tage langsam wieder länger werden. Für die frühen Kulturen war dies ein bedeutender Zeitpunkt und wurde gefeiert. Christian König hat sich dem Thema gewidmet und einen interessanten Artikel darüber verfasst. Lesen Sie über die Hintergründe der Sonnenwende und feiern Sie das Licht.

Frohe Festtage wünscht Ihnen
Ihre Sternenbotschafterin
Antje Zimmerer

Die Wintersonnenwende

Die Zeit um die Wintersonnenwende war in den meisten Kulturen etwas Besonderes und oft auch eine heilige Zeit. Versetzen Sie sich doch einmal in eine Zeit ohne Heizung, ohne künstliches Licht und ohne moderne Thermobekleidung. Kleinere Klimaschwan­kungen bedeuteten, dass man im Winter hungern musste. Vielleicht kann man ver­stehen, dass die Menschen sich freuten, wenn die Tage wieder länger wurden. Bald wird es wieder wärmer. Wenn es am dun­kelsten ist, wird es bald wieder lichter - die Zyklen und Rhythmen der Natur.

Die Winter-Sonnenwende ist eine Zeit des Lichts. Wir versuchen, Licht durch Kerzen in die Welt zu tragen. Und ob zu Hause oder in den Geschäften: überall blinkt jetzt Weihnachts-beleuchtung. In den meisten Kultu­ren (nicht nur im Christentum) feiert man jetzt besondere Licht-Feste.

Das Chanukka-Fest

Chanukka („Weihung, Einweihung“) ist das jüdische Fest zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem 164 v. Chr. Es beginnt jeweils am 25. Tag des Monats Kislew (No­vember/Dezember). Die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, sollte niemals erlöschen. Aber durch die Eroberung der Syrer war nur noch ein Krug geweihtes Öl vorrätig - das reichte gerade mal für einen Tag und für die Herstellung von neuem Öl bräuchte man acht Tage. Aber ein Wunder geschah und das Licht brannte acht Tage lang, solange, bis neues, geweihtes Öl hergestellt worden war. Daran erinnern die acht Lichter des Chanukka-Leuchters. Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis zum Schluss alle acht brennen (oft hat der Leuchter 9 Arme, das 9. Licht ist der „Diener“, mit dem man die anderen anzün­det). Chanukka ist wie Weihnachten ein häusliches Fest: die Familie versammelt sich, die Kinder bekommen Geschenke, nach dem Anzünden der Lichter werden Lieder gesungen und die Chanukka-Geschichte erzählt. Oft gibt es Gänsebraten, weil man das viele Fett auch in den Leuchtern verbrennen kann.

Die Saturnalien

In der Zeit des paganen Roms kannte man die Sonnenwende als „Sol Invictus“ („unbesiegter Sonnengott“) - aber für die Römer war das Hauptfest dieser Zeit die Saturnalien: ein Fest zu Ehren von Saturn, dem Herrscher des Goldenen Zeitalters. Die Saturnalien fanden erst nach 45 v. Chr. als mehrtägiges Fest zwischen dem 17. und 23. Dezember statt, das später bis zum 30. Dezember verlängert wurde. Das Datum geht auf das Gründungsdatum des Saturntempels auf dem Forum Romanum zurück. Es wurde (kommt Ihnen das gerade bekannt vor?) gegessen und geschlemmt, es war schulfrei und man machte sich gegen­seitig Geschenke - und das alles bei Aufhebung der Standesunterschiede. Sklaven wurden an diesem Tag von ihren Herren wie Gleichgestellte behandelt, teilweise wurden die Rollen sogar (scherzhaft) umgekehrt: die Herren bedienten ihre Sklaven.

Das indische Dipavali-Fest

Das Diwali- oder Dipavali-Fest ist ein hinduistisches Lichterfest, das zwar 1-2 Monate vor der Winter-Sonnenwende stattfindet, aber eine ganz ähnliche Bedeutung hat. In Nordindien ist Dipavali gleichzeitig der Neujahrstag. Kernaussage des Festes ist der Sieg des Lichts über die Dunkelheit, des Guten über das Böse und das Erkennen eigener innerer Stärken. Man feiert die Rückkehr der Gottinkarnation Rama in die Haupt­stadt Ayodhya nach 14 Jahren Exil. 14 Jahre lang hatten die Bewohner von Ayodhya auf Feuer und Licht verzichtet. Als Rama wieder in die Stadt einzog, wurden überall Freudenfeuer entzündet. Wichtiges Element dieses Festes heute sind die Lichter. Waren es früher kleine Öllampen (die ans Fenster oder die Eingänge gestellt wurden), sind es heute eher elektrische Lichterketten.

Was auch immer die kulturelle Matrize oder Glaubensüberzeugung war: natürlich haben wir auf der Nordhalbkugel jetzt die längste Nacht des Jahres und der Sonnengott muss kämpfen, um wiedergeboren zu werden.

Zu einer Zeit, als man noch zum Himmel aufschaute (und nicht - wie wir heute - ausschließlich auf Computermonitore mit zweidimensionalen Horoskopen) und Sonne, Mond und Sterne noch die Hauptlicht­quellen waren (mal von den heimischen Öllampen abgesehen), war man sich der Bewegung der beiden Himmelslichter sehr bewusst: dem alljährlichen Tanz von Hell und Dunkel, Licht und Finsternis. Einen Tanz, den Sonne und Mond Jahr für Jahr aufführen. Deswegen kann man die folgenden Zusammenhänge „nur“ am Himmel beobachten - in der Horoskopzeichnung bleiben sie unsichtbar.

                                                  

Das Folgende habe nicht ich beobachtet und festgestellt, ich habe es von Bernadette Brady übernommen.

Der Kampf der Sonne

Wenn Sie an ein und demselben Ort (!) ein ganzes Jahr den Sonnenaufgang beobachten, werden Sie fest­stellen, dass zum Zeitpunkt der Tagundnachtgleichen die Sonne genau im Osten aufgeht (vgl. Abb. 1). Wenn Sie am gleichen Ort bleiben und die weiteren Sonnenaufgänge verfolgen, werden Sie bemerken, dass der Punkt, an dem die Sonne den Horizont schneidet und aufgeht, immer weiter nach Südosten abdriftet. Irgend­wann geht die Sonne scheinbar immer an der gleichen Stelle am Horizont auf - sie scheint stillzu­stehen. Von diesem visuellen Phänomen leitet sich das Wort „Solstitium“ (Sonnenwende) ab - „Sol“ heißt Sonne und „Stitium“ Stillstand.

Früher glaubte man, dass zu dieser Zeit der Sonnengott mit den Mächten der Finsternis kämpfte, die ihn bis in den Süden verfolgten. Damit starb die Sonne - kein Tageslicht, keine Wärme. Der Kampf dauerte drei Tage lang, bis dann endlich Sol Invictus, der unbesiegte Sonnengott, wiedergeboren wurde - aber nicht an der gleichen Stelle. Die Sonne hat sich einen Tacken weiter nördlich siegreich aus den Klauen der Dunkel­heit befreit. Ein Grund zum Feiern!

                

Abb. 1.: Der Sonnenaufgang im Laufe eines Jahres: während der Sommer-Sonnenwende geht die Sonne im Nord-Osten auf, danach passiert jeder weitere Sonnenaufgang immer weiter östlich. Zu den Tagundnacht­gleichen geht die Sonne genau im Osten auf. Danach wandert der Ort des Sonnenaufgangs immer weiter nach Süden. Zur Winter-Sonnenwende geht die Sonne an ihrer südlichsten Position (für diesen Breitengrad!) auf.

Das Geschenk des Mondes

Da in unserer Kultur der Fokus auf der Sonne liegt, haben wir die Rolle des Mondes bei diesem „Kampf mit der Finsternis“ fast vergessen. Die Sonne braucht ein Jahr, um von der Sommer- bis zur Winter-Sonnen­wende ihren Bogen entlang des Horizonts zu malen. Die Mond-Aufgänge benötigen dafür lediglich einen Monat, um den gleichen Bogen hinzulegen (mit kleinen Variationen - abhängig von der Position des Mondes nördlich oder südlich von der Ekliptik). Also benötigt die Sonne 12 Monate, um entlang des Horizonts das zu tun, wofür der Mond nur einem Monat braucht.

Natürlich ist der Mond zur Vollmond-Zeit am hellsten. Wir haben Vollmond, wenn Sonne und Mond sich in Opposition gegenüberstehen, bzw. sich in gegenüberliegenden Tierkreiszeichen befinden. Daher wird der Wintervollmond (wenn die Sonne am Ende des Tierkreiszeichen Schütze bzw. Anfang Steinbock steht und ihren Kampf mit den Mächten der Dunkelheit kämpft) in den Tierkreiszeichen Zwillinge/Krebs stattfinden - und er wird für diesen (!) Ort exakt dort aufgehen, wo die Sonne zur Sommer-Sonnenwende aufging (vgl. Abb. 2 unten).

Der Wintervollmond

Die Stelle am Horizont, wo die Sommer-Sonnenwende stattfindet, ist nicht nur der Ort, an dem die Sonne am stärksten und hellsten scheint. Sie ist gleichzeitig auch der Ort, wo der Mond am längsten über dem Horizont bleibt.

Der Vollmond zur Winter-Sonnenwende steigt am Nachthimmel am höchsten auf und ist länger zu beobach­ten, als jeder andere Vollmond im ganzen Jahr. Gerade in dem Moment, wo die Sonne am schwächsten ist, ist das andere Himmelslicht - der Mond - am stärksten!

Lange bevor wir Menschen anfingen, Kerzen anzuzünden, um die Kräfte der Dunkelheit zu besiegen, die die Sonne zu verschlingen drohten, war und ist der Mond zur Stelle, um ihr zu „helfen“. Jedes Jahr unterstützt er sie mit seinem Licht: er steht höher und länger am Himmel, als zu jeder anderen Zeit im Jahr.

Das Gegenteil trifft natürlich auch zu: Zur Sommer-Sonnenwende (wenn die Tage am längsten sind) geht der Vollmond dort auf, wo die Winter-Sonnenwende stattfinden wird (wo die Sonne am niedrigsten und kürzesten über dem Horizont steht). Wenn also der Mond mit dem Licht kämpft, „hilft“ ihm auch die Sonne (vgl. Abb. 2 oben).

                                                   

Abb. 2.: Sommer-Sonnenwende und Winter-Sonnenwende: Die Positionen von Sonne und Mond (bezo­gen auf einen Breitengrad). 

Was für ein Tanz der beiden Himmelslichter! Wenn Sie also in den nächsten Tagen eine Kerze anzünden oder Ihre Weihnachtsbeleuchtung anknipsen, sind auch Sie ein Teil dieses wunderbaren Tanzes. Sie unter­stützen den Mond dabei, der Sonne zu „helfen“, die gerade mit der Dunkelheit kämpft. Aber in drei Tagen wird sie siegreich wiederauferstehen - versprochen!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben

eine besinnliche Wintersonnenwende und schöne Weihnachtstage.

 

Herzliche Grüße
Christian König

www.christiankoenig.eu

Bildnachweis: Alle Bilder und Grafiken wurden von Christian König erstellt bzw. fotografiert.

 

 

 

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