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Referenten beim DAV-Kongress: Ernst Ott spricht über Astrologie und
Kartenlegen (Serie, Teil 3)

Tarot – Spiegelbild der Seele

 

Astrologe Ernst Ott
Ernst Ott unterrichtet Ausbildungsklassen in München, Karlsruhe und Haigerloch/Württemberg. In seinen Beratungen kombiniert er öfter
Astrologie mit Tarot.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Darum sind Tarot-Karten für Ernst Ott, der in drei Städten Süddeutschlands Astrologen ausbildet, eine wertvolle Ergänzung zum Horoskop. Das Tarot-Deck besteht aus 78 Motiven, deren Symbole die Archetypen aller Menschen verkörpern. Wie Wesen aus Märchen und Mythen, so sprechen auch die Tarot-Szenen eine vielschichtige Sprache, die es zu entschlüsseln gilt. Das Deck enthält 56 Karten, die zu den „kleinen Arkanen“ gehören und 22 Karten, welche den „großen Arkanen“ (oder „Trümpfen“) zugeordnet werden. Beim DAV-Kongress in Bonn (3. bis 5. Oktober 2014) berichtet Ernst Ott unter dem Titel „Jetzt bin ich im Bild!“, wie gut sich Astrologie und Tarot ergänzen. 1950 geboren in Winterthur, war Ernst Ott zunächst als Lehrer in der Schweiz tätig, bevor er 1980 nach Karlsruhe zog, wo er sich als Astrologe selbstständig machte. 1990 eröffnete er eines der ersten Ausbildungszentren des Deutschen Astrologen-Verbandes in Deutschland. 2003 gründete er zusammen mit Hajo Banzhaf, Brigitte Theler, Susanne Zitzl und anderen in München den Tarotverband e.V.

 

Warum „funktioniert“ Tarot?

Auf geheimnisvolle Weise wissen die Karten, was gerade jetzt konkret ansteht. Die Hand des Klienten zieht unbewusst die richtige Karte, es ist, als ob der Tarot die Antwort kennt, nach der der Mensch sucht. Der Tarot als Augenblicks-Orakel ergänzt optimal die Astrologie.

 

Also muss man an den Zufall glauben?

Vielleicht geht man eher davon aus, dass mir die Karte nicht ohne Grund „zufällt“. Dass ich ausgerechnet jetzt diese Karte ziehe, das will mir etwas sagen. Die 78 Tarot-Karten sind wie ein „Traummuster“ der Menschheit. Bevor wir überhaupt beginnen, die Karten zu mischen, kennen wir diese 78 Szenen bereits, denn aus unseren Träumen sind uns die Urgestalten vertraut, die uns im Tarot begegnen, auch wenn sie uns vielleicht zuvor in anderen Kostümen begegnet sind. Die Tarot-Karten sind direkt, schonungslos, märchenhaft und trostreich wie unsere Träume, wie unser Innenleben. Ebenso wie die Planeten in einem Horoskop stellen die Karten archetypische Symbole dar. Man stößt auf einen bestimmen Archetypus, um sich mit ihm auseinanderzusetzen.

 

Reicht es nicht aus, das Horoskop zu deuten? Welchen Vorteil bringt es, zusätzlich den Tarot zu befragen?

Die astrologische Beratung nutzt vor allem das Mittel der Sprache: Alles geht über das Wort. Aber der Tarot bringt ein Bild ins Spiel. Bilder sprechen den Menschen unmittelbar auf der Gefühlsebene an. Es ist viel gewonnen, wenn es uns gelingt, das Unbewusste zu erreichen. Vieles an uns ist irrational, triebhaft und unterliegt nicht der Verstandeskontrolle. Wenn man einem Menschen ein Bild vorlegt, entwickelt er Assoziationen dazu. Vielleicht erinnert er sich an etwas in seinem Leben – vielleicht reagiert er unwillkürlich auf das Symbol und beginnt, es selbst zu deuten. Bilder sind daher eine Hilfe, den Klienten mehr mit einzubeziehen. Der Tarot kann gut vertiefen, was der Astrologe im Horoskop sieht.

 

Schildern Sie uns, wie so etwas konkret abläuft?

Nehmen wir an, ein Klient kommt in die Beratung, weil er oft das Gefühl hat, den Kürzeren zu ziehen. Er fragt sich: Wie kann ich mich besser durchsetzen? Als Astrologe schaue ich mir zuerst an: Was sagt der Planet Mars im Horoskop? Welche Anlagen sind diesem Menschen mitgegeben, seine Interessen zu vertreten? In welchem Lebensbereich kann er seine Durchsetzungskraft besonders gut entfalten? All dies kann ich mit dem Klienten besprechen.

 

Und dann bitten Sie den Klienten, eine Karte zu ziehen?

Ja, denn der Tarot – oder, besser gesagt: das Unbewusste – weiß, was ich als Nächstes in dieser Situation konkret tun kann, um mein Mars-Potenzial zu stärken. 78 Karten bieten 78 Strategien an. Sobald die Karte gezogen ist, schauen wir sie gemeinsam an. Ich schalte mich nicht gleich ein, sondern halte mich zuerst einmal zurück und frage: Was sehen Sie in dieser Karte, was fühlen Sie, woran erinnert es Sie? Der Tarot ist ein Augenblicks-Orakel, es gilt für die nächsten Wochen nach der Sitzung.

 

Bube der Kelche
Bube der Kelche 

„Wie kann ich mich besser durchsetzen?“ – Deuten Sie für uns beispielhaft eine Tarot-Karte als Antwort auf diese Frage?

Als Antwort zieht der Klient beispielsweise die Karte „Bube der Kelche“ (siehe Abbildung). Da hält ein Mann einen Kelch in der Hand, in dem sich ein Fisch befindet. Was bedeutet das nun? Vielleicht sagt der Klient: Der Typ sieht aber gar nicht so durchsetzungsfähig aus! Dann kann ich sagen: Nicht jeder muss seine Durchsetzungskraft mit Fäusten unter Beweis stellen. Diese Karte zeigt mir, ich soll es mit meiner Intuition tun. Der Fisch steht für die Intuition, die Kelche für das Wasserelement, das den Gefühlen zugeordnet ist. Man kann sich auch mit Empathie durchsetzen! Ich spüre, welche Methode ich jetzt brauche, um diesem Gegner Paroli zu bieten.

 Und was bedeutet es, wenn ich nicht den „Buben der Kelche“, sondern das „As der Schwerter“ ziehe?

Das „As der Schwerter“ ist, astrologisch gesehen, eine „Luft“-Karte. Luft hat mit Kommunikation zu tun, mit Geisteskraft. Dann wäre die Auskunft natürlich, dass ich mich mit klaren Argumenten und klugen Worten durchsetzen soll. Das „As der Schwerter“ sagt mir: „Nutze deinen Verstand, deine Kommunikationsgabe, es gibt etwas zu klären!“

 Was fasziniert Sie am Tarot am meisten?

Am meisten fasziniert mich, dass beim Tarot die Aussage überzeitlich und überpersönlich ist. Bei Gemälden alter Meister muss man als Betrachter die mythologischen Figuren entschlüsseln können, aber beim Tarot versteht man die Aussage auch so. Die Symbolkraft der Motive ist ähnlich stark wie bei Figuren aus der Märchenwelt. Der Psychoanalytiker C. G. Jung schuf den Begriff des „Kollektiven Unbewussten“. Das psychische Erbe der Menschheitsgeschichte drückt sich in Bildern aus, zu welchen jeder Mensch einen Zugang finden kann.

 

Sie haben sich intensiv mit der Geschichte des Tarot befasst. Welchen kulturgeschichtlichen Hintergrund haben die Symbole eigentlich? Wo liegen die Ursprünge?

Man könnte ganze Bücher schreiben, um archäologisch und kunsthistorisch die einzelnen Tarot-Motive zurück zu verfolgen. Der Tarot enthält Motive aus der christlichen Welt, aus heidnischen Traditionen, ebenso aber auch neu geschaffene Motive. Auf vielen Tarot-Karten sind Szenen zu sehen, die es als Einzelmotive schon seit Urzeiten gibt. Aber die Zusammenstellung ist die eigentliche Schöpfung. Einige Symbole gab es weder in der humanistischen Bildung noch in der christlichen Tradition. Manches könnte auch aus dem Schamanismus kommen. Durch meine Studien komme ich zu dem Schluss, dass fast alle der 22 Motive der „großen Arkanen“ etwa ab 500 vor Christus in der abendländischen Kultur präsent waren, wenn auch jeweils in zeitspezifischer Einkleidung.

 

Und wann tauchten die Tarot-Karten überhaupt zum ersten Mal auf?

Im 14. Jahrhundert nach Christus tauchten die „kleinen Arkanen“ zum ersten Mal in den geschichtlichen Quellen auf. An oberitalienischen Fürstenhöfen des 15. Jahrhunderts wurden dann die ersten Trumpfkarten, die „großen Arkanen“, gemalt. Im Italienischen heißen die Tarot-Karten „I tarocchi“. Die eigentliche große Tarot-Schöpfung der Renaissance und der Neuzeit besteht aber nicht in der Erfindung dieser Urgestalten, sondern in deren Auswahl und Zusammenstellung als Stufen eines Entwicklungsprozesses und in ihrer Anwendung als Orakeltechnik oder als Spiegelbilder der individuellen Psyche. Die Urgestalten waren lange vorher da.

 

Grossen Arkanum
Drei Karten aus dem „Großen Arkanum“ (Arkanum heißt: Geheimnis) des Tarot (v.l.n.r.): Der „Herrscher (Nr. 4), der „Hängende“ (Nr. 12) und die
„Gerechtigkeit“ (Nr. 11). Die heutige Nummerierung und Reihenfolge sowie der Name Tarot bildeten sich schrittweise zwischen dem 16. und dem
18. Jahrhundert heraus. Ernst Ott verwendet das Rider-Waite-Tarotdeck. Dieses wurde von der Künstlerin Pamela Colman Smith zusammen mit
Arthur Edward Waite geschaffen und 1910 veröffentlicht. „Rider“ leitet sich von Rider & Son, dem Londoner Verleger, ab.

 

Welche Tarot-Symbole kann man bestimmten religiösen Traditionen zuordnen?

Interessanterweise stammen die Motive aus ganz verschiedenen Kulturkreisen. „Der Papst“ (Nummer 5) oder die „Auferstehung“ (Nummer 20) verweisen zum Beispiel auf christliche Quellen. „Der Hängende“ (Nummer 12) erinnert eher an den germanischen Mythos von Wotan, der an der Weltesche hängend eine Art Einweihung erfuhr. Auch soll eine solche Übung – kopfunter am Baum hängend – bei den nordischen Schamanen üblich gewesen sein. Aus der griechisch-römischen Antike kommen hingegen die vier Kardinaltugenden, von denen drei ebenfalls im Tarot wieder aufgenommen werden: Temperantia, die „Ausgewogenheit“ (Nummer 14), Justizia, die „Gerechtigkeit“ (Nummer 8), Fortitudo, die „Stärke“ (Nummer 11). Die vierte Kardialtugend, Prudentia, die Klugheit, versteckt sich möglicherweise im „Eremiten“ (Nummer 9).

 

Was hat es mit dem „Eremiten“ auf sich?

Der Eremit hat viel mit der Saturn-Symbolik im Horoskop zu tun. Wenn jemand diese Karte zieht, kann ich als Astrologe sagen, schauen wir uns Ihren Saturn mal genauer an. Der „Eremit“ ist der Archetypus des „weisen Alten“. Hier geht es um Erfahrung, um Reife, Konzentration auf das Wesentliche und darum, eigenständig zu sein. Die Gefahr dieses Symbols liegt darin, dass man vielleicht zu hart und zu kalt werden könnte.

 

Auf welche Fragen antworten die Tarot-Karten ganz sicher nicht?

Wenn jemand mich fragt: „Stirbt die Erbtante, ja oder nein?“ – dann kann ich dem Klienten nicht helfen. Aber das sage ich bereits am Anfang jeder Astrologie- oder Tarot-Beratung.

 

Viele Menschen suchen eine Beratung, wenn sie Probleme in der Liebe haben. Was empfehlen Sie einer Klientin, die mit Hilfe von Astrologie und Tarot eine Antwort auf die Frage haben möchte: Trennung – ja oder nein?

Als erstes schaue ich mir ihr Horoskop an. Da sieht man schon sehr viel über Beziehungsmuster und Partnerschaftsthemen. Im Gespräch würde ich beide Möglichkeiten durchsprechen und aus dem Horoskop heraus kommentieren. Es ist wichtig, gut zuzuhören, um wirklich zu erfassen, worum es dem Gegenüber geht. Zwar sagen uns die Planeten im Horoskop nicht, was wir konkret tun sollen, aber sie zeigen uns doch, welche Symbolik hinter den beiden Varianten stecken könnte und welche Aufgabenstellung damit verbunden wäre. Die Tarot-Karten geben zusätzliche Impulse und Denkanstöße. Aber weder die Astrologie noch der Tarot können konkret die Zukunft vorhersagen. Die Zukunft ist immer offen, also lautet die Frage eher: Wie gehe ich mit dem Thema um?

 

„Trennung – ja oder nein“ – gibt es dafür spezielle Tarot-Hilfen?

Ja, die gibt es – aber nicht im Sinne von Wahrsagerei, sondern mehr im Sinne einer Selbstbefragung, einer Hilfe zur Selbsterkenntnis. Die Legung „Gehen oder bleiben“ funktioniert folgendermaßen: Als erstes wird eine Tarot-Karte gezogen, die etwas aussagt über den Sinn dieser Partnerschaft. Die zweite Karte beschreibt den aktuellen Zustand. Dann gabelt sich der Weg. Eine Reihe von Karten gibt Auskunft über die Gefahren und Chancen, wenn ich gehe, die andere Reihe zeigt Gefahren und Chancen, wenn ich bleibe. Auf diese Weise kommt man dem Kern des Konflikts schon deutlich näher.

 

Unter den 78 Karten eines Tarot-Decks gibt es einige, die Angst einflößen könnten. Was sagen Sie einer Klientin, die eine solche Karte zieht?

Am Anfang einer Sitzung erläutere ich, wie die Tarot-Karten zu verstehen sind. Ich zeige zum Beispiel die Karten „Der Tod“ oder „Der Teufel“ und erkläre, dass diese Bilder nicht bedeuten, dass einer stirbt. Denn die Karten sind nicht konkret gemeint, sondern symbolisch. Wenn also die Karte „Der Tod“ gezogen wird – dem würde im Horoskop das 8. Haus, das Haus des Todes, entsprechen – dann geht es um die Frage: Was sollte ich in meinem Leben sterben lassen, damit Neues Raum hat? Wovon sollte ich mich verabschieden? Die sogenannten negativen Karten sind so raffiniert gemalt, dass man die dahinter verborgene Chance aus der Karte ableiten kann. Die Karte „Der Tod“ zeigt im Hintergrund zum Beispiel eine aufgehende Sonne, das Symbol neuen Lebens. Daraus leitet sich die Frage ab: Wie geht es weiter? Was soll neu geboren werden?

 

Was bedeutet es, wenn jemand die Karte „Der Teufel“ zieht?

Die Karte „Der Teufel“ (Nummer 15) ist eine wunderbare Darstellung der archaischen Urkraft des Planeten Pluto. Das Symbol will uns dazu anregen, uns mit Sexualität, Lust und Macht zu beschäftigen. Es lohnt sich dann herauszufinden, ob der Klient Angst vor diesen Themen hat. Oder verspürt er Lust, ein Tabu zu brechen? Möchte er vielleicht nicht immer nur gut, brav und folgsam sein, sondern auch mal ein bisschen böse? Inwiefern hat jemand vielleicht aus der Sexualität ein Tabu gemacht? Das weiß ich als Astrologe ja nicht. Wenn Klienten diese Karte nur negativ sehen können, versuche ich, sie gezielt auf die Kehrseite der Medaille hinzuweisen, denn dieses Fabelwesen hat zahlreiche kraftvolle, positive Seiten. Astrologisch entspricht die Karte dem Skorpion. Im Tarot stammen die Tiersymbole und Tiermetamorphosen übrigens vermutlich aus dem keltischen Umkreis

 

Wie individuell wird eine Karte gedeutet?

Für mich ist sehr wichtig, wie der Klient die Karte versteht. Er soll unmittelbar Gelegenheit bekommen mitzureden. Karten dienen ja als Spiegelbild der Seele, darum ist die Deutung immer individuell auf den Hintergrund der jeweiligen Frage bezogen.

 

Wonach fragen Klienten am häufigsten?

Knapp die Hälfte fragt nach Anlagen, Talenten und Geburtspotenzial. Hier steht die Selbsterkenntnis im Mittelpunkt. Kommt jemand mit spezifischen Fragen, dann geht es hauptsächlich um Partnerschaft und Beruf. Aber auch Lebensweg und Jahresthemen sind wichtige Themen. Wo stehe ich gerade, was ist der nächste Schritt?

 

Was kann der Tarot, was die Astrologie nicht kann?

Wenn ich z. B. ein Talent im Horoskop sehe, weiß ich als Astrologe nicht, ob dieses Talent bewusst ist, gelebt wird oder vielleicht verdrängt und verleugnet. Ein Astrologe muss dies nun in einem psychologisch geschulten Gespräch aus dem Klienten herauslocken. Der Klient selber weiß es aber! Und der Tarot holt es aus dem Klienten heraus.

 

Was tun Sie, wenn Menschen dem Tarot gegenüber skeptisch sind?

Wenn Leute skeptisch sind, respektiere ich das selbstverständlich. Ich würde ihnen niemals etwas aufdrängen, wogegen Sie einen Widerstand haben. Wenn sich ein Skeptiker durchringt, zu einem Astrologen zu gehen, muss man ihn nicht überfordern mit einer noch zauberhafteren Methode.

 

Was haben Sie zuerst entdeckt: den Tarot oder die Astrologie?

Witzigerweise habe ich beides gleichzeitig entdeckt. Aber ich habe lange die beiden Methoden getrennt, also entweder Astrologie oder Tarot in der Beratung angeboten. Aber wenn ich Freunde beriet oder selbst eine Frage für mich klären wollte, habe ich oft beides benutzt. Heute ist es so, dass in ca. jeder zweiten Astrologie-Sitzung auch das Tarot-Deck auf den Tisch kommt.

 

Wie arbeiten Sie mit den Tarot-Karten während einer Telefonberatung?

Wenn ich am Telefon Karten für jemanden ziehe, fehlt ein Stück weit die Assoziationsmethode, der Klient hat das Bild nicht vor sich und kann die Gefühle nicht wirken lassen. Ich kann die Karte jedoch beschreiben und über das Gespräch den Klienten mit einbeziehen. Menschen, die selbst ein Rider-Tarot-Deck besitzen, können die Karte auch zu Hause ziehen und ich deute sie ihnen am Telefon.

 

Sie unterrichten Astrologie in drei süddeutschen Städten. Bieten Sie dort auch Tarot-Unterricht an?

Da ich zehn Jahre als Lehrer in der Schweiz gearbeitet habe, bevor ich nach Deutschland kam, lag es natürlich auf der Hand, dass ich als Astrologe nicht nur berate, sondern auch unterrichte. Ich hatte eine Zeitlang das Vorurteil, von Astrologie könne man nicht leben. Solange ich das Vorurteil hatte, hat es auch gestimmt. 1990 wurde meine Astrologie-Schule zu einem der ersten Ausbildungszentren des Deutschen Astrologen-Verbandes. Und inzwischen habe ich natürlich auch Tarot-Klassen. Beim Tarot ist Kreativität, Phantasie und Spielfreude eine Voraussetzung, bei der Astrologie wünsche ich mir das auch, aber man kann die Horoskop-Deutung auch ein bisschen nüchterner angehen.

 

Astrologie mit Tarot

Ernst Ott (* 1950), ursprünglich Pädagoge, lebt seit 1980 in Karlsruhe und ist hauptberuflich als astrologischer Berater, Tarot-Experte und Autor tätig. Als Gründer und Leiter der Astrologieschule (zusammen mit Eva Stangenberg) unterrichtet er Ausbildungsklassen in München, Karlsruhe und Haigerloch in Württemberg. Die Beschäftigung mit Kunst, Musik und Kulturgeschichte nimmt einen wichtigen Raum in seiner Tätigkeit ein – er bietet auch eine astrologische geführte Rom-Reise an. Er gibt international Seminare und hält Vorträge. Außerdem hat er mehrere Bücher geschrieben. Einige davon erscheinen auch in Italienisch, Englisch, Niederländisch, Ungarisch und Tschechisch.

E-Mail:
Homepage: http://www.astrologieschule.org/

Bücher:
Astrologie mit Tarot“, 216 Seiten, Chiron-Verlag, 20,90 €
Der Deszendent. Das Tor zur Partnerschaft im Horoskop“, 265 Seiten, Chiron-Verlag, 21,90 €
Lebensweg-Analyse“, Lehrbuch der astrologischen Progressionen, Chiron-Verlag,, 122 Seiten, 13,90 €
Pluto im Steinbock 2008 – 2024, Neues Leben blüht aus den Ruinen“, 114 Seiten, astronova, 15,90 €

 


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Referenten beim DAV-Kongress: Hermann Meyer verbindet Astrologie mit
Coaching (Serie, Teil 5)

"Wir haben unser Schicksal

selbst in der Hand!"

 

johann-mayr
In seinem „Handbuch des Astrocoachings“ hat Hermann Meyer Sternzeichen-Cartoons von Johann Mayr veröffentlicht.

Hermann Meyer hat eine spezielle Methode entwickelt, bei der es darum geht, Blockaden aufzulösen und neue Energiequellen zu erschließen: das Astrocoaching. Ausgehend von den Anlagen, die im Horoskop sichtbar sind, begleitet er seine Klientinnen und Klienten, um ihnen zu einem optimalen Leben zu verhelfen. In seinem Buch „Das Handbuch des Astrocoachings: Coach Dich selbst und andere zu einem besseren Leben“ (420 Seiten, Trigon Verlag, 14,80 €, www.astronova.de) erläutert er ausführlich die Hintergründe seiner Methode. Astrologie-Fortgeschrittene können sich von Hermann Meyer in seinem Münchner „Institut für psychologische Astrologie“ („Die Lebensschule“) auch zum Astro-Coach ausbilden lassen. Hermann Meyer war lange in der psychosomatischen Forschung tätig. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und wurde für seine Verdienste um die psychologische Astrologie zum Ehrenmitglied des Deutschen Astrologen-Verbandes ernannt. Meyer bildet seit mehr als 30 Jahren Astrologen aus. Beim DAV-Kongress in Bonn (3. – 5. Oktober 2014) spricht er über „Astrologie und Coaching – wie man Ziele verwirklicht“.

 

Was ist Astrocoaching?

Astrocoaching ist eine Synthese zwischen Astrologie und Coaching. Hier geht es darum, dass der Klient all das, was in der astrologischen Beratung zur Sprache kam, umsetzen lernt. Im Horoskop steht symbolisch verschlüsselt sowohl der Konflikt als auch die Lösung. Aufgabe des Astrocoachs ist es, den Klienten dazu zu bewegen, den Weg von der unerlösten zu einer erlösten Auslebensform einer Planetenkonstellation zu gehen. Astrocoaching ist insofern auch Schicksals-Coaching. Es ist nicht das Schicksal, das uns steuert, sondern wir steuern unser Leben selbst. Viele Menschen wollen die Wirklichkeit nicht sehen: Sie bringen ihre Lebensereignisse nicht in Zusammenhang mit ihrem eigenen Fühlen, Denken und Handeln.

Weil sie sich als Opfer der Verhältnisse empfinden?

Weil sie nicht realisieren, dass jeder selbst die Verantwortung für sein eigenes Schicksal zu übernehmen hat. Sind wir mit unserem Leben nicht zufrieden, ist es an der Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. Oft verharren wir aber im „Gefängnis“ unserer alten Glaubenssätze, Verstrickungen und Illusionen.

Warum Menschen ihr Schicksal nicht selbst in die Hand nehmen, haben Sie in sechs Punkten zusammengefasst. Als Grund Nr. 1 führen Sie „Unter- oder Überschätzung der eigenen Person“ an. Was kommt häufiger vor: Über- oder Unterschätzung?

Früher kam es aufgrund der autoritären Erziehung häufiger vor, dass sich Menschen unterschätzten. Wenn einem Menschen in der Kindheit pausenlos eingeredet wird, dass er dumm ist, glaubt er irgendwann selbst daran. Er wird möglicherweise sogar andere Leute als besonders intelligent einschätzen, obwohl diese in Wirklichkeit viel weniger geistige Kapazität aufweisen als er selbst. Heute neigen allerdings deutlich mehr Menschen dazu, sich zu überschätzen.

Woran liegt das?

Das hat mit dem sogenannten positiven Denken zu tun, einer Ideologie, die in den USA und in Europa weit verbreitet ist. Da redet man sich ununterbrochen ein, wie toll man ist. Positives Denken ist aber prinzipiell genauso ungünstig wie negatives Denken. Ein realistisches Denken ist wichtig! Man muss schon auch erkennen und benennen können, was bei einem selbst und bei anderen falsch läuft; denn Selbstüberschätzung kann fatale Folgen haben.

Grund Nr. 2: Zwischen Unbewusstem und Bewusstem besteht häufig eine große Diskrepanz. Unser Unbewusstes verhindert also, dass wir unsere bewussten Ziele erreichen?

Nun, viele glauben z. B., dass sie partnerfähig sind, aber das Unbewusste ist da ganz anderer Meinung.

Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Das Unbewusste führt genau darüber Buch, was sich im Bezug auf Anlagen, Fähigkeiten und Energien auf der Haben-Seite und was sich auf der Soll-Seite befindet. Deshalb lässt es sich auch nicht einfach – wie viele gerne glauben würden – etwas einreden. Kurzum, wenn verschiedene Anlagen, wie die Fähigkeit, fair zu streiten, Abgrenzungsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Fähigkeit, Zärtlichkeit und Freude zu schenken oder die Tage schön und genussvoll zu gestalten, nicht ausgebildet wurden, kann summa summarum nicht von einer Beziehungsfähigkeit gesprochen werden. Das Unbewusste weiß das und zieht die zu dieser Unfähigkeit passenden Partner an, wodurch entsprechende Lernprozesse in Gang gesetzt werden sollen. Vom Bewusstsein her aber hadert der Einzelne mit dem Schicksal und glaubt, im Gegensatz zu ihm sei nur der andere nicht beziehungsfähig.

Ebenso oft übersehen Menschen – und jetzt sind wir bei Grund Nr. 3 –, dass zwischen ihren Idealen und der Wirklichkeit eine große Lücke klafft. Das heißt, wir laufen einem falschen Leitbild hinterher?

Ungünstig ist, dass viele sich von gesellschaftlichen Idealen so stark leiten lassen, dass eigene Anlagen dadurch unterdrückt werden. Ein simples Beispiel: Nicht alle können z. B. wie George Clooney oder wie Gisele Bündchen aussehen, aber jeder kann das Beste aus seinem Typ machen. Manche Menschen haben auch eine Idealvorstellung davon, wie sie sich zum Beispiel als Mutter oder als Vater verhalten sollten. Dabei bleiben dann berechtigte eigene Bedürfnisse auf der Strecke. Ein Mensch mit einer starken Betonung des 10. Hauses wird seine Fähigkeiten am besten in der Öffentlichkeit bzw. im Beruf zum Ausdruck bringen – dann fällt es ihm deutlich schwerer, als „gute“ Mutter oder „guter“ Vater das ganze Wochenende mit seinen Kindern zu spielen. Das ist eher für jemanden möglich, in dessen Horoskop mehrere Planeten in Haus 4 bzw. Haus 5 platziert sind.

Wo liegt hier die Lösung?

Es ist natürlich wichtig, dass das Kind Schutz, Sicherheit und Geborgenheit erfährt und gut erzogen wird, aber darüber hinaus sollen auch Mutter und Vater sich verwirklichen können. Es müssen Wege gefunden werden, bei denen der Unterschiedlichkeit der psychischen Strukturen, die im Horoskop zum Ausdruck kommen, Rechnung getragen wird – meist geht so etwas nur auf unkonventionelle Art und Weise.

„Das Säugetier läuft immer mit!“ – so lautet der Leitsatz zu Grund Nr. 4. Meinen Sie damit, dass der „Kulturmensch“ oft vergisst, dass auch eine archaische, triebhafte Seite in ihm steckt?

Es besteht häufig eine Diskrepanz zwischen dem, was man vorgibt zu sein und dem, was man tatsächlich ist. Man spielt oft die Rolle des aktiven, finanziell prosperierenden, intelligenten, coolen, unternehmungslustigen, differenzierten, fleißigen, harmonischen, friedliebenden, prinzipientreuen, toleranten, edlen, verantwortungsvollen, unabhängigen und angstfreien Bürgers und ahnt oft nicht im Geringsten, dass da hinter dieser Kulturmaske noch ein ganz anderer steckt – womöglich ein rivalisierender, mit starkem Revier- und Sexualtrieb ausgestatteter, nach Macht strebender, intoleranter, unanständiger, rebellischer und ängstlicher Mensch.

Kommen wir zu Punkt Nr. 5, von dem Sie sagen, dass er in vielen Lebensfragen eine entscheidende, oft unterschätzte Rolle spielt: Wir leben in der Polarität, das zeigt sich z. B. in den Gegensatzpaaren Nähe – Distanz oder Madonna – Hure. Das eine geht nicht ohne das andere …

Die Welt ist bipolar angelegt. Aber auch jeder Mensch hat bei allen Lebensprinzipien zwei Pole in sich, einen Plus- und einen Minuspol, wobei mit Plus und Minus keine Wertung verbunden ist. Man identifiziert sich mit einem Pol und projiziert unbewusst den anderen auf seine Mitmenschen. So sorgt das Unbewusste dafür, das jeder immer ausgeglichen ist – es fragt sich nur, auf welche Art und Weise. Meist ist man im Bewussten mit dem einen entsprechenden Ausgleich nicht einverstanden. Doch das Unbewusste fragt nicht danach, ob man ihn gut findet. Das Unbewusste verrichtet ähnlich, wie es auf der körperlichen Ebene das autonome Nervensystem tut, stoisch seine Aufgabe, indem es den für die psychische Homöostase notwendigen Gegenpol anzieht – das Gesetz des Ausgleichs stimuliert das Gesetz der Anziehung. Je weiter man sich von der physiologischen Mitte entfernt, umso heftiger wird die Reaktion sein, vergleichbar mit der Bewegung eines Pendels, die eine gleichförmige, aber entgegengesetzte Wirkung hervorruft. Da jeder Mensch immer beide Pole in sich beherbergt, wohnt z. B. im Unterdrücker der Unterdrückte und im Unterdrückten auch der Unterdrücker. Deshalb ist es oft gar nicht so günstig, wenn der ehemals Unterdrückte in eine Machtposition gelangt, weil er sich dann oft als noch rigoroser und schlimmer erweist als sein Vorgänger.

Sie sagen, dass aus der Unkenntnis dieser Polarität viel Leid entsteht.

Nehmen wir z. B. den Gegensatz Madonna und Hure. Wenn eine Frau zu sehr den Madonna-Pol lebt, kann es sein, dass sie mit dem Gegenpol konfrontiert wird – etwa wenn eines Tages das Verhältnis ihres Ehemannes mit der Nachbarin auffliegt. So kann es sein, dass sie ihre Kontrahentin als Hure beschimpft, in Wahrheit wird ihr aber nur – in Gestalt der Nachbarin – der Pol vor Augen geführt, den sie selbst bei sich unterdrückt hat. Die Konfrontation mit dem nicht integrierten Pol, der meist als schlecht oder böse angesehen wird, erzeugt negative Gefühle, die oft zu Krankheit und ungünstigem Schicksal führen.

Haben Sie auch einen Denkanstoß parat, wo die Problematik des Mannes liegen könnte, der seine Frau mit der Nachbarin betrügt?

Ja, bei ihm können z. B. folgende Ursachen vorliegen: Unfähigkeit, Probleme anzusprechen, mangelnde Fähigkeit zu echter Intimität oder Unwissenheit, wie man eine bestehende Partnerschaft verbessern könnte.

johann-mayr

Menschen neigen ab und an dazu, sich gegenseitig im Leid zu übertrumpfen. Es entsteht dann unwillkürlich ein Wettbewerb, wer es im Leben am schwersten hat. Manche freuen sich sogar insgeheim, dass es andere noch schlimmer getroffen hat, ganz so, als ob ihr Schmerz sich dann besser ertragen ließe. Wie begegnen Sie diesem Phänomen als Astrocoach?

Leid ist im Grunde nichts anderes als ungelebtes Leben. Es bringt dem Einzelnen wenig, sich immer nur im Leid zu suhlen oder gar in Bezug auf Leidensfähigkeit als Sieger hervorzugehen. Jede konstruktiv eingesetzte Planeten-Energie stärkt die Lebenskraft und bringt Freude. Dies ist Aufgabe des Coachs, den Klienten zu helfen, sein wahres Potenzial zu entdecken und umzusetzen.

Als Grund Nr. 6 führen Sie „unzureichende Kenntnisse über das andere Geschlecht“ an.

Mir ist aufgefallen, dass viele Männer nicht wissen, was Frauen brauchen und viele Frauen keine Kenntnisse darüber haben, wie Männer „ticken“. Oft wird auch übersehen, dass in jedem Mann auch noch der kleine Junge wohnt und in jeder Frau das kleine Mädchen. Dieses innere Kind will umarmt, gestreichelt und geherzt werden. Männer können ebenso wie Frauen im Privatleben ein großes Bedürfnis nach Trost und Geborgenheit haben.

Jeder Schicksalsschlag, so Ihre These, könne auf einen oder mehrere dieser sechs Punkte zurückgeführt werden. Sie fassen dies mit dem Begriff „Nicht-Anerkennen der Realität“ zusammen. Wie passt das z. B. zu Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben? Wenn ein ganzes Land von einer solchen Katastrophe heimgesucht wird, hat dann die gesamte Bevölkerung die Realität zuvor nicht anerkennen wollen?

Diese sechs Punkte gelten nur für das Individuum, bei Krieg oder Naturkatastrophen handelt es sich um höhere Gewalt.

Nehmen wir an, jemand hat einen Flugzeugabsturz überlebt. Wie können Sie ihm helfen?

Wenn er dadurch traumatisiert wurde, ist hierfür nicht ein Astrocoach, sondern ein Psychotherapeut zuständig. Astrologisch gesehen hat ein Flugzeugabsturz mit Uranus zu tun, dem Planeten, der symbolisch für blitzartige Umbrüche steht. Es gilt also als Erstes, seine Uranus-Konstellation im Geburtshoroskop zu betrachten. Was sollte er in seinem Leben konstruktiv verändern, wovon möchte er sich befreien? Aus der Tretmühle des Berufsalltags, aus einer unbefriedigenden Ehesituation?

Kommen auch Manager zu Ihnen in die Beratung?

Meine Klienten kommen aus allen Berufsgruppen. Aus dem oberen Management kommen in der Regel nur diejenigen zu mir, die durch ein belastendes Lebensereignis in Schwierigkeiten geraten sind. Solange es einem Menschen rundum gut geht, stellt er keine Sinnfragen, sucht er nicht nach Hilfe. Dies ändert sich jedoch z. B. nach einem Herzinfarkt oder einem Autounfall.

Angenommen, ein Manager sucht nun nach einem solch einschneidenden Erlebnis Ihren Rat. Was erwartet den Mann in Ihrer Praxis?

Ich schaue zunächst, welche Konstellation im Geburtshoroskop bei diesem Menschen vorliegt. Ein Ereignis wie einen Herzinfarkt oder einen Autounfall kann man astrologisch zuordnen. Die Planeten-Energien, die in einem Horoskop zum Ausdruck kommen, können immer auf eine förderliche oder auf eine eher schädliche Weise gelebt werden – das hängt vor allem davon ab, auf welcher Entwicklungsstufe eine Planetenenergie gelebt wird – in der Hemmung, in der Kompensation oder in der erwachsenen bzw. erlösten Form. Ein Herzinfarkt oder ein Autounfall weist darauf hin, dass sich bestimmte Planetenenergien auf eine unerlöste Art manifestiert haben, dass sich bestimmte Anlagen nicht konstruktiv entfalten konnten.

Erläutern Sie dies bitte am Beispiel des Herzinfarkts.

Astrologisch gesehen geht es beim Herzinfarkt um eine unerlöste Ausdrucksform eines dissonanten Sonnenaspekts, häufig einer Sonne/Pluto-Verbindung. Wenn der Manager seine Art des Handelns verändert, d. h. einen Wandlungsprozess zulässt, kann er Pluto in einer positiven Form leben. Vorher hat er primär die Firma gemanagt, jetzt muss er auch sein eigenes Leben managen. Welche Bedürfnisse sind bislang vernachlässigt worden und wollen jetzt zum Zuge kommen? Was bereichert ihn persönlich? Was ist ihm wirklich wichtig? Es ist nicht unbedingt notwendig, den Job zu wechseln, vielmehr geht es hier um einen Perspektiv- und einen Paradigmenwechsel. Bei einer solchen Veränderung müssen alle Persönlichkeitsanteile berücksichtigt werden. Es ist wichtig, dass alle „Familienmitglieder“ in seinem Horoskop, also alle Planeten-Energien bzw. Persönlichkeitsanteile, sich darstellen und leben dürfen.

Letztlich könnte man Ihre Denkanstöße so verstehen, dass jeder Mensch für sein Schicksal selbst verantwortlich ist, und sei es auch noch so schwer. Liegt in Ihrem Konzept auch die Gefahr, dass andere Menschen sagen: „Du hast Krebs? Selber schuld!“

Selbst Menschen, die vorgeben, erleuchtet zu sein, sind gegen Krankheit und Tod nicht gefeit. Solange man Mensch ist, ist man fehlbar. Das gilt für jeden ohne Ausnahme. Insofern erübrigt sich jede Schuldzuweisung.

Ein Astrocoaching beginnt damit, dass der Klient seine Lebensgeschichte erzählt – Kindheit, Eltern, Familie, Partnerschaft, Beruf – und dann seine Wünsche formuliert. In der ersten Sitzung geht es also um eine Standortbestimmung, oder?

Ja, es geht vor allem um die Fragen: Welche Stellung hatte er in der Geschwisterreihe inne? Wie hat er sich mit den Eltern verstanden? Wie ging es ihm in der Schule? Was hat den Ausschlag für seine Berufswahl gegeben? Bei der Schilderung der Biografie erkennt dann der Astrocoach ggf. Geschwister-Rivalitäten oder Mutter-/Vater-Probleme, die sich aufgrund von unbewusster Übertragung im Leben des Klienten in der Wiederholung zeigen.

Was ist der Unterschied zwischen Astrocoaching und einer „normalen“ astrologischen Beratung?

Das Astrocoaching beginnt mit einer astrologischen Beratung. Dabei bekommt der Klient konkrete Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. In den nächsten Sitzungen berichtet der Klient dem Astrocoach, was sich in seinem Leben aufgrund der vollzogenen Schritte verändert hat.

Wie gehen Sie dabei vor? Machen Sie Vorschläge? Geben Sie Ratschläge? Lassen Sie den Klienten selbst darauf kommen?

Ich unterstütze die Klienten dabei, selbst darauf zu kommen. Die meisten Klienten sind im Allgemeinen astrologisch vorgebildet. Insofern können sie in ihrem eigenen Horoskop nachvollziehen, welche Schritte angezeigt sind. Im Grunde genommen sind bei dem Veränderungsprozess immer gleich drei Coachs beteiligt:
1. Das Horoskop als übergeordnete und korrigierende Instanz.
2. Der Astrocoach
3. Der Klient, der zugleich auch sein eigener Coach ist. Denn wenn er nicht bereit ist, etwas umzusetzen, wird er keine positiven Feedbacks vom Schicksal erhalten.

Wie konfrontativ gehen Sie als Coach in der Beratung vor? Wie stark halten Sie sich mit Wertungen zurück?

Manchmal bin ich sehr direkt. Wenn ich sehe, dass jemand besonders sensibel ist – z. B., wenn jemand einen Krebs-Aszendenten und eine Fische-Sonne hat – verhalte ich mich vorsichtiger.

„Wann kommt endlich der Traummann?“ – Das ist wohl eine der häufigsten Fragen, die Frauen einem Astrologen stellen. Was antworten Sie auf diese Frage?

Ich mache keine Vorhersagen. Man kann zwar im Horoskop erkennen, wann sich der Herrscher von Haus 7, der Mars oder die Sonne auslöst, mir geht es aber mehr darum, dass die betreffende Frau sich auf den Mann, den sie sich wünscht, vorbereitet, weil sie sich dann auf eine ganz andere Frequenz begibt und somit einen Partner auf einer neuen Ebene anzieht.

Was heißt das konkret?

Wichtig ist vor allem, dass sie ihre Venus- und Mondanlagen verwirklicht, um den Mann, der auftauchen soll, auch etwas bieten zu können. Die Betreffende würde ich darauf hinweisen, dass man nicht immer nur überlegen sollte, wie der Partner sein soll, sondern sich auch fragen muss: Was kann ich selbst anbieten, damit ein Partner sich von mir angezogen fühlt? Es wird oft vergessen, dass man selbst etwas tun muss, etwas einbringen muss.

Manche „bestellen“ sich einen Partner im Universum. Was halten Sie davon?

Es wäre schön, wenn es so einfach wäre! Es liegt hier meines Erachtens eine Verwechslung zwischen dem Unbewussten und dem Kosmos vor. Das Unbewusste „schickt“ den Partner entsprechend der eigenen Prägung und der Entwicklungsstufe, die man erreicht hat. Diesem gesetzmäßig ablaufenden Anziehungsmechanismus kann man sich nicht entziehen.

Was verstehen Sie unter dem Begriff „irreale Esoterik“?

Zunächst gilt es zu unterscheiden zwischen realer und irrealer Esoterik. Reale Esoterik ist ein „Geheimwissen“, bei dem es um die Aufdeckung von Hintergründen, um die Gesetze des Lebens und des Schicksals, um Bewusstseinserweiterung und um die Erfassung der Welt jenseits von Gut und Böse geht. Reale Esoterik kann eine wertvolle Hilfe sein, das Leben besser meistern zu können. Hingegen stellt die irreale Esoterik meist eine Abwehrhaltung dar, sich dem Leben zu stellen. Aus Angst vor der Realität flüchtet man hier in illusionäre Welten, ähnlich wie dies bei der Alkohol- und Drogensucht der Fall ist.

Eigentlich wollen wir doch alle frei sein von Blockaden. Warum halten wir dann so vehement an alten Mustern fest?

Wir tendieren dazu, in der sogenannten Komfortzone – und sei sie noch so hemmend – zu bleiben und haben Angst vor dem Neuen. Dazu kommt, dass man häufig unbewusst die alten Programme für seriös und die neuen Strategien für utopisch hält. Darum wäre es wichtig, dass immer mehr Menschen mit gutem Beispiel vorangehen: Alte Programme kann man löschen, neue Programme kann man erfolgreich leben!

Astrologe Hermann Meyer

Hermann Meyer bildet seit 30 Jahren psychologische Astrologen aus. Er hat zahlreiche astrologische Standardwerke geschrieben. Wie Thorwald Dethlefsen und Nicolaus Klein war er in den 70er-Jahren Schüler von Wolfgang Döbereiner. In München leitet er das Institut für psychologische Astrologie („Die Lebensschule“). Die Ausbildung zum Astrocoach (für Astrologie-Fortgeschrittene) besteht aus drei Wochenendseminaren in München sowie einer Ferienintensivwoche in Eggstätt am Hartsee (Nähe Chiemsee).

Homepage: www.die-lebensschule.com
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das Handbuch des Astrocoachings

„Das Handbuch des Astrocoachings: Coach Dich selbst und andere zu einem besseren Leben“, 420 S., Trigon Verlag, 14,80 €
„Psychosomatik und Astrologie“, Verlag Neue Erde, 358 S., 22,80 €
„Das Grundlagenwerk der psychologischen Astrologie“,
Trigon Verlag, 605 S., 14,80 €
„Befreiung vom Schicksalszwang“, Edition Astrodata, 212 S., 24 €


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Referenten beim DAV-Kongress: Die Astrologin Monika Heer spricht über „Pluto und das Ruhrgebiet“ (Serie, Teil 4)

Im Untergrund

 

Plutos Reich, die Unterwelt
Plutos Reich, die Unterwelt: Ein Bergmann bei der Arbeit unter Tage, um 1925. Die Kohle wird mit einem Bohrhammer abgebaut. Nach dem Zechensterben der 60er-Jahre hat das Ruhrgebiet einen massiven Wandlungsprozess durchgemacht. Die ganze Region befindet sich seitdem im Umbruch. Welche Perspektiven könnten die nächsten Jahre und Jahrzehnte eröffnen? Diese Frage wird Monika Heer aus astrologischer Perspektive betrachten
Foto: Stadtbildarchiv Herne

Macht und Ohnmacht – Tod und Wiedergeburt: Kein anderer Planet symbolisiert dieses Thema so deutlich wie Pluto. Und kaum ein Landstrich in Deutschland hat in den letzten 200 Jahren derart umwälzende Wandlungsprozesse durchgemacht wie das Ruhrgebiet, das sich in rasantem Tempo von der Agrarregion zum größten industriellen Zentrum Europas entwickelte. Seit dem Zechensterben in den 60er-Jahren macht die Region erneut einen intensiven Wandlungsprozess durch. Die Kohle lockte den Menschen tief ins Erdinnere. Das schwarze Gold zu bergen kam einer Eroberung der Unterwelt gleich. Still ruhen jetzt die Halden. Die Kohle, sie brachte Glanz und Elend. Wie geht es weiter? Kann das einst wohlhabende Ruhrgebiet sich in Zukunft neu positionieren? Als Historikerin und Ausstellungsmacherin hat sich Monika Heer intensiv mit der Geschichte des Ruhrgebiets beschäftigt, als Astrologin untersucht sie den Zusammenhang zwischen den Zeitströmungen und den Planeten-Konstellationen als kosmischer Entsprechung. „Pluto und das Ruhrgebiet“: In ihrem Vortrag beim DAV-Kongress in Bonn (3. bis 5. Oktober 2014) beschreibt die Leiterin des DAV-Ausbildungszentrums Bochum, wie sich die Pluto-Zyklen von 1500 bis zur Gegenwart auf das Ruhrgebiet ausgewirkt haben und welche Aufgaben jetzt, mit Pluto im Steinbock, anstehen könnten.

 

Pluto, der Herrscher der Unterwelt: Regiert er über das Ruhrgebiet?

Das gesamte Ruhrgebiet ist eine Pluto-Gegend! Nirgends sonst ist Plutos Milieu, der Untergrund, von einem derart dichten Straßen- und Wegenetz durchzogen wie hier. Durch den maschinellen Kohle-Abbau verfügt das Gebiet unter Tage über ein eigenes Verkehrsnetz. Pluto als Herrscher der Unterwelt hat immer schon die Höhlen regiert, die Erdspalten. Und Pluto ist natürlich auch Herrscher über die Bodenschätze, über Kohle, Erze, Gold. Und damit ist dieser Planet für das Ruhrgebiet besonders bedeutsam.

 

In der Astrologie ist Pluto ein Macht-Symbol, ein Planet, dessen Energie Krisen provoziert, der aber auch dazu auffordert, sich mit Tiefgang einem Konflikt zu stellen, der Wahrheit ins Auge zu schauen und sich dann, im Idealfall, wie der Phönix aus der Asche zu erheben. Wo steht das Ruhrgebiet heute?

Das Ruhrgebiet kämpft massiv mit den Folgen der Industrialisierung, die eine rücksichtslose Ausbeutung der Ressourcen bewirkt hat. Seit dem Zechensterben der 60er- Jahre müssen wir uns fragen: Wie gehen wir mit dem Verlust der Arbeitsplätze um? Wie gehen wir mit dieser zersiedelten, zerstörten Natur um? Dem Pluto-Zyklus ordne ich bestimmte Phänomene in der Geschichte des Ruhrgebiets zu. Mein Vortrag endet mit der Frage: Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft?

 

Dann wagen wir doch einen Blick in die Zukunft: Bis zum Jahr 2024 steht Pluto noch im Tierkreiszeichen Steinbock. Was erwartet uns?

Die Gemeinden und Städte des Ruhrgebiets sind hochverschuldet. In Bochum verabschiedet sich nun auch noch Opel, der größte Arbeitgeber. Manche Leute sagen: Hier fährt jetzt alles vor die Wand. Die Infrastruktur leidet überall an Finanzmangel, angefangen beim Nahverkehr, Autobahnen bis hin zu Schulen, Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen. Aber gleichzeitig wächst auch etwas Neues: Junge Leute gründen Start-ups, eröffnen Cafés, Galerien, freie Theater, Gemeinschaftsgärten entstehen, Menschen initiieren mit wenig finanziellen Mitteln und großem Teamgeist neue Projekte. Es entsteht eine neue Gemeinschaftskultur.

 

How Love Could BeDiese Neonschrift „How Love Could Be“ leuchtet noch bis zum 5. Juli 2014 vom Fördergerüst des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum. Der Künstler Tim Etchells nimmt mit dieser LED-Installation am internationalen Kultur-Projekt „This is not Detroit“ teil, in dem es um die Zukunft der Stadt geht. Opel verlässt Bochum – das Ende einer Ära hat begonnen. Wie geht es weiter? Der Titel „How Love Could Be“ ist ein Zitat der ersten Single des legendären Plattenlable „Motown“ aus Detroit: „Bad Girl” von The Miracles (1961). Indem die Zeile des Popsongs in einen anderen Zusammenhang gestellt wird, tauchen neue Fragen auf: „How Love Could Be“: - Was bedeutet dies fürs Ruhrgebiet?
Foto: Monika Heer

Welche Aufgaben könnten auf das Ruhrgebiet zukommen, wenn Pluto in den Wassermann wechselt?

Wenn Pluto in den Wassermann wechselt, wird sich zeigen, was hier Bestand hat. Marode Strukturen werden endgültig zusammenbrechen, wenn sie nicht wirklich tragfähig sind. Denn genau das wird ja unter Pluto im Steinbock geprüft: Welche Strukturen lösen sich auf, welche können erhalten bleiben? Oder um Ernst Otts Pluto-Buch zu zitieren: „Neues Leben blüht aus den Ruinen“.

 

Pluto benötigt knapp 248 Jahre für einen Sonnenumlauf. Sie wollen bei Ihrem Vortrag einen Blick auf zwei Pluto-Zyklen werfen, also die Entwicklung des Ruhrgebiets in den vergangenen 500 Jahren skizzieren. Wie weit reichen die Ursprünge im Ruhrgebiet zurück: Gab es um 1500 herum bereits Kohle-Abbau?

Einer Legende zufolge wurde die Kohle im Ruhrgebiet bereits im 13. Jahrhundert entdeckt, ein Hirtenjunge soll sich abends am Feuer gewärmt haben und fand am nächsten Morgen glühende Kohlestücke in den Überresten seines Lagerfeuers. Ob das stimmt, weiß man nicht. Tatsache jedoch ist, dass die Kohle im südlichen Ruhrgebiet, nämlich am Fluss Ruhr, der dieser Region ihren Namen gab, direkt unter der Erdoberfläche lag und deshalb leicht gefunden und abgebaut werden konnte .
Dank der Erfindung des Buchdrucks ab 1450 existiert ein Bergbau-Fachbuch von Georgius Agricola aus dem 16. Jahrhundert, das eindrucksvoll belegt, wie man damals Bodenschätze gehoben hat.

 

Spitzhake

Mit Schaufel und Spitzhacke?

Nicht ganz, aber natürlich wurden die Bodenschätze, anders als vor 50 Jahren oder heute, nicht mit modernen Maschinen gefördert, sondern mit Schlägel und Eisen, das sind ein Hammer und ein zweites, keilartiges Werkzeug.

Wie beschreiben Sie denn die Entwicklung von damals bis heute vor dem Hintergrund der Pluto-Zyklen?

Innerhalb des ersten Pluto-Zyklus’ – das betrifft die Zeit von ca. 1500 bis 1750 – fühlte man sich noch eingebettet in ein großes Ganzes. Und man konnte dank fehlender Mittel die Kohle, die ca. 200 bis 300 Meter tief unter der Erde lag, nicht abbauen. Mit der Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert verfügte der Mensch über die nötige Technologie. Parallel zu diesen und anderen Erfindungen verbreitete sich "la lumière", das Licht der Aufklärung. Mit ihrem Diktat der Vernunft, ihrem Rationalismus und der Säkularisierung ging die gefühlte Einheit der Menschen mit der Natur verloren. Auch diese Entwicklung ebnete letztlich den Weg in den Kapitalismus: Wenn du keine Ehrfurcht mehr vor der Erde hast, kannst du sie ja auch gewissenlos ausbeuten.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert erlebte diese Region dann einen umfassenden Wandlungsprozess.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war das Ruhrgebiet eine ländliche Agrar-Region mit wenigen Städten wie etwa Duisburg, Essen oder Dortmund. Ansonsten gab`s ein Bauerndorf neben dem anderen, Felder, Wälder, Wiesen. Alles grün, alles Natur. Nachdem um 1832 herum in Essen zum ersten Mal die Kohle in einer Tiefe von 200 Metern erreicht wurde, hat sich innerhalb von 40, 50 Jahren das Ruhrgebiet entwickelt und wurde zum größten industriellen Zentrum Europas. Eine unglaublich rasante Geschwindigkeit!

 

Wo stand Pluto, als das Ruhrgebiet zum größten industriellen Zentrum Europas wurde?

Der Beginn des Ruhrgebiets, wie sollte es anders sein, fällt in den Zeitraum mit Pluto im Widder – die Pionierkraft dieses Zeichens, die Entschlossenheit, sich in neue Gebiete vorzuwagen, all das passt sehr gut dazu.

 

Rund hundert Jahre dauerte der wirtschaftliche Aufschwung. Dann, in den 1960er-Jahren, kam das Zechensterben. Es fiel in die Zeit, als Pluto im Zeichen Jungfrau stand.

Der Niedergang des Bergbaus in den sechziger Jahren ging mit einer Pluto-Uranus Konjunktion in Jungfrau einher. In diesen Zeitraum entstanden erste Fragen nach den Hinterlassenschaften der Industrie und der sehr weitreichenden Zerstörung von Landschaft durch zügelloses industrielles Wachstum. Umweltschutz wurde im Ruhrgebiet „erfunden“, man erinnere sich an Willy Brandts Forderung nach einem blauen Himmel über der Ruhr Anfang der 60er- Jahre. Das Ruhrgebiet bewältigt aus meiner Sicht exemplarisch eine Entwicklung, die wir auf der ganzen Welt beobachten können: Es geht um den Verlust der Einheit mit der Natur, um grenzenloses Wachstum und die rücksichtslose Ausbeutung der Natur, mit allen materiellen und auch seelisch-geistigen Folgen für die Menschen - und für die Umwelt. Das ist meines Erachtens ein zentrales Jungfrau-Thema: ökologisches Denken und verantwortungsvolle Nutzung von Ressourcen.

 

Von 1983 bis 1995 stand Pluto im Skorpion. Dort verfügt er, astrologisch gesehen, über eine intensive Kraft, sie kann geballt für Wandel und Neubeginn sorgen.

Man realisierte, dass große und tiefgreifende Veränderungen notwendig sind, um diese Gegend wieder lebenswert zu machen. Während Pluto durch das Zeichen Skorpion wanderte, schuf eine Internationale Bauausstellung, die IBA Emscherpark, viele Voraussetzungen für strukturellen Wandel. Man begann, die stillgelegten Industriegelände neu zu nutzen, die Landschaft zu renaturieren. So entstand in den Jahrzehnten bis heute auf alten Zechen und Stahlwerken ein bunter Mix aus Kulturzentren, Gewerbeparks, Museen und Veranstaltungshallen, alles eingebettet in die Idee eines großen Landschaftsparks mit Freizeitangeboten.

 

Schurenbachhald
Schurenbachhalde in Altenessen mit einer Stahlskulptur des berühmten Gegenwarts-Künstlers Richard Serra.
Foto: Monika Heer

 

Und unter Pluto im Schützen?

Unter Pluto in Schütze verfiel man im Ruhrgebiet auf die aberwitzige und etwas größenwahnsinnige Idee, einen neuen Aufschwung herbeizuführen, indem man den „Pott“ – wie wir Ruhrgebietsmenschen diese Gegend nennen – zur angesagten Tourismus-Region erklärte. Tatsächlich sind die Besucherzahlen in der Region im letzten Jahrzehnt gestiegen, doch spätestens seit Plutos Ingress ins Zeichen Steinbock wird immer deutlicher, dass die Region ohne Fördermittel der Europäischen Union oder aus anderen Quellen den strukturellen Wandel kaum bewältigen kann.

 

Pluto im Wassermann, Pluto in den Fischen – was kommt auf das Ruhrgebiet in den nächsten Jahrzehnten zu?

In meinem Vortrag beim DAV-Kongress werde ich diesem Abschnitt des Pluto-Zyklus’ besondere Aufmerksamkeit widmen, Pluto bewegt sich noch für einige Jahrzehnte durch den vierten Quadranten des Tierkreises, das sind meines Erachtens jeweils Zeiträume, in denen enorm wichtige Entwicklungen vorbereitet werden, die dann unter Pluto im Widder einen nächsten Evolutionssprung generieren. Ich hoffe, dass die geneigten Leser nun neugierig genug geworden sind und nicht nur den Vortrag, sondern den gesamten Kongress Anfang Oktober besuchen.

 

Astrologin Monika Heer

Monika Heer (* 1957) arbeitet seit 1981 als Astrologin und war nach ihrem Studium mehrere Jahre Mitarbeiterin in der Praxis von Dr. Olga von Ungern-Sternberg. Sie unterrichtet Astrologie an ihrem DAV-Ausbildungs¬zentrum in Bochum, das 2001 gegründet wurde. Zuvor organisierte die Historikerin und Ger¬manistin viele Jahre lang Ausstellungen im Ruhrgebiet. Sie schreibt Astrologie-Texte und ist Heilpraktikerin für Psychotherapie.

E-Mail:
Homepage: http://www.astrologos.de/

Fabelhafte Astrologie

Monika Heer hat zusammen mit Thomas Künne das Buch „Fabelhafte Astrologie – 78 Tierkreis-Archetypen zum Leben erwecken“ geschrieben: Es ist vor Kurzem im Chiron-Verlag erschienen (294 Seiten, 24,90 Euro, erhältlich bei www.astronova.de).

Oh Schreck, der Betriebsprüfer kommt!

Saturn schenkt Pflichten – und Freuden

 

Von Petra Dörfert

Saturn ist der traditionelle Gegenspieler von Jupiter. In der klassischen Astrologie gilt er als „Übeltäter“, heute würde man sagen: Spielverderber, Griesgram, Moralapostel. Erhalten wir Besuch von Saturn, winkt quasi der Ernst des Lebens, und wir sehen uns mit Prüfungen, Herausforderungen und Hindernissen konfrontiert. Diese gehören aber zwangsläufig zum Leben dazu. Oder kennt jemand ein Märchen, in dem der Prinz die Prinzessin ohne Hürden erobert hätte? So „böse“ ist Saturn also gar nicht. Eigentlich macht er uns nur darauf aufmerksam, wo der Schuh drückt, wo wir uns noch etwas mehr anstrengen könnten und wo wir vielleicht nicht ganz so toll sind, wie wir gedacht haben. Er tut das aber nicht zur „Strafe“, sondern um Fehlentwicklungen vorzubeugen und uns die Möglichkeit zum Wachstum zu geben.

 

Immerhin ist Saturn einer der fairsten Planeten: Wenn er Kritik anmeldet, dann gibt es wirklich etwas zu kritisieren. Und wenn wir das einsehen und etwas verändern, dann hören die Schwierigkeiten auch wieder auf. Haben wir unsere Sache gut gemacht, winkt sogar eine Belohnung. Insofern bergen Saturn-Transite auch die Möglichkeit zu Aufstieg und Erfolg. Ein anderer positiver Effekt von Saturn-Konstellationen ist, dass er uns diejenigen Dinge beschert, die Nachhaltigkeit und Dauer haben – feste Lebenspartner, Kinder, Karriere-Jobs, Firmengründungen oder Grundbesitz. Er möchte uns damit erinnern, dass das, was wir uns wünschen, auch mit Verpflichtungen verbunden ist, die wir nicht nach Lust und Laune abschütteln können. Saturn zwingt uns also, „dranzubleiben“ und dadurch Reife zu entwickeln.

Im Folgenden möchte ich einige Geschichten erzählen, die zeigen, was man unter Saturn-Transiten alles erleben kann:


Saturn fordert uns auf, unser Leben selbstkritisch zu prüfen. Jeanne war glücklich verheiratet und hatte zwei Kinder. Sie schien rundum mit ihrem Leben zufrieden, obwohl sie frühere Karrierepläne – sie wollte eigentlich Modedesignerin werden – aufgegeben hatte. Als Saturn über ihre kreative Löwe-Sonne ging, machte sich bei ihr eine schleichende Unzufriedenheit bemerkbar. Jeanne wusste zunächst gar nicht, was mit ihr los war, und befürchtete, Depressionen zu bekommen. Als sie eines Nachmittags zufällig ihre alten Malsachen wieder fand, malte sie spontan ein Bild – ihr erstes seit Jahren. Jeanne sucht nun nach einem Weg, ihr Familienleben mit ihren künstlerischen Neigungen in Einklang zu bringen.


Saturn fordert uns auf, eigene Maßstäben zu setzen. Eine Bekannte von mir war viele Jahrzehnte lang Grundschullehrerin. Der Umgang mit Kindern machte ihr Freude und ihr Ansehen unter den Kolleginnen war hoch. Als Erika ihren 51. Geburtstag feierte, ging Saturn in ihr 10. Haus, und sie erhielt das Angebot, Schulleiterin zu werden. Was andere als den Höhepunkt ihrer Karriere betrachten würden, erfüllte Erika mit Sorge. Verwaltungskram und Organisation machten ihr keinen Spaß, zudem würde erheblich mehr Druck auf ihr lasten. Nur weil alle ihr so stark zuredeten und sie niemanden enttäuschen wollte, willigte sie schließlich ein. Sie biss sich in den nächsten Jahren tapfer durch ihr Amt, ging aber sobald als möglich in Frührente. Es tat ihr leid, nicht Lehrerin geblieben zu sein, und der Umgang mit den Kindern fehlte ihr. Saturn im 10. Haus hatte an Erika Pflichten herangetragen, die nicht ihrem Wesen entsprachen. Ihre Aufgabe hätte wohl eher darin bestanden, sich davon abzugrenzen und den eigenen Maßstäben zu folgen.


Saturn stellt Rasern das Stoppschild hin. Die Widder hatten schwer zu schlucken, als Saturn von Mitte 2003 bis Mitte 2005 Quadrate zu ihrer Sonne bildete. Ständig schien ihnen jemand Knüppel zwischen die Beine zu werfen, und ihr altbekanntes Motto „Geradewegs mit dem Kopf durch die Wand“ funktionierte plötzlich nicht mehr. So ging es auch dem Mann einer Klientin. Klaus war es gewohnt, im Berufsleben zu powern, und da er viel unterwegs war, drückte er auf der Autobahn gern mal auf die Tube. Als er im Herbst 2003 einen neuen Chef (Saturn!) bekam, brach Unfrieden los, da dieser um jeden Preis seine Autorität durchdrücken, Klaus aber nichts an seinem Arbeitsstil verändern wollte. Klaus war stinkwütend, als er eines Abends die Firma verließ und, wie so oft, alle Geschwindigkeitsanzeigen übersah. Es gab einen mittelschweren Blechschaden, und da Klaus leider schon ein paar Punkte in Flensburg hatte, war der Führerschein für einige Zeit weg. Saturn hatte hier gleich dreifach den mahnenden Zeigefinger erhoben, und zwar in Bezug auf Klaus’ Unfähigkeit, am Arbeitsplatz zu kooperieren, mit seinen Aggressionen sinnvoll umzugehen und vernünftig Auto zu fahren. Der Schock brachte Klaus ein bisschen auf den Teppich zurück: Er ging in der erzwungenen Fahrpause etwas häufiger ins Fitnessstudio, was auch seinem Blutdruck zu Gute kam, beherrscht sich jetzt mehr beim Fahren, und das Verhältnis zu seinem Chef (übrigens auch ein Widder!) hat sich mit der Zeit beruhigt.


Saturn schenkt Pflichten – und Freuden. Wilma hatte die Schwangerschaft nicht geplant, sondern sogar stets eine gewisse Abneigung gehabt, Mutter zu werden. Und dann kam der Transit-Saturn in ihr 5. Haus, sie vergaß einmal die Pille – und schon war’s passiert…! Anfangs dachte Wilma sogar über eine Abtreibung nach, mit der Zeit freute sie sich jedoch auf das Kind. Sie ist heute eine sehr glückliche und verantwortungsvolle Mutter.


Saturn erfüllt Wünsche auf die bodenständige Art. Stimmt es in einer Beziehung nicht, wird dies unter einem Saturn-Transit unfehlbar ans Licht kommen. Umgekehrt sind aber Beziehungen, die unter Saturn beginnen, mit die haltbarsten, die es gibt! Das durfte auch Jasmin erleben, die jahrelang Single gewesen war und sich schwer tat, eine neue Beziehung einzugehen. Eigentlich wünschte sie sich einen neuen Partner, aber sie war schüchtern und gehemmt, und die negativen Erfahrungen der Vergangenheit machten ihr Angst. In solchen Fällen schafft Saturn manchmal Tatsachen: Als dieser nämlich über Jasmins Venus ging, trat ein Mann in ihr Leben, an dem sie trotz ihrer Vorbehalte nicht vorbeikam – sicherlich kein Märchenprinz, aber jemand, mit dem man glücklich werden kann. Demnächst werden die beiden heiraten.


Die wichtigsten Saturn-Konstellationen auf einen Blick:

Jedes Horoskop hat zwölf Häuser (= zwölf Lebensbereiche). Saturn benötigt ungefähr zwei Jahre, um eines davon zu durchlaufen. Lesen Sie, welche Bedeutung es hat, wenn Saturn im Transit eines der Häuser berührt.

 

Saturn im 1. Haus

Beginn eines neuen Lebensabschnitts, lang gehegte Pläne sollten jetzt realisiert werden. Günstig bei Kinderwunsch. Wenn die Lebensperspektive fehlt: Gefühl der Belastung und Schwere.

 

Saturn im 2. Haus

Prüft unsere Finanzen: Wie gehen wir mit unseren finanziellen Ressourcen um? Verschwendung rächt sich, gute Anlagen und Investitionen tragen Früchte. Prüft auch unseren Selbstwert: Wird man seinen Ansprüchen gerecht? Und sind diese überhaupt stimmig oder gar überzogen bzw. zu lasch?

 

Saturn im 3. Haus

Prüft unsere Fähigkeit zu lernen und zu kommunizieren. Positive Zeit für Fortbildungen. Prüft unser Verhältnis zu unseren Geschwistern, Nachbarn, Bekannten.

 

Saturn im 4. Haus

Prüft unsere häuslichen Umstände: Wohnt man am richtigen Ort, in der richtigen Wohnung, im passenden Haus? Stimmt alles mit der Familie?

 

Saturn im 5. Haus

Prüft unsere Fähigkeit, Spaß und Lebensfreude zu haben. Und: Stimmt es eigentlich noch im Bett? Prüft zudem unser Verhältnis zu den Kindern. Erziehungsversäumnisse machen sich nun als „Schwierigkeiten“ bemerkbar.

 

Saturn im 6. Haus

Prüft unseren Arbeitsplatz: Stimmt das Klima, das Verhältnis zu den Kollegen? Ist der uns zugewiesene Aufgabenbereich angemessen? Stimmt das Verhältnis von Leistung/Ertrag/Anerkennung? Prüft auch unsere Gesundheit: Wie gehen wir mit unserem Körper um? Kommt er mit unserem Alltagsrhythmus zurecht?

 

Saturn im 7. Haus

Prüft unsere Beziehung: Wenn’s gut läuft, wird jetzt gerne geheiratet, läuft’s weniger gut, kann es zu Abkühlungen, Desillusionierungen und Trennungen kommen.

 

Saturn im 8. Haus

Prüft unser tiefstes Inneres: Gibt es ungelöste, verdrängte Probleme, kommen die an die Oberfläche. Gibt es keine, passiert meist gar nichts …

 

Saturn im 9. Haus

Prüft unser Wissen und unsere Glaubensüberzeugungen. Gute Zeit, um zu studieren oder ein Buch zu schreiben.

 

Saturn im 10. Haus

Prüft unseren Platz in der Welt, was sowohl berufliche Krisen als auch Beförderungen und Karriereschübe bringen kann.

 

Saturn im 11. Haus

Prüft unsere Freundschaften – zwingt uns dazu, uns von Menschen, die uns nicht gut tun, zu distanzieren. Kann aber auch neue, tiefe Freundschaften bringen. Eventuell werden gesellschaftliche Verpflichtungen an uns herangetragen.

 

Saturn im 12. Haus

Prüft unsere Fähigkeit, uns in uns selbst zurückzuziehen und uns auf unsere spirituellen Wurzeln zu besinnen. Schwierig für Menschen, die auf Aktivität gepolt sind. Alle Lebensbereiche kommen auf den Prüfstand, alles, was nicht mehr zu uns passt, wird abgeschlossen.


Und was bedeutet es, wenn der transitierende Saturn Planeten des Geburts-Horoskops berührt?

Sonne - Prüft, womit wir uns identifizieren („Persönlichkeits-Check“)

Mond - Prüft, ob unsere emotionale Basis noch stimmt, ob wir gut für uns selbst und andere sorgen („Gefühls-Check“). Kann mit Schwangerschaften, aber auch psychischen Abnabelungsprozessen einhergehen.

Merkur - Prüft, was wir denken und sagen. Zwingt zu mehr Präzision („Mental-Check“).

Venus - Prüft unseren Umgang mit der Liebe („Beziehungs-Check“). Kann Trennungen und neue Beziehungen bringen.

Mars - Prüft unseren Umgang mit Energien, unsere Durchsetzungskraft.

Jupiter - Prüft, ob wir zuviel oder zuwenig Freude, Zuversicht und Optimismus im Leben haben.

Saturn - Prüft, ob wir unseren Verantwortungen nachkommen.

Uranus - Prüft, ob wir genügend Freiheit und Unabhängigkeit besitzen.

Neptun - Prüft, ob wir Illusionen und Täuschungen aufgesessen sind.

Pluto - Prüft, wie wir die Krisen unseres Lebens bewältigt haben.

 

Kontakt: Petra Dörfert
Heilpraktikerin
Goethestr. 58
10625 Berlin
Tel.: 030 / 30 10 24 14
E-Mail:

Internet: www.astrologie-beratung-berlin.com

 

Petra Dörfert (geb. 1970, M.A.), studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Stuttgart und Berlin. Seit 1992 beschäftigt sie sich intensiv mit Astrologie und ließ sich im Jahr 2002 beratend in eigener Praxis in Berlin nieder. Die Spezialgebiete der gepr. Astrologin DAV sind Partnerschafts- und Berufsberatung sowie Astromedizin. Als Heilpraktikerin spezialisierte sie sich auf klassische Homöopathie. Seit 2011 leitet sie die DAV-Sektion „Medizin und Astrologie“ und ist Mitglied der Prüfungskommission des Deutschen Astrologen-Verbandes. Als Buch-Autorin brachte sie u. a. den Band „Wann kommt endlich der/die Richtige?“ heraus (2013).

 

Der Sternenhimmel im September 2014

 

Von Christian König

Am 22. September um 22.44 MESZ ist Herbstanfang. Am Nachthimmel findet man eine Mischung aus Sommer- und Herbststernbildern. Das Sommerdreieck hat sich ein gutes Stück nach Westen verschoben. Im Osten findet man die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda, Perseus, Steinbock, Fische und Wassermann. Skorpion und Jungfrau haben die Himmelsbühne verlassen und auch Arktur ist weiter zum Horizont hinab gestiegen.

Die sichtbaren Planeten

Merkur erreicht mit 26°24′ am 21.09. seine größte (östliche) Elongation von der Sonne. Da er sich im Tierkreis südlicher als die Sonne (fast 13°) aufhält und die Ekliptik flach zum Südwesthorizont verläuft, kann man Merkur leider abends nicht sehen. Am 21.09. passiert Merkur um 3.00 Uhr MESZ Spica.

Venus zieht sich allmählich vom Morgenhimmel zurück und wird am Ende des Monats unsichtbar – sie geht (symbolisch gesehen) in eine andere Welt. Am 05.09. erreicht sie ihr Perihel und zieht im Sternbild Löwe an Regulus vorbei. Aber Regulus ist in der Dämmerung nur mit Vergrößerung zu sehen.

Mars kann früh abends noch im Südwesten gesehen werden. Am 13.09. wechselt er in das Sternbild Skorpion und schon am 25.09. in das Sternbild Ophiuchus, den Schlangenträger. Vom 27. bis 28.09. läuft Mars an Antares vorbei, dem Hauptstern des Skorpions. Antares bedeutet so viel wie „marsähnlicher Stern“. Aufgrund seiner roten Farbe (Antares ist ein roter Überriesenstern) und seiner Ekliptiknähe kann man ihn schnell mit Mars verwechseln. Jetzt kann man beide gut miteinander vergleichen. Mars ist jetzt etwas heller als Antares, der dafür mehr funkelt und viel röter als der eher orangefarbene Mars ist. Unbedingt am 28.09. um 20.00 MESZ zum Himmel schauen: Knapp über dem Südwesthorizont stehen auf der einen Seite der Mondsichel Antares und Mars und auf der anderen Seite Saturn! Eine ähnliche Konstellation gab es das letzte Mal am 05.01.1926!

Jupiter ist am Morgenhimmel zu sehen, wandert direktläufig durch das Sternbild Krebs und steuert auf Regulus im Löwen zu, den er in diesem Jahr aber nicht mehr trifft.

Saturn verkürzt seinen Auftritt am Abendhimmel erheblich. Nur weil es im September schon früher dunkel wird, ist er noch für ca. eine Stunde sichtbar. Ende des Monats findet man ihn ungefähr zwischen Zuben Elgenubi und Zuben Elakrab. Noch einmal: unbedingt das Meeting von Saturn, Mond, Mars und Antares am 28.09. um 20.00 MESZ ansehen!

Der Fixsternhimmel

Norden: Im Nordosten funkelt – gerade eben über dem Horizont – Capella im Sternbild Fuhrmann.Im Nordosten befindet sich Perseus. In diesem Sternbild liegt auch Algol, ein veränderlicher Stern und der zweithellste Stern in diesem Sternbild. Dieser Stern ist voller mythologischer Zuschreibungen und hat in der Astrologie die wohl mit Abstand schlechteste Presse. Algol wurde von den Arabern „Ras al Ghul“ genannt („Kopf des Dämons“), die diesen weiblichen Dämon als Frau des Teufels ansahen. Ptolemäus bezeichnete den Stern als „den Strahlenden von denen im Kopf der Gorgo“. Die Chinesen nannten Algol „Tseih She“ (was „aufgestapelte Leichen“ bedeutet). Im Talmud repräsentiert Algol die erste Frau von Adam, Lilith, die ihn verließ, weil sie es ablehnte, unterwürfig-devot seine Bedürfnisse zu erfüllen. Algol wird auch „Teufelsauge“ genannt, weil er seine Helligkeit verändert.

 

Osten: Hoch am östlichen Himmel steht das Herbstviereck: ein großes Quadrat, das sich aus den Sternen Algenib, Scheat, Markab und Alpheratz (auch Sirrah genannt) zusammensetzt. Die ersten drei gehören zum Sternbild Pegasus, Alpheratz gehört schon zum Sternbild Andromeda. Wie die Bezeichnung „Herbstviereck“ deutlich macht, wird bald die dritte Jahreszeit Einzug halten. Noch beherrschen die Sommersternbilder den Abendhimmel. Allerdings hat sich das Sommerdreieck schon ein wenig nach Westen verschoben.

 

Süden: Im Südwesten schickt sich der Schütze an, die Himmelsbühne zu verlassen. Schütze wird oft dem Zentauren Chiron zugeordnet. Diese Zuordnung stimmt aber so nicht. Chiron ist bereits als Zentaur an anderer Stelle am Himmel verewigt – im Sternbild Centaurus. Bei dem Schützen könnte es sich um Krotos handeln, den Sohn von Pan und Eupheme, der Amme der Musen. Krotos war ein zweibeiniges Geschöpf mit dem Schwanz eines Satyrs. Krotos gilt nicht nur als Erfinder des Bogenschießens, sondern auch des Beifallklatschens. Die Musen, die sich gerne von ihm bewundern ließen, erfreute das Klatschen so sehr, dass sie ihm nicht nur einen Kranz zu Füssen legten (Sternbild Corona Australis), sondern auch Zeus baten, ihn an den Himmel zu versetzen. Aber dieser Mythos über Krotos ist möglicherweise auch erst nachträglich dem Schützen zugeordnet worden.

Tief im Süden wandert der Steinbock gerade durch den Meridian. Vor ca. 2000 Jahren erreichte hier die Sonne den tiefsten Stand des Jahres. Der Winterpunkt lag im Steinbock, und noch heute spricht man vom „Wendekreis des Steinbocks", obwohl bereits 120 v. Chr. der Winterpunkt aufgrund der Präzession nicht mehr im Sternbild Steinbock, sondern im Sternbild Schütze lag.

Unter dem Herbstviereck und rechts davon ist der Himmel nun voller Sternbilder, die mit Wasser zu tun haben: Steinbock (eigentlich ein Ziegenfisch), das recht große, aber lichtschwache Sternbild Fische, Delfin (zwischen Adler und Schwan) und unterhalb des lichtschwachen Wassermanns der Südliche Fisch mit dem sehr hellen Hauptstern Fomalhaut (arab. „Maul des Fisches“), der gerade eben über dem Südhorizont zu sehen ist.

Angeblich soll man im Wassermann 97 Sterne mit bloßem Auge erkennen. Doch bei unserem lichtverschmutzen Nachthimmel erkennt man oft nicht einen einzigen! Aquarius hält in der einen Hand seine Urne, in der anderen die „Norma Nilotica“, die Messlatte, um die Tiefe des Nils zu messen. Das Wasser, das er aus seiner Urne ausgießt, fließt direkt in das Maul des Südlichen Fisches (Piscis Austrinus).

Obwohl der Wassermann kein auffälliges Sternbild ist, gehört er zu den ältesten Sternbildern. Bei Aratos findet man ihn als eine Gestalt, die Wasser als Dankopfer spendet. Für die Menschen des Altertums muss er eine große Bedeutung gehabt haben, denn wenn die Sonne in das Sternbild Wassermann wechselte, markierte dies den Zeitpunkt der Regenzeit. Daher dürfte vermutlich auch sein Name stammen.

In Ägypten, wo es nur wenig Niederschlag gab, war und ist der Nil die Hauptwasserquelle, die Lebensader des Landes. Der tritt jeden Juli bis Oktober über die Ufer und gießt Wasser und fruchtbaren Schlamm über die Niltalebene. In der archaischen Zeit war Aquarius während der Überschwemmungsperiode das Sternbild im heliakischen Untergang (Aquarius ging am westlichen Horizont unter, während die Sonne aufging). Dieses visuelle Phänomen wurde von den Ägyptern so interpretiert, dass der große Wasserträger seine Urne in den Fluss eintauchte, die dadurch das Wasser verdrängte und so der Nil über die Ufer trat. Im Mittelalter sah man hier Johannes den Täufer, passend zum alten babylonischen Bild eines Mannes, der Wasser gießt; aber in dieser Periode ersetzte man Aquarius Messlatte auch durch ein profanes Handtuch – was ihn von einem fruchtbaren Schöpfergott zu einem Badehausassistenten degradierte.

 

Westen: Arktur ist tief im Westen zu finden, vorausgesetzt man kann ihn im Horizontdunst überhaupt noch erkennen. Deneb (Sternbild Schwan) steht nun fast im Zenit, während Wega und Altair (die beiden anderen Sterne des so genannten „Sommerdreicks“) den Meridian bereits überquert haben.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde dieses Sternbild als Schlange oder Drache angesehen. Seit der Zeit der Griechen wurde es ohne Flügel dargestellt. Ursprünglich waren die Sterne des Kleinen Bären die Flügel des Drachen. Als Dracos Sterne von etwa 4.500 v. Chr. bis etwa 2.000 v. Chr. die Polarsterne waren, sah man den himmlischen Drachen den größten Schatz bewachen: den ewig stillstehenden Punkt des Poles.

Der Drache schläft nie, was sich astronomisch-visuell dadurch erklärt, dass er nie untergeht. In vielen Mythen findet man Geschichten, die von reptilienartigen Kreaturen erzählen, die nie schlafen und etwas Kostbares bewachen. In der griechischen Mythologie findet man den hundertäugigen Drachen, der die goldenen Äpfel im Garten der Hesperiden bewacht. In der keltischen Mythologie wurde das Bild eines Drachen verwendet, um das zu schützen, was heilig war. Aber mit der Artussage wurde der Drache zum Beschützer oder Wächter von lediglich materiellen Schätzen.

 

Kontakt: Dipl.-Psych. Christian König

geprüfter Astrologe DAV  |  DAV Supervisor

Alter Fischmarkt 24
D-48143 Münster
Tel.: 02 51 / 24 63 28 5

E-Mail:

Internet: www.christiankoenig.eu

 

Christian König, Dipl.-Psychologe und geprüfter Astrologe DAV, arbeitet seit 2004 in eigener Praxis in Münster (tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie). Zuvor war er in unterschiedlichen Fachkliniken tätig, zuletzt als leitender Psychologe. Er absolvierte Weiterbildungen in Trauma-Therapie („EMDR-Therapeut“), Katathym-Imaginativer Psychotherapie und hat über 15 Jahre Erfahrung mit verschiedensten Entspannungs-Verfahren (Meditation, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Autogenes Training, Phantasiereisen und Stressbewältigung). Seit seinem 11. Lebensjahr beschäftigt er sich mit Astrologie. 2007 bestand er die DAV-Prüfung, gehört seit 2011 der DAV-Kongresskommission an, ist als DAV-Supervisor tätig und als Autor astrologischer Fachartikel. Sein Spezialgebiet ist die Fixsternastrologie – die astrologische Deutung des ganzen Sternenhimmels (Ausbildung bei Bernadette Brady und Darrelyn Gunzburg).

Gute Chancen für ein Comeback Thomas Gottschalks

Wetten, dass... er vielleicht doch zurückkehrt?

 

Von  Mirjam Schneider

Es war eine ziemlich dramatische Trennung damals: Nach 24 Jahren war Schluss, Thomas Gottschalk verabschiedete sich von seiner  „großen Liebe“, der Unterhaltungsshow „Wetten, dass…?“. Sein Nachfolger, Markus Lanz, gab in seinen Schuhen keine gute Figur ab – das endgültige Aus der Sendung wurde verkündet. Nun macht eine Neuigkeit die Runde, die aufhorchen lässt: Laut der Zeitschrift „Bunte“ soll die Sendung nicht eingestellt werden und Thomas Gottschalk gar ein Comeback als Moderator haben! Dieser dementiert das Gerücht: Da wisse die „Bunte“ mehr als er, sagt der 64-Jährige. Niemand vom ZDF habe ihn kontaktiert, und er sei ja 2015 noch bei RTL unter Vertrag. Ein „Nein“ ist das aber nicht. Oder?

Was sagen die Sterne dazu? Nun, verdächtig ist es schon, dass diese Meldung in die Medien kommt, just als der Jupiter über Gottschalks MC läuft.Das ist doch eine Ankündigung, die Hoffnung macht! Immerhin steht Jupiter als Herr von 3 in 10. Wobei ja der Jupiter oft sehr großzügig ist, aber auch mehr versprechen kann als er hält. Immerhin aktivieren aktuell Sonne und Merkur in Gottschalks 10. Radix-Haus die Planeten Venus, Mond und Neptun. Transit-Mars, zuständig für sein 6. „Arbeitshaus“, aktiviert Anfang September den Radix-Mars im Sextil – auf ein Neues? Vor nicht allzu langer Zeit, Mitte Juli nämlich, lief sein DC-Herrscher Mars über den Aszendenten – wirklich niemand ist auf ihn zugekommen? Hmm, das wäre erstaunlich! Uranus wird noch eine ganze Weile die AC-Herrin Venus in Widder, ebenfalls im 6. Haus, mobilisieren –  Ideen zu neuen Projekten können sicherlich noch eine ganze Weile für Unruhe sorgen. Unter Transit-Saturn am Aszendenten nahm der Moderator schweren Herzens Abschied, nun verlässt Saturn bald sein 1. Haus und kann ihn im 2. Haus (die Oppositionen zu Merkur und Sonne in Stier stehen bevor) wieder verstärkt auf das Altbewährte aufmerksam machen, das ihm noch immer so viel bedeutet.

Nun zum Combin-Horoskop von Gottschalk und „Wetten, dass…?“: Dort ist zu sehen, dass Saturn, Herr des 10. Hauses, der Entwicklungsziele, aktuell Pluto/Uranus und bis Jahresende noch Venus/Neptun (die sehnsüchtige Liebe!) und Mars (Herr von 1) aktiviert. Mars selbst wird sehr bald seinen Return Ende Skorpion machen, was immer ein Zeichen für den Beginn eines neuen Schaffens-Zyklus ist. Transit-Pluto schließlich, der große Transformator über den Weg der Krise und des Leidens, umkreist das Combin-MC! Bekanntlich hat sich der einst so populäre Moderator in anderen Formaten danach nicht gerade mit Ruhm bekleckert und einen Flop nach dem anderen gelandet. „Wetten, dass…?“ ist sein Ding, ja wirklich die große Liebe. Angesichts dieser Tendenzen lässt sich sagen: Das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen.

Gepostet erstmals:  8.7.2014

 

Mirijam Schneider

 Kontakt: Mirjam Schneider

Tel. +44 758 184 1660
E-Mail:  

Internet: www.mirjamschneider-astrology.com/deutsch/

Link: http://mirjamschneider-astrology.com/blog-astrology-mirjam-schneider/thomas-gottschalk-und-seine-grosse-liebe-wetten-dass/

 

Mirjam Schneider (geb. 1977 in Hannover), lebt 2012 in England. 2010 legte sie die DAV-Prüfung ab. Sie arbeitet als astrologische Beraterin und Autorin. 2011 übernahm sie die Monatshoroskope der Frauenzeitschrift „Jolie“, 2012 folgten die Wochenhoroskope für die „Laura“. Seit 2007 schreibt sie Porträts über internationale Stars im von Markus Jehle herausgegebenen und vom DAV empfohlenen Astrologie-Magazin „Meridian“. Ihre Analysen wurden auch im British Astrological Journal und im Mountain Astrologer (USA) veröffentlicht. Im April 2014 folgten Promi-Porträts für das britische Onlinemagazin „female first“.

Jupiter

Jupiter – Glücksbringer oder Schaumschläger?

Transite des großen Wohltäters eröffnen Chancen, sind aber keine Garantie

 

Von Petra Dörfert

In der klassischen Astrologie wird Jupiter als „Wohltäter“ oder auch als „das große Glück“ bezeichnet. Da er sich relativ schnell durch das Horoskop bewegt, ist fast immer irgendeine aktuelle „Glückskonstellation“ zu finden. Wir müssten daher eigentlich ständig Glück haben – aber die Realität spricht leider eine andere Sprache. In der Beratung sollte sich der Astrologe also gut überlegen, ob er dem Klienten einen „Glücksfall“ verspricht, denn sonst sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Das Verzwickte ist: Jupiter scheint sich vorzubehalten, ob er seine gute Gaben austeilt oder nicht. Manchmal passiert gar nichts, manchmal speist er einen mit Trostpreisen ab (obwohl man doch das große Los erwartet hatte!). und manchmal schlägt das große Glück tatsächlich wie eine Bombe ein. Leider entpuppt sich Jupiter oftmals auch bloß als der „große Übertreiber“: Im Spannungsaspekt narrt er uns nämlich mit überzogenem Optimismus, verführt zu übertriebenen Geldausgaben oder stachelt dazu an, zu viel auf einmal zu wollen. Im Folgenden möchte ich einige Geschichten erzählen, die zeigen, was man beim Umgang mit Jupiter alles erleben kann-

Jupiter darf man nicht verpassen! Leider wiegt einen Jupiter manchmal in dem Gefühl, dass es ab jetzt nur noch aufwärts geht, so dass man die tatsächlichen Chancen schlichtweg verschläft. So ging es einem Bekannten von mir: Er war bereits seit Jahren arbeitslos und natürlich mit seiner Situation unzufrieden. Als Jupiter in sein 1. Haus wechselte (= Neubeginn, vgl. Tabelle unten), erhielt er ein Jobangebot, das ihm allerdings größere persönliche Veränderungen – wie etwa den Umzug in eine andere Stadt –  abverlangt hätte. Er schlug aus – und wartet bis heute vergeblich auf eine weitere Chance.


Jupiter erfordert Mut! Einer meiner Klienten befand sich in einer sehr schlechten beruflichen Situation. Er war innerhalb seiner Firma auf eine Position versetzt worden, die ihm überhaupt nicht lag, und wurde zudem gemobbt. Da Jupiter bald in sein 10. Haus wechseln würde (= berufliche Chancen) und weitere Veränderungskonstellationen anstanden, riet ich ihm, sich anderweitig zu bewerben, zumal er über hohe Qualifikationen verfügte und äußerst begabt war. Leider konnte er sich nicht zu diesem Schritt durchringen. Als Jupiter tatsächlich in sein 10. Haus eintrat, hörte das Mobbing zwar weitgehend auf und er erhielt auch einen neuen Tätigkeitsbereich zugewiesen, der ihm etwas mehr Spaß bereitete – eine tief greifende Veränderung trat jedoch nicht ein. Schade, wir werden leider nie erfahren, welche Position er hätte erreichen können, wenn er mutig Bewerbungen geschrieben hätte…


Jupiter erfüllt nicht alle Wünsche! Eine Freundin von mir wünschte sich nichts mehr als eine Fernsehkarriere, weshalb sie über Jahre hinweg an ihrem Styling arbeitete und sich um jedes Casting riss. Als Jupiter in ihr 10. Haus eintrat (= berufliche Chancen), erhielt sie fast auf den Tag genau das heiß ersehnte Angebot für einen „richtigen“ Fernsehauftritt. Sie absolvierte diesen bravourös – und hegte nun die größten Erwartungen. Trotzdem blieb es beim einmaligen Engagement. Meine Freundin war zutiefst enttäuscht, gestand sich aber mit der Zeit ein, dass ihre Begabungen eigentlich in eine andere Richtung gingen, so dass sie endlich von ihrem Traum loslassen konnte. Mittlerweile arbeitet sie erfolgreich in einem anderen Bereich. Jupiter hat hier also nicht den großen Karrieresprung herbeigezaubert, sondern eher geholfen, „den Knoten zu lösen“. Auch das ist eine wichtige Erkenntnis: Jupiter kann niemals etwas schenken, das nicht im übrigen Horoskop angelegt ist. Ähnlich wie verantwortungsbewusste Eltern erfüllt er seinen Kindern nicht alle Wünsche – was Trostpreise (immerhin war ihr ja ein gelungener Auftritt gegönnt!) und aufschlussreiche Erkenntnisse nicht ausschließt.


Auch Jupiter braucht eine Chance! Eigentlich sollte es ja Jupiter selbst sein, der Chancen bringt – dennoch bedarf es auch eines Nährbodens, auf dem seine Saat aufgehen kann. Ich muss hierbei an eine Klientin denken, deren Radix-Jupiter im 7. Haus stand, eine Konstellation, die traditionell ein glückliches Beziehungsleben anzeigt. Genau das Gegenteil war aber der Fall: In ihrem Leben reihte sich eine partnerschaftliche Katastrophe an die andere. Neben Jupiter gab es leider andere Konstellationen, die darauf hinwiesen, dass eine unglückliche Vaterbeziehung ihren Kontakt mit der Männerwelt erschwerte; im Grunde wäre eine Therapie nötig gewesen. Die Klientin war dazu jedoch nicht bereit, sondern beharrte darauf, dass das „Schicksal“ an allem Schuld sei. Als sich nun der Transit-Jupiter ihrem 7. Haus näherte (= Beziehungschancen), hoffte ich inständig, dass vielleicht doch einmal ein netter Mann in ihr Leben träte – schließlich könnte das ja auch Impulse geben, ihre Probleme zu heilen. Absolute Fehlanzeige! Ihre Einstellung gegenüber einer neuen Partnerschaft war so negativ, dass sie in dem fraglichen Zeitraum nicht einmal eine flüchtige Bekanntschaft machte. Jupiter hatte bei ihr also keine Chance – wie schade!


Und wo bleiben die Erfolgsmeldungen? Natürlich gibt es sie, die großen Glücksfälle! Ich kenne Menschen, die mit Transit-Jupiter im 1. Haus endlich schwanger wurden, mit Transit-Jupiter im 4. Haus ihre Traumwohnung fanden, mit Transit-Jupiter im 10. Haus den Chefsessel errangen und mit Transit-Jupiter auf der Venus ihre große Liebe trafen. Fast immer haben diese Menschen jedoch selbst ihren Beitrag dazu geleistet, dass sich Jupiter im magisch richtigen Augenblick ihres Lebens entfalten konnte. „Jeder ist seines Glückes Schmied“ – das ist kein leerer Spruch, sondern eine Tatsache. Eine gute Beratung besteht daher nie aus leeren Glücksversprechungen, sondern gibt Anregungen, wie wir das Glück auch in unser Leben einladen können!


Die wichtigsten Jupiter-Konstellationen auf einen Blick

Jedes Horoskop hat zwölf Häuser (= zwölf Lebensbereiche). Jupiter durchläuft pro Jahr ungefähr eines davon. Lesen Sie, welche Bedeutung es hat, wenn Jupiter im Transit eines der Häuser berührt.

Jupiter im 1. Haus

Gut für Neuanfänge. Allgemein gutes Wohlbefinden und Energie. Bei Frauen auch günstig für Wunschkindschwangerschaften.

Jupiter im 2. Haus

Gut für den Geldbeutel: materieller Zuwachs oder wenigstens Stabilisation. Zuwachs an Selbstvertrauen.

Jupiter im 3. Haus

Gut für den Geist: weckt die Lust aufs Lernen, auf kleine Reisen, auf neue Bekanntschaften und Austausch.

Jupiter im 4. Haus

Gut für das Familienleben: Man zieht sich zurück und schöpft neue Kraft.

Jupiter im 5. Haus

Gut für Hobbys: man hat Zeit und Lust, endlich einmal zu tun, was man schon tun immer wollte. Gut auch für das Sexualleben, das neuen Schwung erhält.

Jupiter im 6. Haus

Gut für den Job: begünstigt Stellenwechsel und Jobsuche, entlastet bei akuten Problemen. Gut auch für die Gesundheit: Wer etwas auszukurieren hat, sollte jetzt damit beginnen.

Jupiter im 7. Haus

Gut für das Beziehungsleben: Wer eines hat, darf sich freuen; wer keines hat, sollte jetzt auf Partnersuche gehen.

Jupiter im 8. Haus

Gut fürs „Ausmisten“: Diese Zeit bietet vor allem denjenigen Vorteile, die eine Therapie machen wollen – alle anderen spüren eher wenig…

Jupiter im 9. Haus

Gut für neue Horizonte: weckt die Lust auf Studien und weite Reisen.

Jupiter im 10. Haus

Gut für die Karriere: begünstigt den Aufstieg, bietet Chancen.

Jupiter im 11. Haus

Gut für alte und neue Freundschaften, begünstigt Aktivitäten in Vereinen und Gruppen, regt zu gesellschaftlichem Engagement an; eventuell kommt man in den Genuss von Protektion.

Jupiter im 12. Haus

Gut für den Rückzug: jetzt sollte man etwas kürzer treten und regenerieren; ideal für Meditation und Entspannung.

 

Und was bedeutet es, wenn der transitierende Jupiter Planeten des Geburts-Horoskops berührt?

Sonne - verleiht Energie und Zuversicht, stärkt die Lebenskraft

Mond - unterstützt das Gefühlsleben (häufig auch bei Schwangerschaften)

Merkur - positiv für Prüfungen und Vertragsabschlüsse

Venus - oft im Zusammenhang mit neuen Beziehungen

Mars - gibt Schwung und Energie

Jupiter - steht für den Anfang eines neuen Zyklus

Saturn - hilft bei der Lösung von Blockaden, stärkt das Selbstvertrauen

Uranus - regt zu Neuerungen an

Neptun - beflügelt die Phantasie und Spiritualität

Pluto - setzt heilsame Krisen in Gang

Petra DörfertKontakt:

Petra Dörfert
Heilpraktikerin
Goethestr. 58
10625 Berlin
Tel. 030 / 30 10 24 14
E-Mail:

Internet: www.astrologie-beratung-berlin.com

Petra Dörfert (geb. 1970, M.A.), studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Stuttgart und Berlin. Seit 1992 beschäftigt sie sich intensiv mit Astrologie und ließ sich im Jahr 2002 beratend in eigener Praxis in Berlin nieder. Die Spezialgebiete der gepr. Astrologin DAV sind Partnerschafts- und Berufsberatung sowie Astromedizin. Als Heilpraktikerin spezialisierte sie sich auf klassische Homöopathie. Seit 2011 leitet sie die DAV-Sektion „Medizin und Astrologie“ und ist Mitglied der Prüfungskommission des Deutschen Astrologen-Verbandes. Als Buch-Autorin brachte sie u. a. den Band „Wann kommt endlich der/die Richtige?“ heraus (2013).

Bachblüten für den Stier

 

Von Katrin Röh

Grüne, satte Wiesen, der reiche Duft der Natur, der sich nun Tag für Tag entfaltet, das frische Blattwerk an den Bäumen und Büschen, all das verführt dazu innezuhalten, den Frühling in seinem Reichtum zu spüren. Dort, wo der Widder eben noch vorbeistürmte, hält der Stier nun inne, genießt mit allen Sinnen, möchte erhalten, konsolidieren und besitzen.

Pragmatisch und realistisch geht der Stiergeborene an seine Vorhaben heran, einen einmal eingeschlagenen Weg verfolgt er unbeirrbar. Es geht ihm nicht darum, Neues zu entdecken, sondern Entdecktes möglichst nutzbringend zu verwerten. Alles, was Wert und Besitz verspricht, wird der Stier für gut befinden. Er ist auch bereit, die Verantwortung zu übernehmen für das, was er besitzt, sich zu binden und dort zu bleiben, wo er Fuß gefasst hat.

Produktivität und Vermehrung schenken dem Stiergeborenen Lebenssinn, sich in seiner körperlich-sinnlichen Dimension zu erfahren, schenkt ihm Lebensfreude. Der Stiergeborene braucht seine „Herde“, der er sich zugehörig fühlen darf, das kann die eigene Familie sein, die enge Freundesgruppe, Menschen, die er versorgt und denen er nahe ist.

Mehr als geistige Nähe ist dem Stiergeborenen die körperliche Nähe wichtig, er muss die Menschen um sich herum spüren, darüber nimmt er ihre Schwingungen auf und weiß intuitiv, wie es ihnen geht, ohne viele Worte oder geistige Akrobatik. Überhaupt liebt es der Stier zu wissen, woran er ist: Visionen, Ideen, Exzentrik und Schwärmerei sind ihm fremd und suspekt. Er braucht Klarheit, Umsetzung und konkretes Handeln.

Ebenso wie er seine Versprechen hält, erwartet er das auch von anderen. Es gibt wohl kein zuverlässigeres und solideres Sternzeichen. Mit  Unzuverlässigkeit und Kurswechseln kann der Stiergeborene nur schwer umgehen, alles Neue wird Zeit brauchen, bis es seinen Weg in das Leben des Stiers gefunden hat. Und seinen Platz findet das Neue dort auch nur, wenn es dem Stier Ertrag bringend erscheint. 

Das, was der Stier sich erarbeitet hat, ist ihm heilig.  Es ist die Basis seines Selbstwertes, verliert er, was er besitzt, dann braucht er lange, um seinen Selbstwert wieder aufzubauen. Seine inneren Wurzeln gründen in dem Boden des materiellen Besitzes, ohne ihn ist er wurzellos und verliert den Halt.

Eigentlich ist der Stiergeborene ein friedliebender Mensch, er kämpft eher, indem er passiven Widerstand leistet oder taktisch vorgeht, anstatt eine offene Konfrontation zu provozieren. Gern erreicht er Dinge mit Diplomatie – über das Tierkreiszeichen Stier herrscht die Venus mit ihrem Sinn für das Schöne und Harmonische. Ebenso lange, wie es braucht, einen Stier wütend zu machen, dauert es, bis seine Wut verraucht ist. Dann kann der Stiergeborene durchaus zerstörerisch sein, alles niederwalzen, was sich ihm in den Weg stellt. In diesem Fall sollte man tunlichst vermeiden, seinen Weg zu kreuzen.

Besitzen und Erhalten von materiellen Werten, das Bewahren von Traditionen und Altbekanntem kann aber auch dazu führen, dass der Stiergeborene irgendwann starr und unbeweglich wird, seine geliebte „Herde“ weiterzieht und ihn in seinem Eigensinn und seiner Unflexibilität alleine lässt. Melancholie und depressive Verstimmungen können dann Fuß fassen, als Reaktion wird der Stier vielleicht zunächst in noch mehr materielle Sicherheit flüchten, sich noch mehr einmauern, seine Schutzwälle aus Besitz noch höher errichten.

 

Bachblüte Nr. 1 für den Stier: Gentian

Isolation und Einsamkeit sind für den Stiergebornen fast so schlimm wie der Verlust seines Besitzes, definiert er doch seinen Selbstwert auch darüber, dass er sich um andere Menschen kümmern kann, sie versorgen darf. Die Bachblüte Gentian löst solche Blockaden und Verhärtungen. Innere Schwere und Mutlosigkeit weichen einer positiven Lebenseinstellung, so dass die Freude am Leben und dessen sinnlichen Eindrücken wieder Raum erhält. 

Bachblüte Nr. 2 für den Stier: Chestnut Bud

Traditionen zu erhalten, in ihnen zu leben, schenkt dem Stiergeborenen Sicherheit. Das Altbekannte birgt keine Überraschungen, ist keine Bedrohung. Allerdings kann so auch keine Erneuerung stattfinden. Das kann auch bedeuten, dass alte Fehler wieder und wieder gemacht werden, der Stiergeborene nicht aus seinen eingefahrenen Mustern herausfindet. Die Bachblüte Chestnut Bud hilft, Erfahrungen zu verarbeiten, sie nicht einfach beiseite zu schieben, sondern ihren Wert konstruktiv umzusetzen, um die Dinge positiv zu verändern. Diese Blüte steht für die Fähigkeit, Neues anzunehmen und umzusetzen. Sie steht dafür, sich selbst mit der äußeren Realität und ihren Möglichkeiten konstruktiv und produktiv zu verbinden.

Bachblüte Nr. 3 für den Stier: Chicory

Wenn materieller Besitz zur einzigen Grundlage des eigenen Selbstwertes wird, dann kann es dazu führen, dass der Stiergeborene alles dafür tut, um diesen Besitz zu erhalten und ihn als Machtmittel zu benutzen. In diesem Fall kann der Stier manipulierend und besitzergreifend werden. Das muss nicht bewusst geschehen, aber dennoch ist der Drang, andere über den eigenen materiellen Besitz zu beherrschen, so stark, dass ein Missbrauch dieser vermeintlichen Macht stattfinden kann. Die Bachblüte Chicory wandelt diese Persönlichkeitsanteile um. Nun können Gefühle spontan ausgedrückt werden, ohne als Mittel zum Zweck benutzt zu werden, eigene Bedürfnisse werden besser erkannt und es ist keine Manipulation mehr nötig, um das zu bekommen, was man möchte. Materielle Zuwendung anderen Menschen gegenüber findet nun wieder aus ehrlicher Zuneigung und aus dem Wunsch zu helfen statt. Die Ängste, die zuvor dazu geführt haben könnten, dass der Stiergeborene seine umsorgende Natur destruktiv in Form von Manipulation und Machtgebaren lebt, schwinden. Der Stier darf sich anderen Menschen jetzt wieder in seiner ver- und umsorgenden Liebe zeigen.

 

Kontakt:  Katrin Röh

Telefon: 0039 / 348 / 286 57 35

E-Mail:

Internet: www.katrinroeh.com

 Link: https://www.facebook.com/notes/dav-deutscher-astrologenverband/widder-und-bachbl%C3%BCten/635399586533422

 

Katrin Röh (geboren 1969 in Hamburg) studierte Sprachwissenschaften an der Universität Florenz. Ihre Promotion erlangte sie im Fach ‚Italienische Dialekte’ mit einer sprachwissenschaftlichen Arbeit über toskanische Märchen. Von Juni 2011 bis Januar 2013 absolvierte sie eine Ausbildung in psychologischer Astrologie in der AstroPraxis Hamburg. Sie lebt seit 1989 überwiegend in Italien und ist als selbstständige psychologische Astrologin und Autorin in Florenz und Hamburg tätig. Seit 2012 ist sie Mitglied im Deutschen Astrologen-Verband.

Quellennachweis:

Mechthild Scheffer/ Wolf-Dieter Storl: „Die Seelenpflanzen des Edward Bach“, Verlag Hugendubel

Mechthild Scheffer: „Original Bachblütentherapie, Jungjohann Verlagsgesellschaft

Peter Damian: „Astrologie und Bachblüten“, Verlag Goldmann

Brigitte Hamann: „Die zwölf Archetypen“, Verlag Knaur

T.W. Hyne Jones: „Dizionario dei rimedi floreali“, Macro Edizioni

Renzo Baldini´: „Trattato tecnico di astrologia”, Hoepli

Michael Roscher: „Das Astrologiebuch”, Chiron Verlag

 

 

Boticelli - Die Geburt der Venus

Das geht ihr an die Nieren…

Die Waage aus astro-medizinischer Sicht

 

Von Heide Trautmann

Am 23. September 2014 tritt die Sonne um 4.29 Uhr MESZ ins Tierkreiszeichen Waage ein; wir haben Herbst-Tagundnachtgleiche. Astromedizinisch ordne ich der Waage die Nieren, die Haut und den Lendenbereich zu. Nieren und Haut übernehmen eine wichtige Ausleitungs- und Entgiftungsfunktion für unseren Organismus. Weiterhin stellen sie einen Ausgleich für unseren Flüssigkeitshaushalt und unsere Körpertemperatur her.

Beschwerden der Nieren lassen auf der seelisch-geistigen Ebene auf ungelöste Konflikte in der Partnerschaft schließen, wobei hier nicht nur die Liebesbeziehung im Speziellen gemeint ist, sondern jede Form von Beziehung und Begegnung im Allgemeinen. Nach meiner Erfahrung manifestieren sich erlittene Schmerzen in der linken Niere, der weiblich-emotionalen Seite. Konflikte mit der eigenen Verantwortlichkeit innerhalb von Beziehungen manifestieren sich dagegen eher in der rechten Niere, der männlich-rationalen Seite. Unverarbeitete Verletzungen und nicht geweinte Tränen bilden kristalline Ablagerungen, von Nierengries bis zum Stein, der dann unter extremen, wehenartigen Schmerzen losgelassen werden muss. 

„Die Geburt der Venus“ (1485) von Sandro Botticelli befindet sich in den Uffizien in Florenz. Das Bild stellt die Göttin Venus dar. Als Planet herrscht die Venus über das Tierkreiszeichen Waage.  (Foto: Wikipedia)

Auf der Achse Widder – Waage lässt sich die Interaktion der beiden Zeichen in der Medizin sehr gut erkennen. Der Nierenapparat ist an der Regulierung des Blutdrucks mitbeteiligt. Erhöhter Blutdruck lässt, wie der Begriff schon sagt, auf Druck im seelisch-geistigen Bereich schließen; Emotionen werden unterdrückt, vor allem um Streit und Aggressionen zu vermeiden. Druck, insbesondere Zeit- und Leistungsdruck, entsteht auch, wenn der Mensch glaubt, Erwartungen erfüllen zu müssen. Das Spannungsquadrat der zwei Hauptachsen Widder – Waage sowie Krebs – Steinbock zeigt die Hauptproblematik unserer Gesellschaft an; eigene Bedürfnisse müssen mit den Anforderungen von Familie, Partnerschaft und Beruf unter einen Hut gebracht werden.

Die Nieren schütten das Hormon Erythropoetin aus, das die Bildung der roten Blutzellen, der Erythrozyten, anregt. Diese roten Blutzellen transportieren Sauerstoff in die Zellen und sorgen so für Vitalität und Abwehrstärke. An der Signatur ist die Zuordnung zum gegenüberliegenden Zeichen Widder deutlich zu erkennen. Ein Mangel dieses Hormons führt zu Blutarmut (Anämie), Leistungsschwäche, Müdigkeit und Infektanfälligkeit.

Das Zeichen Waage steht für Partnerschaft, Harmonie, Ästhetik, Ausgleich, Friede, Versöhnung. Von daher scheut der Waage-betonte Mensch Streit und Aggressivität. Wenn das Vermeiden von Konflikten im Außen aber zulasten der eigenen inneren Harmonie geht und der Krieg stattdessen im Inneren tobt, dann leidet die Seele. Sobald unser Gleichgewicht gestört ist, finden Krankheiten ihren Anfang.

Unterdrückter Ärger über die mangelnde Durchsetzung findet häufig seinen Ausdruck in Kopfschmerzen. Hier kann die Erkenntnis entlasten, dass wir nicht wirklich kämpfen müssen (was dem Archetypen Widder selbstverständlich, der Waage-Natur aber zuwider ist). Es genügt, den eigenen Standpunkt zu klären und ihn entschieden und klar zu äußern. Wir können im Außen einen Ausgleich nur herstellen, wenn wir im Inneren unser Gleichgewicht halten. Das ist ein wichtiger Grundsatz für alle Friedensstifter.

Die Angst vor dem Verlassenwerden, dem Alleinsein, ist ein wesentlicher Schattenanteil, der sich hinter oder unter dem Harmoniebedürfnis des Waage-Archetypen verbirgt. Wenn sich der Waage-betonte Mensch – das sind insbesondere Menschen mit Sonne, Mond oder Aszendent in der Waage – mit seinen „Lieben“, in der Regel ist es vor allem der Liebespartner, identifiziert, verliert er/sie unbemerkt die eigene Identität. Die Erkenntnis darüber wird schmerzhaft und es benötigt viel Mühe, sich diese verlorenen eigenen Anteile wieder zurück zu erobern. 

Also geht es um das All-Ein-Sein. Ich erinnere gerne an die Realität unseres Daseins: Wir kommen alleine und wir werden alleine gehen. Es lohnt sich, das Alleinsein zu üben und zu genießen. Es lohnt sich, uns all das Gute zu geben, was wir von anderen erwarten und von dem wir annehmen, dass nur andere uns das geben könnten.

So kann der Waage-betonte Mensch lernen, sich erst einmal selbst zu verwöhnen. Die Waage-Frau liebt Bäder mit guten Düften, Ölmassagen, Kerzen und entspannende Musik. Im Wellness-Bereich kann sich die Waage sehr gut regenerieren und im benachbarten Kosmetikbereich das Selbstwertgefühl stärken. Diese Aussagen trafen in unserer Kultur hauptsächlich auf Frauen zu.

In einer Zeit, in der Metrosexualität definiert wird, stehen diese Genüsse endlich auch „dem Mann“ offen zur Verfügung.

Selbstverständlich hilft die Gesprächstherapie der kontakt- und kommunikationsfreudigen Waage bei der Überwindung von Verletzungen und Ängsten. Eine wunderbare Form der Vorbeugung und Therapie biete der orientalische Tanz: Dieser Tanz bewegt sanft den Lendenbereich, die Hüften und das Becken. Hier werden Muskeln angesprochen und aktiviert, die Frauen in unserer Kultur nicht bewusst sind, ihnen aber ein starkes Gefühl für den eigenen Körper mit eigenem Lustempfinden vermitteln. Dieses Erleben überzeugt davon, dass die angenehmen Gefühle im eigenen Körper entstehen. Mit diesem Erleben und dieser Sicherheit im Inneren entsteht eine stabile Basis für Beziehungen ohne die verhängnisvolle und krankmachende Abhängigkeit. 

Blieskastel, 16.September 2014

 

Kontakt: Heide Trautmann
Heilpraktikerin
Am Eichberg 18
D- 66440 Blieskastel

Tel. 06842 / 708 2088
E-Mail:

Internet: www.astromedizin.info

Online-Veranstaltungen: www.edudip.com/academy/Heide.Trautmann

 

Heide Trautmann (geb. 1953), Mitglied der DAV-Sektion Medizin und Astrologie, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Gehilfin in Wirtschafts- und Steuerberatung, später bildete sie sich zur Betriebswirtin Rechnungswesen fort und war bis 1994 in diesem Beruf tätig. Ihre astrologische Ausbildung erhielt sie von 1982 bis 1984, von 1989 an folgte eine Ausbildung in klassischer Homöopathie. Fortbildungen im Bereich Eventmanagement, Wingwave und spiritueller Kinesiologie runden die beruflichen Qualifikationen ab. Seit 1994 ist Heide Trautmann als selbständige Heilpraktikerin mit den Schwerpunkten Astromedizin, Spirituelle Kinesiologie und Klassische Homöopathie tätig. Sie gibt ihr Wissen auch in zweijährigen Fachausbildungen an medizinisch interessierte Astrologen und astrologisch interessierte Therapeuten weiter.

Wie verreist ein Widder…?

Astrologischer Urlaubsratgeber für die zwölf Tierkreiszeichen

 

Von Petra Dörfert

Eigentlich müsste man ja das ganze Horoskop befragen, um sagen zu können, wie und wohin jemand am liebsten verreist und ob es sich um einen Weltenbummler handelt oder doch eher um jemand, der bevorzugt in heimatlichen Landen weilt. Dennoch verraten das Tierkreiszeichen und der Mond (= Wie relaxt und entspannt man am besten? Wo fühlt man sich wohl?) schon so einiges über die Reisegewohnheiten….

 

Widder

Der Widder ist der klassische Sport- und Abenteuerurlauber. Am Strand oder am Pool hält er es nicht lange aus, denn einfach nur nichts tun ist viel zu langweilig! Man stellt sich ihm daher am besten nicht in den Weg, wenn es ihn drängt, das Wasserski-Gleitschirmfliegen, Tiefseetauchen, Wildwasser-Rafting oder sonst eine exotische Sportart auszuprobieren. Wichtig ist vor allem der Kick – der Widder möchte sich gerne immer aufs Neue beweisen, weshalb ihn auch das nur reizt, was er noch nicht kennt. Wohin die Reise geht, ist ihm hingegen ziemlich egal – Hauptsache der Fun-Faktor stimmt, und ein bisschen erotisches Knistern darf gerne auch mit dabei sein …

 

Stier

Stiere sind nicht unbedingt die großen Weltreisenden, denn Stress und Unbequemlichkeit können sie überhaupt nicht vertragen. Daher bleiben viele von ihnen lieber gleich zu Hause und machen es sich in ihren eigenen vier Wänden gemütlich. Um sie von dort wegzulocken, muss man ihnen schon ein komfortables Hotel mit guter Küche und einem lauschigen Wellness-Bereich in Aussicht stellen. Hat der Stier dann einmal sein Plätzchen gefunden, wird er oft zum eingefleischten Dauergast, der sich am Ende des Urlaubs bereits sein Zimmer fürs nächste Jahr reservieren lässt. Was die Wahl des Urlaubsortes betrifft – den Stier zieht es in die Natur, weshalb er auch gerne in die Berge oder an den See fährt.

Zwillinge

Zwillinge möchten eigentlich überall gleichzeitig hin und alle Urlaubsarten auf einmal miteinander kombinieren – läge Paris an der Copacabana UND am Fuße des Himalaya, dann wäre das sozusagen das ideale Reiseziel für ihn. Um Entspannung geht es dem Zwilling im Urlaub natürlich am allerwenigsten (schlafen kann er auch zu Hause!), wenn nur sein Hunger nach Anregungen und neuen Eindrücken befriedigt wird. Zwillinge sind daher die idealen Kurzurlauber: im Winter eine Woche nach Thailand, im Frühling ein Städtetrip in Europa und im Sommer im Campmobil durch Südfrankreich, so könnte das optimale Programm für ihn aussehen. Wichtig sind natürlich auch die Kontakte – denn selten wird er zurückkehren, ohne eine Menge neuer Leute kennen gelernt zu haben.

 

 Krebs

Die Krebse und das Meer – das ist fast schon eine sprichwörtliche Verbindung. Jedenfalls kenne ich keinen Krebs, der das Meer nicht liebt und der nicht bevorzugt seinen Urlaub dort verbringt (und wenn es nicht das Meer ist, dann muss es wenigstens ein schöner See oder ein Hausboot sein). Alles andere hingegen erscheint ihm zweitrangig: Der Krebs hat zwar grundsätzlich nichts gegen Komfort einzuwenden, aber ein Camping-Platz tut es auch, zumal man dort dem Wasser noch viel näher ist. Sein Tatendrang hält sich indes in Grenzen: Er badet ganz gerne oder fährt auch mal mit dem Schiff. Aber am wohlsten scheint er sich dann zu fühlen, wenn er einfach nur stundenlang ins Wasser starren und ein bisschen herumplätschern kann. Genau das ist nämlich seine Art, die Batterien wieder aufzuladen.

 

Löwe

Der Löwe liebt das Mediterrane und Mondäne gleichermaßen: Ein Badeort mit Yachthafen und ausgiebigem Nachtleben ist daher genau das Richtige für ihn. Vor der Reise investiert er kräftig in die Garderobe, und natürlich geht er vorher zur Sonnenbank und ins Fitnessstudio, um sich am Urlaubsort nicht durch unvorteilhafte Büro-Blässe oder Winterspeck-Reste lächerlich zu machen. Löwe-Männer wollen sich im Urlaub ein bisschen beweisen, ein bisschen glänzen – und, sobald ihr Rang als Platzhirsch unumstritten ist, recht ausgiebig faul sein. Löwe-Frauen mausern sich gerne zu Prinzessinnen und Paradiesvögeln – und sei es nur für diese zwei Wochen im Jahr. Selbstverständlich haben beide Geschlechter nichts gegen einen heißen Urlaubsflirt einzuwenden.

 

Jungfrauen

Für Jungfrauen steht bei der Urlaubsplanung der Erholungsaspekt im Mittelpunkt – bloß nichts Überkandideltes, bloß nichts allzu Spektakuläres, scheint ihr Motto zu lauten. Das Hotel sollte gediegen und sauber, die Küche gesund, die umgebende Natur intakt sein, und am besten wäre es, wenn man das Ganze mit einer Art von Kur verbinden könnte: Fasten-Wandern auf Teneriffa, Schrothkuren in der Lüneburger Heide oder Fango-Packungen in Abano-Therme findet die Jungfrau einfach wunderbar. Wenn sie kann, plant sie jährlich eine solche Wellness-Strecke für sich ein, und sie hat dabei das perfekte Gespür, was ihrem Körper am besten entspricht. Für Qualität ist sie zudem bereit, einiges an Geld auszugeben – kann sie sich das nicht leisten, bleibt sie lieber zu Hause und tut sich dort etwas Gutes.

 

Waage

Die Waage fährt am liebsten dorthin, wo auch ihr Partner hinfahren möchte – so denkt sie jedenfalls im Vorfeld. Stellt sich dann aber heraus, dass dieser doch sehr andere Vorstellungen hat, wird sie ihn am Urlaubsort mit ausgiebiger schlechter Laune bestrafen! Dschungeltrecking und Billigurlaube sind jedenfalls nicht ihr Ding… Die Waage liebt es kultiviert und hat durchaus gehobene Ansprüche, was das Ambiente angeht: Musikfestivals, Museen, hübsche Boutiquen und Bistros und ein Hotel, das das Flair des Landes stilvoll einfängt, sind genau ihre Welt. Für ein edles Wochenende in Barcelona ist sie unter Umständen sogar bereit, auf die üblichen zwei Wochen Strandurlaub zu verzichten.

Skorpion

Neben dem Stier ist der Skorpion der zweite große Nichtreisende des Tierkreises. Skorpione sind eher an den Geheimnissen der Innenwelt und der menschlichen Psyche interessiert, und um diese zu erforschen, braucht man ja wirklich nicht in die weite Welt hinaus. Zudem sind Skorpione sehr ihrem Umfeld verhaftet, so dass es ihnen oft schwer fällt, sich davon auch für nur wenige Tage oder gar Wochen zu lösen. Eine Abreise weckt in ihnen stets die Urangst, dass ihnen unterwegs etwas zustoßen könnte und sie womöglich nicht mehr zurückkehren werden (was natürlich Unsinn ist!). Entschließt sich ein Skorpion doch zu einer Reise, dann treibt ihn meist der Wissenshunger oder die Chance auf eine außergewöhnliche Erfahrung voran. Ansonsten kann er jahrelang zu Hause bleiben, ohne dass ihm etwas fehlt.

 

Schütze

Kein Ziel ist ihm zu weit, keine Erfahrung zu exotisch – der Schütze wurde dazu geboren, die Horizonte dieser Welt zu erkunden! Ob es ihm dabei um den Sinn des Lebens, das Austesten von körperlichen Grenzen oder die pure Lebenslust geht, bleibt hingegen seinem persönlichen Geschmack überlassen: Schützen sind daher in der Stille der Zen-Klöster Japans, in den sauerstoffarmen Höhen des Mount Everest und im Trubel der Beach-Parties von Goa gleichermaßen anzutreffen.

 

Steinbock

Viele Steinböcke haben gar keine Zeit für einen Urlaub, weshalb sie ihre Partner und Familien lieber alleine losschicken – oder zu deren Entsetzen einen Haufen unerledigter Akten mit in die Ferien schleppen. Jedenfalls fällt es Steinböcken schwer, einmal so richtig abzuschalten, weshalb das Geschäftshandy zum schlimmsten aller Störenfriede werden kann. Lassen sich Steinböcke doch auf den Urlaub ein, entwickeln sie oft ein ähnliches Leistungsdenken wie zu Hause: Es müssen Gipfel bezwungen, Turniere gewonnen und Sportkurse absolviert werden. Und was die Kosten betrifft: Wehe, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht!

 

Wassermann

Eigentlich möchte der Wassermann so frei und ungebunden leben, dass der Unterschied zwischen Alltag und Urlaub unwesentlich für ihn wird. Denn wer zu jedem Zeitpunkt das tun kann, was seiner Selbstverwirklichung entspricht, der braucht keinen Urlaub mehr. Insofern ist beim Wassermann urlaubstechnisch alles oder auch nichts möglich: Es gibt die Freaks, die sich so perfekt in ihrem schrägen Leben eingerichtet haben, dass sie überhaupt nicht mehr das Bedürfnis haben wegzufahren, genauso wie die aparten Globetrotter, die die seltsamsten Dinge ausprobieren. Eine klare astrologische Beschreibung ist daher – aussichtslos.

 

Fische

Für die Fische verschwimmen Nähe und Ferne zu einer ununterscheidbaren Einheit. Sie träumen von der weiten Welt, sind oft aber genauso damit zufrieden, sich einen Heimatfilm oder – je nach Gusto – eine Abenteuerreportage im Fernsehen anzuschauen. Sich vorzustellen, woanders hinzufahren, kann für sie genauso erfüllend oder sogar noch schöner sein, als es in der Realität zu tun, in der die Welt leider niemals so wunderbar ist wie in der Phantasie. Andere gehen einfach nur mal Zigaretten holen und sind dann tatsächlich für immer weg. Wohin es den Fische-Menschen zieht, ist schwer zu sagen: Natürlich spielt das Meer eine wichtige Rolle für ihn, aber die einsamen Wälder Kanadas oder der Glamour der Cote d’Azur könnten es ihm genauso angetan haben.

 

Kontakt:

Petra Dörfert
Heilpraktikerin
Goethestr. 58
10625 Berlin
Tel. 030 / 30 10 24 14
E-Mail:

Internet: www.astrologie-beratung-berlin.com

Petra Dörfert (geb. 1970, M.A.), studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Stuttgart und Berlin. Seit 1992 beschäftigt sie sich intensiv mit Astrologie und ließ sich im Jahr 2002 beratend in eigener Praxis in Berlin nieder. Die Spezialgebiete der gepr. Astrologin DAV sind Partnerschafts- und Berufsberatung sowie Astromedizin. Als Heilpraktikerin spezialisierte sie sich auf klassische Homöopathie. Seit 2011 leitet sie die DAV-Sektion „Medizin und Astrologie“ und ist Mitglied der Prüfungskommission des Deutschen Astrologen-Verbandes. Als Buch-Autorin brachte sie u. a. den Band „Wann kommt endlich der/die Richtige?“ heraus (2013).

Das Geburtshoroskop als Diagnose-Instrument

Astromedizin hilft, die Botschaft von Krankheiten zu verstehen

 

Von Heide Trautmann

Die Astrologie – die Lehre von den Sternen und ihrer Bedeutung für den Menschen – ist eine reine Beobachtungs- und Erfahrungswissenschaft, deren Wurzeln in allen Kulturen weit zurückreichen. Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus entstand der Tierkreis, wie wir ihn heute kennen. Die Astrologie war mit der Medizin stets untrennbar verbunden. Hippokrates, der Begründer der Medizin als Erfahrungswissenschaft, sagte, es dürfe sich kein Arzt mit Recht Arzt nennen, der nicht die Astrologie beherrsche. Auch Hildegard von Bingen betrachtete den Menschen als Spiegel des Universums und heilte unter Einbeziehung kosmischer Energien. Paracelsus nannte vier tragende Säulen der Medizin: Chemie, Astrologie, Philosophie und Tugend.

 Grundlage der Astromedizin ist die Zuordnung der einzelnen Tierkreiszeichen und Planeten zu den jeweiligen Organsystemen und Skelettbereichen. So wurde dem Tierkreiszeichen Widder der Kopfbereich zugeordnet. Der Stier „regiert" über den Bereich Hals und Nacken. Den Zwillingen unterstehen Arme und Lunge. Dem Krebs entspricht der Bereich Brust und Magen. Der Löwe regiert über Herz und Kreislauf. Der Jungfrau entsprechen Dünndarm und Stoffwechselfunktion. Der Waage ordnete man die Nieren und die Haut sowie den Lendenbereich zu. Dem Skorpion unterstehen die Fortpflanzungs- und Ausscheidungsorgane. Der Schütze regiert über den Bereich der Oberschenkel, Hüften und Venen. Dem Steinbock wurden die Knochen und Gelenke, insbesondere die Knie, zugeordnet, dem Wassermann der Wadenbereich und den Fischen die Füße.

Die Auswertung astromedizinischer Erfahrungen lässt heute allerdings eine weitaus differenziertere Zuordnung zu.  Die drei geistigen Prinzipien Uranus, Neptun und Pluto stehen für die feinstoffliche Steuerung durch die endokrinen Drüsen. Die Schilddrüse beispielsweise ordne ich dem Tierkreiszeichen Wassermann zu. Sie reguliert u. a. das vegetative Nervensystem, den Atem- und Herzrhythmus.

Die Astromedizin definiert Krankheit als Störung des Energieflusses, als energetische Blockaden. Diese entstehen, wenn ein Mensch nicht seinem Wesen gemäß lebt. Ängste oder ungelöste seelische Konflikte führen zu energetischen Blockaden. Das System gerät aus seinem Gleichgewicht; Mangel auf der einen, Überschuss auf der anderen Seite manifestieren sich als Krankheit.

Das Geburtshoroskop eines Menschen ist ein wunderbares Diagnose- Instrument. Das Geburtshoroskop  (Gestirnskonstellation im Augenblick der Geburt, auf den Geburtsort bezogen) gibt Aufschluss über seine gesundheitliche Grundkonstitution und Krankheitsdispositionen und lässt die Ursachen auf der seelisch-geistigen Ebene erkennen. Es zeigt u. a. Funktionsschwächen eines Organsystems, Erbschwächen, sowie spezifische Ablagerungs- und Abnutzungsneigungen. Auf Letzteres etwa wird durch den Planeten Saturn hingewiesen. Seine Stellung im Tierkreiszeichen zeigt, welche Organbereiche dazu neigen. Steht Saturn im Geburtshoroskop beispielsweise im Widder, so deutet dies auf eine Ablagerungsneigung in den Hirnarterien hin. Saturn im Widder kann ebenso ein Hinweis sein auf eine Schwäche in der Bildung von roten Blutkörperchen, auf Eisenmangel, ein anfälliges Abwehrsystem, aber auch auf schwache Zahnsubstanz. Saturn im Tierkreiszeichen Waage wiederum wirkt sich im Bereich Nieren, Lendenwirbelsäule und Haut aus. Die Ablagerungsneigung zeigt sich etwa in der Bildung von Nierensteinen.

Darüber hinaus zeigt die Stellung Saturns im jeweiligen „Haus", in welchem Lebensbereich der manifestierte Konflikt überhaupt entstanden ist. Diese Betrachtung erlaubt Rückschlüsse auf den sozialen und psychischen Hintergrund bei der Entstehung von Krankheiten. Anhand des Horoskops lässt sich also die tiefe Absicht der Krankheit erkennen: Was will uns der Körper durch seine Erkrankung signalisieren? Über das analoge Denken in der Astrologie sind wir in der Lage zu erkennen – um beim Beispiel Saturn in der Waage zu bleiben –, dass sich ungelöste Konflikte im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen in den Nieren manifestieren.

Wegbegleiter in der Therapie

Weiterhin lassen sich für den Ratsuchenden ganz individuelle Therapieformen ableiten, die den Heilungsprozess optimal unterstützen und gleichzeitig das verkapselte kreative Potenzial freisetzen. Hierzu ist für mich der Planetoid Chiron zu einem unersetzlichen Indikator geworden. Seine Stellung im Horoskop zeigt Verletzungen und Irritationen, erlebte Zurückweisung und Außenseiterbewusstsein. Chiron im Tier-kreiszeichen Stier beispielsweise erfahre ich in der Praxis als eine Irritation im Revier- und Abgrenzungsverhalten. Erfahrungsgemäß tritt dies beispielsweise bei Menschen auf, die ohne eigenes Zimmer aufgewachsen sind oder sogar, durch Kriegsumstände bedingt, Hab und Gut verloren haben. Sie waren nicht in der Lage, ein Revierverhalten zu entwickeln. Es fällt schwer, deutliche Grenzen zu setzen und Nein zu sagen. Therapieformen, die diese Irritationen heilen können, wären beispielsweise – dem Stier-Prinzip gemäß – Körperarbeit und Gesang. Auch erdende Tätigkeiten wie Gartenbau, Backen und Töpfern sind hier optimal zur Eigentherapie geeignet.

Durch die Einbeziehung der aktuellen Gestirns-Konstellationen lassen sich Konflikte erkennen, die momentan ins Bewusstsein drängen, um gelöst zu werden. Am deutlichsten zeigt uns dies ein Saturn-Transit auf. In dieser Phase werden wir mit den Konsequenzen für unser eigenes unbewusstes Verhalten konfrontiert und gezwungen, das jeweilige Lebensprinzip auf ein höheres Bewusstsein anzuheben, die jeweilige Energie durch Disziplin und Ausdauer in Eigenverantwortung zu leben.

Mit dem Verständnis der Astromedizin können wir die Botschaft von Krankheiten erkennen, Ursache und Wirkung verstehen und entsprechende Konsequenzen ziehen. In der Beratung und Therapie steht sie als wunderbares Diagnose-Instrument zur Verfügung. Insbesondere in der Psychotherapie und systemischen Arbeit kann sie eine wertvolle Bereicherung sein, da sie u. a. Einblicke in die pränatale Zeit und das Ahnengedächtnis erlaubt.

Blieskastel, 24. August 2014

 

Kontakt: Heide Trautmann
Heilpraktikerin
Am Eichberg 18
D- 66440 Blieskastel

Tel. 06842 / 708 2088
E-Mail:

 Internet: www.astromedizin.info

Online-Veranstaltungen: www.edudip.com/academy/Heide.Trautmann

 

Heide Trautmann (geb. 1953), Mitglied der DAV-Sektion Medizin und Astrologie, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Gehilfin in Wirtschafts- und Steuerberatung, später bildete sie sich zur Betriebswirtin Rechnungswesen fort und war bis 1994 in diesem Beruf tätig. Ihre astrologische Ausbildung erhielt sie von 1982 bis 1984, von 1989 an folgte eine Ausbildung in klassischer Homöopathie. Fortbildungen im Bereich Eventmanagement, Wingwave und spiritueller Kinesiologie runden die beruflichen Qualifikationen ab. Seit 1994 ist Heide Trautmann als selbständige Heilpraktikerin mit den Schwerpunkten Astromedizin, Spirituelle Kinesiologie und Klassische Homöopathie tätig. Sie gibt ihr Wissen auch in zweijährigen Fachausbildungen an medizinisch interessierte Astrologen und astrologisch interessierte Therapeuten weiter.

Bachblüten für den Widder

 

Von Katrin Röh

Der Widder bildet den Anfang des Tierkreises: Sein Zeichen beginnt am Tag des Frühlingsanfangs. Es ist der Moment des Frühlingsäquinoktiums, die Tage werden wieder länger, man spürt förmlich die Natur vibrieren, voller Energie und bereit zum Aufbruch in einen neuen Wachstumszyklus. Der Widder wird dem Aszendenten und dem 1. Haus zugeordnet, sein Herrscher ist Mars.

Schon die Aufzählung dieser Horoskopenergien, die alle für Tatkraft, Selbstdurchsetzung und Willen stehen, lässt einen spüren, wie viel Energie und Lebenskraft in diesem Zeichen stecken. Hier geht es um das Lebensmotto „Ich will und ich beginne“. Der Widder hat noch nichts, worauf er zurückblicken kann, alles ist neu, will erobert werden. Erst das nachfolgende Zeichen Stier wird sich um den Erhalt des Erreichten kümmern, wird für Beständigkeit sorgen.

Für den Widder ist der Weg das Ziel, hat er es erreicht, ist es auch schnell wieder vergessen, warten doch noch so viel mehr Ziele auf ihn! Um die Konsolidierung des Erreichten können sich dann andere kümmern, der Widder selber stürmt weiter. Der Widder-Geborene kann punktuell viel Energie aufbringen, um seine Ziele zu erreichen, allerdings kann es dann an Ausdauer und Beständigkeit mangeln und so manche Aktion, begonnen voller Begeisterung, entpuppt sich möglicherweise als Strohfeuer. Voller Mut stürzt sich der Widder ins Abenteuer und in die Zukunft. Direkt und unverstellt beschreitet er seinen Lebensweg, er kennt keine Umwege, will vorankommen. Routine und Verpflichtungen, die ihn in ein Korsett zwingen, sind ihm zuwider, scheinen sie ihm doch den Blick auf die unzähligen Möglichkeiten, die das Leben bietet, zu verstellen.

Widder ist ein kardinales Feuerzeichen, das heißt, es vereint die Energie des Beginnens mit der des Brennens vor Leidenschaft für eine Sache, für das Leben. Feuer brennt aber nicht von allein, es braucht Brennstoff und dieser sind für den Widder Visionen, die Gedanken an das, was kommt und an die Perspektiven der Zukunft. Von außen betrachtet, scheint das Handeln des Widder-Geborenen immer  „kurz vor knapp“ , als würde er alles bis aufs Letzte ausreizen, nur um dann, kurz bevor der Faden reißt, mit einem charmanten Lächeln und voller Herzenswärme jede eventuell drohende Gefahr abzuwenden.

Die Herausforderung für den Widder-Geborenen – das gilt in abgeschwächter Form allerdings auch für die anderen beiden Feuerzeichen Löwe und Schütze – ist es, sich selbst zu leben und zu verwirklichen, ohne dabei seine Mitmenschen aus den Augen zu verlieren. Sind diese langsamer als er – und in der Regel sind sie das, allein weil es fast unmöglich ist, beim Lebenstempo der Widder über längere Zeit mitzuhalten –, so sollte er nicht ungeduldig werden, sondern die Anderen in ihren Eigenschaften akzeptieren. Das wird ihm möglich sein, sobald er sich selbst und seine Antriebskraft versteht und lernt, dieses ungeheure Kraftpotenzial konstruktiv und zielgerichtet zu kanalisieren. Dazu muss er innehalten – etwas, das dem Widder zunächst fremd ist – und auch die verborgenen Seiten in sich wahrnehmen und dann verstehen. Nur so kann der Widder-geborene zu seiner innersten Herzensweisheit finden, die ihn zu dem besonderen Menschen macht, der er ist.

Die Tatkraft und der hohe Energiepegel des Widders, sein Wille zur Selbstdurchsetzung können aber auch zu Ungeduld, Rücksichtslosigkeit, Zorn und Aggression führen, wenn sie nicht sinnvoll eingesetzt werden. Wurzellosigkeit kann zu Heimatlosigkeit führen, Einsamkeit kann das Ergebnis sein, wenn man durch das eigene Leben hetzt, ohne sich die Zeit für andere Menschen und die Bedürfnisse des eigenen Herzens zu nehmen.

Nicht selten sind Widder-Geborene in der zweiten Lebenshälfte dann allein, denn alle Weggefährten sind ihnen unterwegs abhanden gekommen. In seiner Ungeduld und der Fokussierung auf seine Visionen und fernen Ziele hat der Widder vergessen, sich auch um Gefühle zu kümmern, sowohl um die eigenen als auch um die der Menschen, die ihm am nächsten stehen.

 

Bachblüte Nr. 1 für den Widder: Impatiens 

Die Bachblüte Impatiens verwandelt Ungeduld, Reizbarkeit und voreiliges Handeln und Denken in Geduld, innere Ruhe und Überlegtheit. Der Widder-Geborene darf nun seine Mitmenschen in ihren verschiedenen Lebensrhythmen erkennen und akzeptieren, Verständnis für sie entwickeln. Und auch innere Anspannungen, die sich in Spannungsschmerzen im Kieferbereich, Rücken, Nacken oder nervösen Gesten und Ticks äußern können, dürfen sich dank Impatiens lösen.

 

Bachblüte Nr. 2 für den Widder: Holly

Wenn das gesunde Aggressionspotenzial sich in Wut und Jähzorn verwandelt, da es nicht konstruktiv kanalisiert wird, dann hilft die Bachblüte Holly. Negative Gefühle wie Misstrauen, Hass, Neid und Eifersucht können unterdrückter und nicht gelebter Willensäußerung entspringen. Holly schenkt tieferes Verständnis für sich selbst und für andere, der Blickwinkel erweitert sich und das Herz öffnet sich. Das hohe kreative Potenzial, das der Widder-Geborene in sich trägt, kann sich nun entfalten, seine Willenskraft und Lebensenergie findet so einen schöpferischen Ausdruck.

 

Bachblüte Nr. 3 für den Widder: Vervain 

Der Widder ist begeisterungsfähig und immer bereit, sich für seine Visionen und Projekte mit voller Kraft einzusetzen. Das kann aber auch dazu führen, dass er Raubbau mit sich und seinem unerschöpflich scheinenden Energiereservoir betreibt. Dann kann dieser Übereifer zu Reizbarkeit führen, die sich dann ungefiltert in seinem Umfeld entlädt. Und auch der Widder selbst leidet dann unter Verspannungen und einer inneren Unruhe, die kaum noch zu handeln ist. Die Bachblüte Vervain hilft, diese Begeisterungsfähigkeit zu kanalisieren und positiv für sich und andere zu nutzen, ohne die eigenen Kraftreserven aufzubrauchen. Diese Energie kann dann wieder lohnend eingesetzt werden für eine sinnvolle und nutzbringende Aufgabe.

 

Katrin RöKontakt:  Katrin Röh

0039 / 348 / 286 57 35

E-Mail:

Internet: www.katrinroeh.com

Link: https://www.facebook.com/notes/dav-deutscher-astrologenverband/widder-und-bachbl%C3%BCten/635399586533422

 

Katrin Röh (geboren 1969 in Hamburg), studierte Sprachwissenschaften an der Universität Florenz. Ihre Promotion erlangte sie im Fach ‚Italienische Dialekte’ mit einer sprachwissenschaftlichen Arbeit über toskanische Märchen. Von Juni 2011 bis Januar 2013 absolvierte sie eine Ausbildung in psychologischer Astrologie in der AstroPraxis Hamburg. Sie lebt seit 1989 überwiegend in Italien und ist als selbstständige psychologische Astrologin und Autorin in Florenz und Hamburg tätig. Seit 2012 ist sie Mitglied im Deutschen Astrologen-Verband.

Quellennachweis:

Mechthild Scheffer/ Wolf-Dieter Storl: „Die Seelenpflanzen des Edward Bach“, Verlag Hugendubel

Mechthild Scheffer: „Original Bachblütentherapie, Jungjohann Verlagsgesellschaft

Peter Damian: „Astrologie und Bachblüten“, Verlag Goldmann

Brigitte Hamann: „Die zwölf Archetypen“, Verlag Knaur

T.W. Hyne Jones: „Dizionario dei rimedi floreali“, Macro Edizioni

Renzo Baldini:  „Trattato tecnico di astrologia”, Hoepli

Michael Roscher: „Das Astrologiebuch”, Chiron Verlag