Die Zukunft unserer Vergangenheit

Menschheitsgeschichte, Heiligtümer, Sterne

Peter Hertel & Tim Gernitz: Die Zukunft unserer Vergangenheit


Bei dem hier vorgestellten Buch handelt es sich nicht im engen Sinne um ein astrologisches; aber um ein Buch, das zum tieferen Verständnis der kulturhistorischen Entwicklung der Menschheit – und damit auch zur Rolle der Astrologie – einen wertvollen, spannenden und bisweilen ungewöhnlichen Beitrag leistet.

Der Journalist Peter Hertel und der Kunsthistoriker Tim Gernitz reisen zunächst 3,7 Millionen Jahre zurück in die Serengeti im Norden von Tansania, wo vermutlich der erste Homo Habilis, der aufrecht gehende Mensch, seinen Ursprung hat. Sie leiten von dort über zu den ersten uns bekannten Heiligtümern der Menschheit in Anatolien oder auf Malta, zu den Sumerern in Mesopotamien, wo sie den Beginn unserer Zivilisation orten, und enden beim modernen Umgang mit den alten Heiligtümern. Dazwischen liegen über 30 spannende Kapitel, in denen die kretische Hochkultur, die Gräber der Etrusker, der Boitiner Steintanz oder die Externsteine fachkundig beschrieben werden, nicht zuletzt aufgrund eigener Reiseerfahrungen. Dabei versuchen sie, wie schon in ihrem ersten Buch „Die Rätsel unserer Vergangenheit“ Phänomene, die (natur)wissenschaftlich zu erklären sind, zu entmystifizieren, ohne dabei alles Geheimnisvolle wegzurationalisieren. Hertel und Gernitz wollen jedoch nicht nur Erkenntnis vermitteln, sondern auch eine klare Botschaft, nämlich den Glauben an den evolutionären Fortschritt. Ihr Credo: „Allen Zweiflern zum Trotz haben die Menschen bis heute mit viel Geist und Kraft, unter ständiger Auseinandersetzung mit verschiedensten Widrigkeiten der Natur und im Kampf gegen Mitbewerber, unsere blühenden Zivilisationen aufgebaut, so, wie wir sie heute vorfinden.“

Ein Vorteil des Buches besteht darin, dass die einzelnen Kapitel in sich abgeschlossen sind. Jeder kann sich also die Themen herausgreifen, die einem besonders spannend erscheinen.

Eine kritische Anmerkung bleibt jedoch aus astrologischer Sicht: Wann immer von Sternenkulten und Sternenbeobachtung die Rede ist, sprechen die Autoren von „Astronomie“. Das ist vermutlich ihrem Bemühen geschuldet, auch in wissenschaftlichen Kreisen Gehör zu finden. Der kulturhistorischen Entwicklung der Menschheit entspricht es nicht, denn die Trennung von „Astronomie“ und „Astrologie“ existiert erst seit der Neuzeit. In den Jahrtausenden zuvor waren Sternenbeobachtung und Sternendeutung eine Einheit. Kein Sumerer wäre auf die Idee gekommen, die Sterne und Planeten zu beobachten, ohne daraus Schlüsse für das Leben auf der Erde zu ziehen. Wenn aber beim Lesen der Begriff „Astronomie“ geistig ergänzt wird durch „Astrologie“, dann handelt es sich um eine ausgesprochen wertvolle Lektüre.

Peter Hertel & Tim Gernitz: Die Zukunft unserer Vergangenheit Brighton-Verlag, Framersheim, 280 Seiten, reich bebildert, 19,90 €. Für Interessierte hier auch die Website von Peter Hertel: www.archiv-hertel.de

Klemens Ludwig

Über den Autor

Astrologe Klemens Ludwig

Klemens Ludwig

Tel: 07071 / 76 916 oder 0170 / 407 3981
E-Mail:
Internet: www.astrologie-ludwig.de

Der Publizist und Tibetkundler Klemens Ludwig, geprüfter Astrologe DAV, wurde am 2. Oktober 2015 zum 1. Vorsitzenden des Deutschen Astrologen-Verbandes gewählt. Zusammen mit Daniela Weise verfasste Ludwig das „Große Lexikon der Astrologie“, das eine wesentliche Grundlage für AstroWiki bildete. 1995 erhielt er den Journalistenpreis Astrologie des DAV für seine Bemühungen um eine „objektive Darstellung des Themas Astrologie“.

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