DAV-Journal

Der Sternenhimmel im Oktober 2014

Was für ein Monat! Es ist Eklipsen-Saison (eine partielle Sonnen- und eine totale Mondfinsternis), Merkur ist rückläufig, Venus hat ihre obere Konjunktion, und auch Saturn wird unsichtbar! Am Sternenhimmel hat der Herbst Einzug gehalten. Man kann nun viele Sternbilder beobachten, weil die Nächte länger werden: Cassiopeia, Cepheus, Andromeda, Pegasus, Perseus und den Walfisch (Cetus).

Wellenastrologie, Brücke ins 3. Jahrtausend

Die Wellenastrologie

Von Hellgard Nitsche

Eine Brücke ins 3. Jahrtausend (Serie, Teil 1)

Was ist die Wellenastrologie? Schwingungen, Wellen, Rhythmen sind Schlüsselworte unserer Zeit. Die moderne Physik betrachtet inzwischen den Kosmos als großes Schwingungsgebilde und bestätigt damit altes esoterisches Wissen.

Wellenastrologie, Horoskop als Schwingungsmodell

Wellenastrologie im Horoskop

Von Hellgard Nitsche

Das Horoskop als Schwingungs-Modell (Serie, Teil 2)

Die Wellenastrologie ist nicht an eine bestimmte astrologische Methode gebunden, sondern dient als Ergänzung für jede astrologische Richtung. Für eine Beratung verwende ich die bekannte Darstellungsart des Horoskops, die traditionellen Analysemethoden und zusätzlich wellenastrologische Methoden, welche ganz neue Denkansätze, Interpretationen und bildhafte Darstellungen ermöglichen.

Horoskopmandala

Wellenastrologie, das Horoskop als Mandala

Von Hellgard Nitsche

Farben und Planeten in der Wellenastrologie (Serie, Teil 3)

Das Wissen um den Zusammenhang von Farben und Planeten ist alt. Bereits im alten Babylon wurden den sieben umgebenden Mauern Planeten zugeordnet. Die Mauern wurden mittels Edelsteinen und Halbedelsteinen in den Planetenfarben verziert. Die Beziehungen zwischen Planeten und Farben wurden intuitiv gewonnen und über die Generationen weitergegeben.

Astrologie in der Kunst

"Die Astrologie hat über Jahrhunderte bedeutende Künstler inspiriert"

Interview mit Klemens Ludwig

Viele bedeutende Maler kannten die Zusammenhänge zwischen Mensch und Kosmos. „In zahlreichen Werken von Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer, Giotto, Raffael, Tizian, Rubens und vielen anderen berühmten Künstlern kann man Zeugnisse astrologischer Symbolik finden“, sagt Klemens Ludwig.

Fabelhafte Astrologie

"Wir Menschen sollten lernen, unseren Gefühlen und Instinkten wieder mehr zu vertrauen"

„Fabelhafte Astrologie“: Interview mit Monika Heer

Moderne Fabeln, verknüpft mit astrologischen Texten – das Buch „Fabelhafte Astrologie“ will 78 Tierkreis-Archetypen zum Leben erwecken. Die Autoren Thomas Künne und Monika Heer möchten mit ihren Texten anschaulich machen, wie sich die Prinzipien der unterschiedlichen Tierkreiszeichen ergänzen. Die Texte können auch als Inspiration oder Denkanstoß bei der Deutung von Horoskopen verwendet werden.

Traditionelle Horoskopdeutung

Traditionelle Horoskopdeutung

Autor: Erik van Slooten


Nach welchem System die Astrologen der Antike gearbeitet haben, beleuchtet Erik van Slooten in seinem neuen Band „Traditionelle Horoskopdeutung“. Neben den klassischen Würden geht er u. a. auch auf die Almuten, Lospunkte und Fixsterne ein.

Das Buch der sabischen Symbole

Das Buch der Sabischen Symbole

Autorin: Gaby Marske-Power

Die Sabischen Symbole sind eine spezielle Form der Gradastrologie. Es handelt sich um 360 prägnante, bildhafte Sätze, die jeweils einem Tierkreisgrad zugeordnet sind.

Mistel: die vom Himmel Gefallene

„Die vom Himmel Gefallene“.
Die Mistel gehört zum Zeichen Wassermann und zum Planeten Uranus

Von Thomas Schmucker

Die Mistel ist eine sehr interessante und außergewöhnliche Heilpflanze. Das Besondere an ihr ist, dass sie nicht – wie die meisten Pflanzen – auf der Erde, sondern auf unterschiedlichen Bäumen wächst. Sie gedeiht in luftiger Höhe und lässt somit ihre Zugehörigkeit zum Luftzeichen Wassermann erkennen.

Zwillingesymbol

Bachblüten für den Zwilling

Von Katrin Röh

Die grundsätzliche Energie der Zwillinge ist geprägt von Kommunikationsfreude, Wissensdurst und geistiger Beweglichkeit. Die Neugier dieses Zeichens lässt das Interesse am aktuellen Geschehen nie ermüden, objektiv und rational werden die Dinge betrachtet und kommentiert. Reiselust, das Sammeln von Informationen und Kontaktfreude sind kennzeichnend. Das, was den Zwilling motiviert, sind seine grenzüberschreitende Wissbegier und der Austausch mit anderen Menschen, wobei sich dieser immer eher auf der intellektuellen Ebene als auf der emotionalen bewegen wird. „Wissen schenkt Sicherheit“ könnte ein Motto der Zwillinge sein, denn natürlich hat dieses Zeichen gemäß seiner Natur mehr als nur ein Motto!


 

Referenten beim DAV-Kongress: Alexander Graf von Schlieffen zeigt, welcher Zusammenhang zwischen dem Geburtshoroskop von Künstlern und ihrem Werk besteht (Serie, Teil 2)

"Astrologie kann man sehen,
nicht nur denken!"

 

 

Alexander Graf von Schlieffen
Alexander Graf von Schlieffen lebt in Berlin und München

Der Raum spielt in der bildenden Kunst eine große Rolle: Egal, mit welchen Motiven ein Maler die Bildfläche füllt, egal, welche Materialien er verwendet – immer wird dabei eine zentrale Frage im Zentrum stehen: Wie geht er mit dem Raum um, der ihm zur Verfügung steht? Alexander Graf von Schlieffen ist DAV-geprüfter Astrologe. Er lebt in Berlin und München, berät Klienten, hat jahrelang Astrologie unterrichtet, schreibt regelmäßig Prognosen für die Frauenzeitschrift „Freundin“, hält Vorträge und tritt in Talkshows auf. Astrologe wurde er im „zweiten Anlauf“, ursprünglich hat er Malerei in Düsseldorf studiert und war Meisterschüler von A.R. Penck. Beim DAV-Kongress vom 3. bis 5. Oktober 2014 in Bonn spricht er über das Thema „Der innere und der äußere Raum – Astrologische Archetypen in Architektur, Kunst und Design“. Die Analogien zwischen Horoskop und Werk können bei Künstlern verblüffend deutlich sein. In diesem Interview gibt Alexander von Schlieffen uns einen kleinen Vorgeschmack, was die Kongressbesucher bei seinem Vortrag erwartet.

 

Ihre Faszination für die Astrologie entwickelte sich, nachdem Ihnen erstmals ein Buch von Thomas Ring in die Hände gefallen war: „Genius und Dämon“, ein mehr als 500 Seiten umfassender Band über Leben und Werk berühmter Künstler und ihre astrologischen Geburtskonstellationen. Der Begründer der Revidierten Klassik gab damit den Anstoß, dass Sie – ebenso wie er – nicht nur Maler, sondern auch Astrologe wurden. Mögen Sie uns schildern, inwiefern die Lektüre von „Genius und Dämon“ Ihnen damals einen neuen Blick auf die Kunst ermöglicht hat?

Nicht auf die Kunst, aber auf die Astrologie, was ja viel relevanter ist, denn ohne die Sprache und die philosophische Vorstellungskraft von Thomas Ring wäre ich vermutlich nicht zur Astrologie gekommen.

 

Als Referent beim DAV-Kongress werden Sie den Blick vor allem auf Künstler des 20. Jahrhunderts richten. Nach welchen Kriterien haben Sie Ihre Auswahl getroffen?

Die Auswahl ist sicherlich persönlich, aber auch an der Intensität der Beispiele orientiert.

 

Ihr Vortrag trägt den Titel „Der innere und der äußere Raum“. Philosophen, Sozialwissenschaftler, Psychologen, Kunsthistoriker, Filmemacher … – über den Raumbegriff in der Kunst lassen sich ganze Bibliotheken füllen, unzählige Fachdisziplinen befassen sich mit diesem Thema. Welchen Beitrag kann die Astrologie hier leisten?

Die Astrologie bietet Lebensarchetypen, die aus der Beobachtung der Beziehung von Zeitqualität und Inhalt abgeleitet sind. Das ist einzigartig und anschaulich zugleich. Im Frühling empfinden wir den Raum, der uns umgibt und den wir erleben ganz anders als mitten im Winter. Das ist fast unverschämt simpel und nachvollziehbar.

 

Mal abgesehen davon, dass die Künstler früherer Jahrhunderte sehr oft auch astrologisch gebildet waren: Wo genau liegt die Schnittstelle zwischen Kunst und Astrologie?

Mich interessiert immer der kulturelle Zusammenhang. Im Werk von Künstlern schlägt sich nieder, was im Horoskop zu sehen ist. Welches Raumgefühl finden wir in den verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte wieder – und wie gehen die unterschiedlichen Maler damit um? In welcher Weise kommen astrologische Faktoren dabei zum Tragen? Diese Fragen haben mich intensiv beschäftigt.

 

Welche Faktoren im Horoskop bestimmen denn Ihrer Meinung nach besonders stark das Raumempfinden?

Das Raumempfinden wird im individuellen Horoskop durch viele Faktoren mitbestimmt. Die zwölf Tierkreiszeichen haben zwölf archetypischen Arten, den Raum zu empfinden, zu betreten und zu erobern. Natürlich gibt es ein „psychologisches“ Raumgefühl: Der Raum, den ein Mensch für sich in Anspruch nimmt und die Art und Weise, wie er ihn gestaltet, ist von entscheidender Bedeutung.

 

Welche Künstler werden Sie beim Kongress vorstellen?

Robert Rauschenberg, Gerhard Richter, Francis Bacon ... Außerdem will ich auf den französischen Maler Balthus und den italienischen Designer Carlo Mollino eingehen, der phantastische Möbel kreiert hat. Und als Kontrast zu den zeitgenössischen Künstlern werde ich über Peter-Paul Rubens sprechen.

 

Der Raub der Töchter des Leukippos 
Der Raub der Töchter des Leukippos“ von Peter Paul Rubens entstand um 1618 (Öl auf Leinwand, 224 cm x 209 cm). Es befindet sich heute in der Alten Pinakothek in München. Rubens (* 28. Juni 1577 in Siegen; † 30. Mai 1640 in Antwerpen) war einer der bekanntesten Barockmaler und Diplomat der spanisch-habsburgischen Krone flämischer Herkunft. Foto: Wikipedia

 

Dann bleiben wir doch gleich mal bei Rubens: Welche Analogien gibt es bei diesem berühmten Barock-Maler zwischen Horoskop und Werk?

Ich muss vorweg sagen: Ich bin kein Rubens-Fan, ich mag lieber die Renaissance-Malerei und die Italiener. Aber am Beispiel von Rubens lässt sich sehr gut erklären, welcher Zusammenhang zwischen Astrologie und Kunst besteht. Rubens hatte die Sonne im Krebs und den Aszendenten im Zeichen Löwe. Dominanz, im Mittelpunkt stehen – das sind typische Löwe-Merkmale. Und was tat Rubens? Er hat fast immer eine zentralistische Bildkomposition gewählt – hier dominiert also das Zentrum, der Mittelpunkt! Bei den Manieristen – Tintoretto z. B. – ist das Zentrum des Bildes oft leer, was die Komposition oft viel spannender macht, weil nicht die Mitte, sondern der Rand besetzt ist.

 

Und Rubens’ Krebs-Sonne zeigt sich in den üppigen Rundungen?

Ja, der Krebs braucht es rund. Und natürlich ist Rubens für seine vielen weichen, runden Formen berühmt. Diese verbinden sich dann miteinander zu einer Gesamtheit, die dominant im Zentrum des Bildes steht.

 

Vielleicht betrachten wir jetzt einen zeitgenössischen Künstler? Gerhard Richter, geboren am 9. Februar 1932 in Dresden, haben Sie in Ihrem Studium persönlich kennengelernt – er lehrte von 1971 bis 1993 an der Kunstakademie Düsseldorf.

Ja, ich habe bei ihm studiert. Gerhard Richter ist doppelter Wassermann – der guckt von oben auf das Geschehen und ist damit der physischen Gegenwart praktisch enthoben. Inhalte waren ihm egal, deshalb hat er mit grauen Bildern angefangen. Grau ist die Aufhebung der Farbe, es ist eine Nicht-Farbe, und wiederum aber sind alle Farben darin enthalten. Grau ist die Aufhebung des persönlichen Gefühls, des Subjektiven und daher die Farbe des Wassermannes.

 

Herr von Schlieffen, Sie sagen, bei Gerhard Richters Werken handele es sich um „simulierte Empfindungen“. Wie meinen Sie das?

In den sogenannten Vermalungen kommt die Indifferenz, die Gleichgültigkeit des Wassermannes zum Tragen. Die Botschaft lautet: „Ich will nichts ausdrücken. Ich male, ohne dass es einen Inhalt, ohne dass es ein Gefühl geben soll.“ Mehr Wassermann geht ja wohl nicht! Gerhard Richters romantischen Seebilder und Naturlandschaften sind realistisch verschwommen, in der Reproduktion wirken sie unheimlich gefühlvoll. Aber wenn man sie im Original sieht, wirken sie kalt. Wer direkt vor dem Bild steht, empfindet es so, als ob eine Glasscheibe davor wäre. Man kommt nicht an das Bild ran.

 

Da Sie ihn persönlich kennen: Wie sieht es denn bei Gerhard Richter zu Hause aus?

Er lebt mit viel Glas, viel Weiß, wenig Farben, er ist sehr kühl eingerichtet. Fast wie in einer Arztpraxis. Der hat fast etwas von einem Chefchirurgen.

 

Welchen Künstler möchten Sie als nächstes astrologisch betrachten?

Carlo Mollino! Er war ein wunderbarer Designer, aber ich stelle immer wieder fest, dass viele Menschen in Deutschland nichts mit seinem Namen anfangen können. Mollino hat mit Holz gearbeitet, und er hatte eine Obsession: Die Formen seiner Möbel leitete er von erotischen Polaroid-Fotos ab. Ein total besessener Typ! Im Design konzentrierte er sich auf organische, weiche, runde Formen – lange bevor die Nierentisch-Ästhetik ihren Siegeszug antrat. Das Erotische war also die Grundlage seiner Entwürfe, seiner Möbel, seiner Einrichtungen!

 

Dann sind wir jetzt gespannt auf das dazu gehörige – vermutlich sehr sinnliche – Horoskop. Carlo Mollino lebte von 1905 bis 1973, geboren wurde er am 6. Mai…

Carlo Mollino war Stier mit Aszendent Waage – also ein stark venusbetonter Typ. Seine Sonne stand im 8. Haus. Wir sehen hier einen Künstler, der besessen war von einer Vorstellung, die er dann – Stier-typisch – auf die Materie, auf Holz, übertrug. Kurz gesagt: Obsession wird stofflich! Die Liebe zu diesem Material lag auf der Hand: Er entstammte einer italienischen Holzfabrikanten-Familie.

 

Vielleicht haben Sie noch ein letztes Künstler-Beispiel?

Gut: Francis Bacon, geboren am 28. Oktober 1909 in Dublin – ein Skorpion, in dessen Radix wir ein großes Kreuz aus Merkur, Uranus, Neptun und Saturn finden, also eine stark spannungsgeladene Konstellation. Seine Bildwelt ist geprägt von Gewalt, Verzweiflung, Zerstörung und dem Versuch, dafür eine ästhetische Auflösung zu finden. Als Skorpion-geprägter Maler geht Bacon immer ins Zentrum, aber er zerstört das Zentrum gleichermaßen. Picasso, ein Skorpion mit Löwe-AC, malte übrigens auch alles ins Zentrum und zerstörte es dort wieder.

 

Geben Sie uns noch einen kleinen Vorgeschmack auf das Thema Architektur und Astrologie?

Ja. Ich habe mal ein Haus in Südafrika fotografiert – und mich auch darin aufgehalten –, das von jemandem gestaltet worden war, der eine Steinbock-Wassermann-Fische-Betonung besitzt. Wie sah dieses Haus aus? Zum Fische-AC und Fische-Mond passt, dass es direkt am Wasser stand. Große Fenster vermittelten den Eindruck, als ob das Meer bis ins Innere des Hauses hineinreichen würde. Aber innen war dieses Haus ganz kühl und klar eingerichtet, in der Gestaltung dominierte die Über-Ich-Struktur des vierten Quadranten. Es mutete so an, als ob jemand mit dieser Architektur eine neutrale, offene und interkulturelle Struktur bereitstellt, die erst von dem zweiten Quadranten der Bewohner mit Leben gefüllt wird.

 

Diese Frage kann ich mir jetzt nicht verkneifen: Wie sehen Sie sich denn selbst als Künstler, astrologisch betrachtet? Als Porträtmaler sind Sie ganz aufs Du konzentriert, das könnte zu Ihrer Sonne in den Zwillingen passen. Und außerdem?

Der Zwilling ist nicht zwangsläufig auf das Du konzentriert, sondern reagiert auf die vielfältigen Impulse aus der Umwelt, was für ein „Du“ mitunter sogar verstörend wirken kann. Mit drei Planeten im Zeichen Stier in Opposition zu Neptun ist mir die Haptik, das Stoffliche eine Brücke in die Welt des Unfassbaren und somit im Zentrum meiner Arbeit. Ein „scheinbarer“ Wiederspruch …

 

Erzählen Sie uns etwas über Ihren Werdegang als Astrologe?

Für Astrologie habe ich mich eigentlich nie interessiert, bis ich dann während meines Kunst-Studiums auf das Buch „Genius und Dämon“ von Thomas Ring stieß. Ich fand es im Regal einer Freundin, die eine ganze Menge astrologischer und esoterischer Bücher besaß. Die Umschlaggestaltung der meisten Titel ließ mich eher zurückschrecken. Nur ein Band fiel mir auf, weil das Cover mich ansprach, und das war eben das Buch „Genius und Dämon“. Ich begann zu lesen – und war erstaunt, wie klug dieser Mann schrieb.

 

Und dann begann – parallel zur Malerei – Ihre Karriere als Astrologe.

Zunächst habe ich alle Bücher von Thomas Ring gelesen, habe seine Witwe besucht, um mir sein Atelier zeigen zu lassen. Dann entschloss ich mich zu einer Astrologie-Ausbildung. Mein Impuls, mich mit Astrologie zu beschäftigen, hatte seinen Ursprung also nicht in dem Bedürfnis nach Selbsthilfe, sondern darin, dass mich die Bücher von Thomas Ring ungeheuer faszinierten und ich ein großes Interesse für das Fachgebiet an sich zu entwickeln begann.

 

Wie ging es weiter?

Ich habe zwölf Jahre lang, von 1996 bis 2008, Astrologie unterrichtet. Zunächst bei Heidi Treier in Köln, wo ich auch meine Ausbildung absolviert hatte. Dann bei Markus Jehle in Berlin, später in Salzburg – und in London bei Liz Greene. Es folgten viele Auslandsreisen mit Vortragsveranstaltungen. Heute verfasse ich Texte für Magazine, schreibe Bücher, gebe Hörbücher heraus, veranstalte einen Astro-Salon in Berlin und berate Klienten. In den letzten Jahren mache ich viel Medien-Arbeit. Bis heute betreibe ich Astrologie aus Freude an der Sache.

 

In Talkshows berichten Sie gern über Ihre Arbeit – auch um Aufklärung zu betreiben?

Wenn die Öffentlichkeit mehr über Astrologie erfahren soll, muss man aktiv nach außen gehen. Ich stelle fest, dass die Akzeptanz inzwischen größer geworden ist als noch vor ein paar Jahren. Neulich habe ich zum Beispiel im Rotary-Club einen Vortrag über Astrologie gehalten. Ich finde es sehr wichtig, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, was seriöse Astrologie wirklich ausmacht.

 

Was entgegnen Sie Skeptikern?

Einem Talkshow-Moderator, der mich fragte, ob Astrologie nicht ein Aberglaube sei, stellte ich eine Gegenfrage: „Glauben Sie an die Farbe Rot?“ Er war völlig verdutzt … Aber das ist ja genau der Punkt: Astrologie hat nichts mit Glauben zu tun, Astrologie ist auch keine Wissenschaft, sondern Astrologie ist eine Kunst. Eine Deutungs-Kunst. Glaube ersetzt Gewissheiten. Wissenschaft schafft Fakten durch Beweise. Kunst schöpft Bedeutung. Drei verschiedene Ansätze. Was bedeutsam ist, muss nicht bewiesen sein. Was bewiesen ist, kann, aber muss nicht bedeutsam sein. Woran man glaubt, das ist eine sehr persönliche Angelegenheit.

 

Als Sie in der NDR-Talkshow in Bremen zu Gast waren, gab TV-Comedian Bernhard Hoëcker sich in der Runde alle Mühe, Ihnen zuzusetzen …

Das war ein typisches Beispiel dafür, wie Menschen Astrologie auf Basis eines Denksystems kritisieren, das ausschließlich auf kausaler Logik und faktischer Beweisbarkeit basiert. Damit kommt man an das Thema nicht heran. Besonders interessant wurde es bei der After-Show-Party. Denn da erzählten alle, welche Beziehung sie zur Astrologie haben, leider nicht vor laufenden Kameras.

 

Und Bernhard Hoëcker?

An ihn richtete ich, nachdem er sich nachhaltig immer weiter ereiferte, die Frage: „Die Skeptiker und die Esoteriker sind sich eigentlich sehr ähnlich, sie verkörpern zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Wissen Sie, wie diese Medaille heißt?“ Er antwortete: „Nein.“ Ich sagte: „Die Medaille heißt - Fanatismus.“ Daraufhin verließ er beleidigt den Saal. Schade eigentlich – wir hatten nämlich noch viel Spaß in der Runde.

 

Finden Sie noch Zeit zu malen?

Ja, die Malerei ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Es sind beides schöpferische Tätigkeiten, die verschiedene Hirnregionen fordern. Ich brauche das Wechselspiel.

 

Haben Sie – auch im Hinblick auf Ihren Vortrag beim Kongress – einen Leitsatz?

Astrologie kann man sehen – nicht nur denken!

 

Im Netz der Beziehungen

Alexander von Schlieffen (* 1964) studierte Malerei in Wien, Frankfurt und Düsseldorf und war Meisterschüler von A.R. Penck. 1990 erhielt er das Max-Ernst-Stipendium für Malerei. Er befasst sich seit 1991 mit Astrologie. Seit 1996 hält er Vorträge und Seminare im In-und Ausland, verfasst Bücher, Hörbücher und schreibt seit Jahren für diverse Zeitschriften. Er lebt mit seiner Familie in Berlin und München.
www.schlieffen-astrologie.de
E-Mail:

Bücher:

„When chimpanzees dream astrology“, CPA Press 2004, www.midheavenbooks.com

„Im Netz der Beziehungen – Die astrologische Sicht auf prägende Beziehungsmuster vom Kind bis zum Erwachsenen“, Chiron Verlag 2013, 146 Seiten, 19,95 €, www.astronova.de

Audio-CDs (erhältlich z.B. bei Amazon):

Astrologie & Leben: Mit den Sternen leben“, Verlag headroom, 2009, 9,90 €
„Astrologie & Leben: 2010, Das große Jahreshoroskop“, Verlag headroom, 2009, 9,90 €
„Astrologie & Leben: Mit den Sternen leben. Die Liebe“, Verlag headroom, 2010, 12,90 €
„Astrologie & Leben: Mit den Sternen leben. Talente“, Verlag headroom, 2010, 12,90 €
„Astrologie & Leben: 2011, das große Jahreshoroskop“, Verlag headroom, 2010, 12,90 €
„Astrologie & Leben: 2012, das große Jahreshoroskop“, Verlag headroom, 2010, 12,90 €
„Astrologie & Leben: 2013, das große Jahreshoroskop“, Verlag headroom, 2010, 12,90 €
„Astrologie & Leben: 2014, das große Jahreshoroskop“, Verlag headroom, 2010, 12,90 €

 


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Zum Kongress-Flyer 2014 (PDF)

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Referenten beim DAV-Kongress: Manfred Magg verbindet Astrologie mit Handlesen
(Serie, Teil 1)

Handlesen: Hände sprechen Bände 

Handlesen und Horoskop: Das ist das Spezialgebiet von Manfred Magg. Der DAV-geprüfte Astrologe und Waldorf-Lehrer lebt in Aichwald bei Stuttgart und bietet in seiner Beratungspraxis eine Kombination von Astrologie und Chirologie an. Wie das funktioniert, erläutert er beim DAV-Kongress in Bonn (3. – 5. Oktober 2014). Als Referent stellt er das außergewöhnliche Leben der US-Pilotin Amelia Earhart vor und schildert, was Hände und Horoskop über die Flug-Pionierin verraten, die 1932 als erste Frau mit einem Flugzeug allein den Atlantik überquerte. Seine umfangreichen Studien fasste er in dem Buch „Hand und Horoskop – was Handlesen mit Astrologie verbindet“ zusammen. Lesen Sie in diesem Interview, wie Manfred Magg bei seiner Arbeit vorgeht – und was die Hände und das Horoskop über den Physik-Nobelpreisträger Albert Einstein verraten.

 

Was betrachtest du bei einer Beratung als Erstes: die Hände des Klienten – oder sein Horoskop?

Ich beginne immer zuerst mit den Händen, denn da sehe ich ohne Zweifel, was ist. Die Hände eines Menschen können viel über seinen Charakter und seine Eigenschaften verraten. Im zweiten Schritt vergleiche ich dann meine Beobachtungen mit den Erkenntnissen, die ich aus der Radix gewinne. In den allermeisten Fällen gibt es signifikante Parallelen zwischen beiden Disziplinen.

 

Nennst du uns ein Beispiel?

Ein langer, kräftiger Zeigefinger steht deutlich für einen überragenden Jupiter-Einfluss. Der kann sich im Horoskop aber ganz unterschiedlich manifestieren: als Aszendent im Schützen als Schütze-Sonne, als starke Betonung des 9. Hauses oder auch durch einen prominent platzierten Jupiter, beispielsweise durch seine Stellung an einer der Achsen.

 

Um die feinen Linien der Hand genau zu analysieren, verwendet Manfred Magg eine Lupe. Foto: MAGG

 

In welcher Art ergänzt das Handlesen die Informationen, die Astrologen einem Horoskop entnehmen können?

Zum Handlesen gehört für mich nicht nur die Deutung der Handlinien. Auch Gesten, Handformen und Fingerformen geben umfangreiche Informationen. Wie bewegt sich der Mensch, wie bewegt er seine Hände? Sehr interessant sind auch die feinen Papillarleisten, jene charakteristischen Linien der Haut, die bei Fingerabdrücken sichtbar werden. Während sich die Handlinien verändern können, verändern sich die Papillarleisten nicht, deshalb werden Fingerabdrücke ja auch zur Feststellung der Identität eines Menschen verwendet.

 

Wie interpretiert man die Papillarleisten?

Die Papillarleisten findet man nicht nur auf den Fingerkuppen, sondern sie durchziehen die gesamte Handfläche. Wenn das Linienbild der Papillarleisten einfacher ist und eine kräftige Struktur aufweist, dann hat man eher eine erdige Grundkonstitution. Wenn man einen eher intellektuell-ästhetischen Menschen vor sich hat, würde man erwarten, dass auch die Papillarleisten viel feiner sind, dabei aber auch deutlich durchgezogen und nicht gepunktelt.

 

Welche Hand ist für die Deutung wichtiger, die linke oder die rechte?

In der Regel schauen wir in Europa beide Hände an und legen den Schwerpunkt auf die rechte Hand, jedenfalls, wenn es sich um einen Rechtshänder handelt. Die linke Hand gibt Auskunft über unsere „Mitgift“, also über unsere Anlagen und unsere Ausgangsposition im Leben, wohingegen die rechte zeigt, was wir aus unserem „Gepäck“ gemacht haben. In der Regel hat man weniger Linien in der aktiven Hand, dort konzentrieren sich die Kräfte. Das Linienbild beider Hände verändert sich im Laufe des Lebens: Einige Linien verschwinden, andere können neu hinzukommen. Auch der Daumen spielt eine große Rolle. Es entscheidet sich mit dem Daumen, was der Mensch aus seinen Anlagen machen kann, wie gut er also in der Lage ist, seine Talente und Fähigkeiten zu verwirklichen. Der Daumen entspricht am ehesten der Sonnen-Energie im Horoskop, im Zusammenwirken mit dem Mars-Potenzial.

 

Albert Einstein
Albert Einstein (1879 – 1955), aufgenommen 1930. Der Fotograf ist unbekannt. Quelle: Wikipedia/ Bundesarchiv

Was fällt dir bei Albert Einstein sofort ins Auge, dessen Hände und Horoskop wir uns gleich anschauen wollen?

Als ich Einsteins Hand zum ersten Mal sah, war ich sehr überrascht. Ich habe gedacht, dass das ein viel intellektuellerer Typ ist als seine Hände zeigen. Man sieht vor allem eine starke Mondbetonung: Die rechte Hand hat einen ausgeprägten, kräftig gerundeten Mondberg. Die Kopflinie läuft nicht gerade durch, was man bei einem sehr rationalen Menschen eher erwarten würde, sondern sie fällt unter dem Mittelfinger – dem Saturnfinger – ab und mündet in den Mondberg. Hier sehen wir also, dass Einsteins überragendem Verstand mit einer ausgeprägten Intuition unmittelbar verknüpft war. Astrologisch finden wir dies in der Wasserbetonung des Horoskops wieder, in seiner Fische-Sonne und seinem Krebs-Aszendenten. Einstein war auch bei all seinen Erkenntnistheorien ein sehr hilfsbereiter Mann. Er hat in den USA Hunderten von Menschen, die vor den Nazis geflohen waren, zu einem Asyl verholfen.

 

 

Woran erkennt man denn ganz besonders gut, dass Einstein eine überragende Begabung hatte?

Die Ringfingerlinie vollzieht in der rechten Hand eine lange Linie hinunter zum Mondberg. Die Ringfingerlinie ist eigentlich eine Nebenlinie, die in der Regel nicht so stark ausgebildet ist. Wenn sie so lang ist wie bei Einstein, spricht das für eine deutliche, besondere Begabung. Bei ihm laufen sogar zwei, drei Linien parallel! Und es kommt noch eins hinzu: Wenn die Ringfingerlinie ganz unten aus dem Mondberg entspringt, hat sie eine Verbindung zu Uranus, was natürlich mit unkonventionellem Denken und Erfindungsreichtum in Zusammenhang steht. Der Mondberg lässt darauf schließen, dass Einstein mit seiner außergewöhnlichen Begabung auch das Potenzial besaß, beliebt zu sein und vom Publikum anerkannt zu werden, denn der Mond repräsentiert immer auch das Publikum.

 

Ein berühmtes Bild zeigt Einstein, wie er die Zunge heraus steckt. Das „Zungenbild" entstand am Rande seines 72. Geburtstags, am 14. März 1951 in Princeton – als Reaktion auf Fotografen, die ihn immer wieder bedrängten. Es wurde zum Popmotiv späterer Generationen. Wie interpretierst du dieses Bild aus chirologischer Sicht?

Nun, man könnte es natürlich astrologisch mit Uranus in Verbindung bringen.

 

Einstein soll sich wenig darum geschert haben, was andere über ihn denken...

Er war schon als Kind nicht immer der Fleißigste, auch Dozenten haben sich manchmal darüber beklagt. Seine Kleidung war unordentlich, und seine Frau hat ihn mitunter gekämmt, weil er das sonst vergessen hätte. Er hat einmal sogar eine Rede gehalten, dabei trug er nur an einen Fuß eine Socke, der andere steckte nackt im Schuh. All dies bringe ich eher mit seinem ausgeprägten Mondberg in Verbindung, der zeigt eine Neigung zur Bequemlichkeit, zum Phlegma, was wiederum mit seiner Wasser-Betonung im Horoskop korrespondiert.

 

Albert Einstein Horoskop
Albert Einstein: 14. März 1879, 11.30 Uhr LMT, Ulm

Trotz seiner Nachlässigkeit war er überaus erfolgreich.

Freunde berichteten, dass er sich exzellent konzentrieren und mit einem Problem lange beschäftigen konnte. Damit hat er sicher manches kompensiert. Der Krebs-Aszendent symbolisiert ja schon eine gewisse seelische Fülle. Aber Mars steht erhöht im Steinbock im 7. Haus. Dieser Mars herrscht über Einsteins Saturn-Merkur-Konjunktion im Widder und im 10. Haus, und Saturn herrscht wiederum über Mars – eine sehr schlagkräftige Rezeption. Bei Einstein finden wir also gleichermaßen das mondhaft Launische wie auch das geistig klar Strukturierte.

 

 

 

Und wo sehen wir die Saturn-Merkur-Kraft in Einsteins Händen?

Die Saturn-Energie wird vom Mittelfinger repräsentiert. Ist der Mittelfinger dominant, liegt eine Saturn-Betonung vor. Auf den ersten Blick sieht man, dass der Mittelfinger der rechten Hand bei Einstein sehr aufrecht steht – der Mensch hat dann eine ausgeprägte Struktur-Kraft. Finger stehen immer für Geist und Vorstellung, die Handfläche mehr fürs Seelische und Physische. In Einsteins linker Hand wiederum findet man die Merkur-Betonung, welche sich in einem ausgeprägten kleinen Finger zeigt. Von einem stark gestellten Merkur in der Hand spricht man, wenn der kleine Finger besonders lang ist – also bis über die oberste Knickfalte des Ringfingers herausragt – und das ist hier der Fall.

 

Eine Saturn-Merkur-Betonung spricht ja immer auch für eine wissenschaftlich-analytische Begabung.

Sicher. Und Merkur steht ja auch für Kommunikation generell. Interessant ist, dass Einsteins Kommunikation am besten über das gemeinsame Musizieren funktionierte, vor allem liebte er Bach und Mozart. Von Einstein wird übrigens gesagt, er sei Linkshänder gewesen. Aber wenn er Geige spielte, hielt er den Bogen in der rechten Hand. Er schrieb mit rechts, er hielt die Pfeife rechts. Er ist also zumindest Beidseiter. Vermutlich ist er als Linkshänder geboren, hat die rechte aber vielseitig benutzt. Bei Linkshändern muss man immer beide Seiten in Betracht ziehen. Was sehen wir bei Einstein? Die linke Hand hat viel mehr Linien als die rechte, was sie als nachrangig erscheinen lässt.

 

Albert Einstein Hände
Albert Einsteins Hände – aus der Kollektion der Berliner Handleserin Marianne Raschig, die zwischen 1924 und 1935 eine Sammlung von Handabdrücken anlegte.

Schauen wir uns Einsteins Handlinien genauer an. Was kannst du uns über seine Lebenslinie, seine Kopflinie und seine Herzlinie erzählen?

Konzentrieren wir uns zunächst noch einmal auf Einsteins Kopflinie, denn sie hat, abgesehen von der Verbindung zum Mondberg, noch eine weitere Besonderheit: Ihr Beginn – zwischen Daumen und Zeigefinger – ist losgelöst von der Lebenslinie. Bei den meisten Menschen ist das nicht so. Das heißt, er war schon sehr früh geistig selbstständig. Das sind Menschen, die sich schnell entscheiden, die selbstbewusst handeln. Die Kopflinie von Einstein ist überhaupt relativ lang. Manche Kopflinien gehen nur bis zum Ringfinger, bei ihm geht sie deutlich darüber hinaus.

 

Einsteins Kopflinie gabelt sich am Schluss – was bedeutet das?

Das nennt man die Schriftsteller- oder Psychologen-Gabel. Sie sagt grundsätzlich aus, dass der Mensch in der Lage ist, die Dinge immer von zwei Seiten anzuschauen, es fällt ihm leicht, die Perspektive zu wechseln. Diese Fähigkeit ist sowohl bei Schriftstellern als auch bei Psychologen von Vorteil, aber natürlich auch bei Menschen wie Einstein, die als Forscher in ihre Betrachtung immer mehrere Faktoren mit einbeziehen. Abgesehen davon war Einstein zwar kein Schriftsteller, aber er hat natürlich in seinem Leben sehr viel schriftlich niedergelegt. Einsteins Gabel ist übrigens sehr stark ausgeprägt, meistens sind die Gabeln kürzer.

 

 

Hauptlinien einer HandDie Hauptlinien einer Hand: Senkrecht unter dem Mittelfinger verläuft die Schicksalslinie. Die Lebenslinie bildet eine Rundung um den Daumen, die Herzlinie entspringt der äußeren Handkante und zieht sich durch das obere Drittel der Handinnenfläche in Richtung Zeigefinger. Unter der Herzlinie, im Mittelfeld der Hand, sieht man die Kopflinie. Grafik: © Manfred Magg

Planetkräfte und ihre Zuordnung

Planetenkräfte und ihre Zuordnung: Kleiner Finger = Merkur, Ringfinger = Sonne, Venus/Waage, Mittelfinger = Saturn, Zeigefinger = Jupiter, Daumen = Mars (und Sonne, hier nicht abgebildet). Das Venus-Stier-Prinzip (2. Haus) symbolisiert der untere Daumenberg, das Mars-Prinzip der obere Daumenberg. Neptun ist unter der Schicksalslinie positioniert. Das Mond-Prinzip sehen wir im Mondberg, jener Wölbung, die sich im unteren Drittel der äußeren Handkante befindet. Uranus bildet den Abschluss des Mondbergs. Senkrecht unter dem kleinen Finger, zwischen Herz- und Kopflinie, erkennen wir die Pluto-Energie. Grafik: © Manfred Magg

 

 

 

Und was sagen die Hauptlinien generell in Einsteins Hand aus?

Grundsätzlich sieht man, wenn man die Hauptlinien in der Hand betrachtet, schnell die Dominanzen: Wo liegt das Hauptgewicht – im Fühlen, im Denken oder im Wollen? In der Herzlinie, Kopflinie, Lebenslinie? Bei Albert Einstein ist die Herzlinie sehr unruhig, aber die Kopflinie und die Lebenslinie sind deutlich stärker, konsequenter gezeichnet. Einstein war ein genialer Physiker. Was jedoch sein Liebesleben betrifft, so gab es in der Tat einige Unruhe. Seine erste Frau hat er mit zwei Kindern sitzenlassen, seine zweite Frau blieb an seiner Seite, obwohl er neben ihr diverse Freundinnen hatte. Diese kleinen Zweigchen, die wir an seiner Herzlinie sehen: Das sind alles Flirts. In seiner Biografie schreibt er, dass der Mann ja sowieso nicht zur Monogamie geschaffen sei.

 

Wofür steht die linke Hand, wofür die rechte?

Die linke Seite steht generell mehr für das Innenleben, die Seele, die rechte Hand mehr für das Öffentliche, Berufliche.Die linke repräsentiert nicht nur das Innenleben eines Menschen, sondern u. a. auch die Mutter. Bei den Handlesesitzungen ist es mir wichtig, die Bewegungen des Gegenübers wahrzunehmen und mich in den anderen einzufühlen. Wo gibt es Verspannungen, wo fühlt sich jemand festgehalten, wo wünscht jemand einen Wechsel? In meinen Beratungen lese ich zunächst eine Stunde rein aus der Hand. In der zweiten Stunde bespreche ich dann das Horoskop und erstelle meist eine Jahresvorschau, die sich aber auch auf die Hand stützt und somit die astrologische Aussage erweitert.

 

Man kann aus den Händen eines Menschen nicht nur Informationen über die Eltern ablesen, sondern sogar auch einen Blick in die Ahnenreihe werfen. Kannst du uns das näher erläutern?

Links schaut man in die Familie der Mutter, rechts in die Familie des Vaters. Ist die Herzlinie der linken Hand zum Beispiel sehr zerrissen, so sprechen diese Unterbrechungen für Beziehungsabbrüche bei den mütterlichen Vorfahren. Ist die Kopflinie der rechten Hand sehr unruhig, so könnte dies zum Beispiel auf Kopfverletzungen oder Hörprobleme in der väterlichen Linie hinweisen. Allerdings ist es bei der rechten Hand schwieriger, zum Vater und seiner Erblinie zurückzuschauen, weil die rechte Hand – bei Rechtshändern – jene Hand ist, die zeigt, wie der Mensch sein Leben selbst gestaltet und anpackt. Da sich die Linien in der aktiven Hand im Laufe der Zeit meist mehr verändern als in der passiven, ist ein Rückschluss in Bezug auf das väterliche Erbe nicht immer möglich. Besteht ein deutlicher Kontrast in der Außenhandform zwischen rechts und links, sind die Eltern meist schon von ihrer körperlichen Konstitution her sehr unterschiedlich.

 

Kann man aus den Händen ablesen, ob die Vorfahren eher handwerkliche oder eher intellektuelle Berufe ausübten?

Ja. Man schaut: Ist es mehr eine Flächenhand oder eine Fingerhand? Sind die Finger eher lang und ist die Kopflinie stark ausgeprägt, waren die Vorfahren vermutlich eher gebildet. Sind die Hände kräftig und breit, sind es eher Macherhände. Alles, was in die Breite geht, geht ins Materielle, Gestalterische. Ist die Länge betont, handelt es sich um eine Vorstellungs- und Bewusstseinshand und damit um ein entsprechendes Erbe.

 

Worauf vertraust du mehr: auf die Hände oder auf das Horoskop?

Ich vertraue zuallererst auf die Hände, denn da sehe ich, was ist und was sich bis jetzt entwickelt hat. Die Astrologie hat ihre Aussagegrenzen. Im Horoskop kann man nur schwer erkennen, was der Mensch aus seinen Anlagen gemacht hat. Die Hände geben darüber jedoch wesentlich besser und schneller Auskunft.

 

Die beiden kleinen Finger von Einstein wirken sehr unterschiedlich. Was bedeutet das?

Der linke kleine Finger ist leicht konisch, er verjüngt sich zur Spitze hin. Der rechte kleine Finger dagegen ist viel klobiger. Der linke kleine Finger ist sehr lang, das oberste Fingerglied außerdem länger als das unterste. Die konische Fingerkuppe zeigt, dass Einstein über eine gute Intuition verfügte.

 

Wie deutest du kurze oder lange, schlanke oder kräftige Finger?

Kurze Finger deuten auf einen impulsiven Menschen hin, der schnell handelt und wenig Geduld hat. Menschen mit langen Fingern lieben Details und sind eher langsam. Wenn die Knöchel verdickt sind, was bei langen Fingern öfter der Fall ist, dann besitzt dieser Mensch viel Liebe zum Detail und verfügt über eine analytische oder mathematisch-philosophische Begabung. Lange und schlanke Finger sehen wir bei Menschen, die eher vorstellungsbetont sind, gut wahrnehmen können und oft einen Sinn für Ästhetik haben. Kräftige Finger weisen auf einen Charakter hin, der insgesamt belastbarer ist, mehr Kraft hat, eher materiell orientiert ist und das Reale schätzt. Man sieht manchmal, dass Menschen eigentlich eine robuste Grundkonzeption haben, aber nicht in einem praktischen Beruf tätig sind, sondern sich hauptsächlich vorstellungsbetont betätigen. Diese Menschen sollten sich einen Ausgleich suchen – im Handwerk, im Garten oder im Sport. Es hängt aber auch immer davon ab, wie kräftig, gespannt, robust, hart oder weich die Hand ist.

 

Worüber geben uns die Fingernägel Auskunft?

Fingernägel sind Schaufenster. Sie werden oft zur medizinischen Diagnostik verwendet – Heilpraktiker zum Beispiel tun das. Die Nagelmonde sollten auch rund sein, sie sagen etwas über die Durchblutung aus. Wenn jemand keine oder kleine Nagelmonde hat, spricht das für einen schwachen Kreislauf. Die Struktur der Nägel ist auch wichtig: Rillen sind Zeichen von Verschlackungen, da würde eine Blutreinigung helfen. Oft hat der Mittelfinger besondere Rillen, das hat dann mit Verdauungs- und Ausscheidungsproblemen zu tun. Manchmal hat der Daumennagel Dellen, wenn man eine Grippe hinter sich hat, denn er hat eine Beziehung zum Kopf und zum Kopfstoffwechsel.

 

Krankheiten machen sich also auch in der Hand bemerkbar...

Ja , bereits beim Händedruck spürt man da manches. Ist der Daumenberg weich, hart, elastisch? Der Daumenberg sagt viel über die Lebenskraft aus und über das Potenzial, was man hat. Wer ausgelaugt ist, dessen Daumenberg wird weicher. Nach einer Kur wird er wieder härter oder kräftiger.

 

A propos Daumenberg: In welchem Bogen schwingt sich Einsteins Lebenslinie um den Daumenberg?

In der rechten Hand sieht man deutlich einen schönen, runden, großen Bogen. Das ist Einsteins Lebensumfeld – groß und weit. Das sind Menschen, die die Enge nicht mögen und das Potenzial haben, einen weiten Bogen in die Welt zu vollziehen. Bei manchen ist der Bogen relativ dicht am Daumen, das sind Menschen, die gern in der Heimat bleiben und die auch nicht so gern viele Gäste im Hause haben. Sie verausgaben ihre Lebenskräfte nicht zu sehr. Der Daumenberg entspricht ungefähr dem 2. Haus. Da lässt sich viel ablesen, was die Sicherheiten angeht, die Finanzen, den Körper, die Materie.

 

In deinem Buch „Hand und Horoskop“ schreibst du,, dass Chirologen aus der Hand Erkenntnisse über das spätere Bildungsniveau eines Menschen oder über dessen charakterliche Reife ableiten können, was mit astrologischen Mitteln so nicht möglich ist.

Nun, je nachdem, wie die Hauptlinien gezogen sind, können wir Aussagen über die Grundentwicklungslinie des Menschen formulieren. Wie verästelt verlaufen Linien, wie gestrichelt sind sie? Wenn jemand relativ wenige Linien besitzt, die sauber durchgezogen sind, wird dieser mit großer Wahrscheinlichkeit konzentriert seinen Weg gehen und erfolgreich sein. Das ist zum Beispiel bei US-Präsident Barack Obama der Fall. Wer sich auf das konzentrieren kann, was für ihn wesentlich ist, kann im Leben eine Menge erreichen. Wenn jedoch alles zerfasert ist, fällt es dem Menschen deutlich schwerer, eine Linie in sein Leben zu bringen. Und das kann man im Horoskop nicht so deutlich sehen. In der Hand siehst du das aber sofort!

 

Hand und Horoskop

Manfred Magg (* 1950), Diplom-Ingenieur (FH) und Pädagoge, arbeitet seit 1979 als Waldorf-Lehrer. Nach einer Ausbildung bei Ernst Ott und Eva Stangenberg legte er 1995 die DAV-Prüfung ab. In seiner Beratungspraxis in Aichwald bei Stuttgart kombiniert er seit über 20 Jahren Handlesen mit Astrologie. Seine Studien und Erfahrungen fasste er in dem Buch „Hand und Horoskop“ zusammen (Chiron Verlag, 256 Seiten, 18 €, erhältlich bei www.astronova.de). Manfred Magg ist verheiratet und hat drei Kinder.

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