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Kunst der Astrologie - Techniken und Wissen : Ein Mondtagebuch führen
Geschrieben von Sabine Bends am 29.10.2009 21:34

Von Sabine Bends

Im Phoenix Astrologie online Club „Mit Sonne und Mond durch das Jahr“ führen wir Tagebuch, und zwar astrologisch. Die Transite von Sonne und Mond werden bei dieser Gelegenheit genau betrachtet und vor allem von uns erlebt. An Theorie haben wir wenig Interesse - uns geht es um die Erfahrung. Den Transiten der schnelllaufenden Lichter Sonne und Mond wird im Allgemeinen wenig Beachtung geschenkt, weil sie nicht für die großartigen Veränderungen in unserem Leben stehen.

Doch sie stehen für die täglichen Schritte, die wir auf unserem Weg der Entwicklung tun. Deswegen empfehle ich jedem, der wirklich etwas aus erster Hand über Astrologie und sich selbst lernen möchte, ein Mondtagebuch zu führen. Dies setzt die Kenntnis des eigenen Horoskops voraus, also der Horoskopzeichnung. Wir sollten die Tierkreiszeichen und Planetensymbole kennen und immer wissen, in welchem Zeichen der Mond gerade steht. Dies ist mit der Hilfe einer astrologischen Software zu bewerkstelligen oder auch mit einem Mondkalender oder verschiedenen Websites, wie z. B. www.astro.com oder www.mond.de.

Aufgrund seines schnellen Umlaufs im Tierkreis – der Mond benötigt 27,75 Tage für alle zwölf Tierkreiszeichen, das heißt im Durchschnitt 2,3 Tage pro Zeichen (dies sind mal 2, mal 2,5 Tage) – können wir den Mond und wie er uns persönlich berührt, in unserem Alltag gut beobachten. Auch die symbolische Bedeutung des Mondes bewirkt, dass seine Themen uns sehr nahe sind: Er steht für die Stimmung, die Emotion und das Gefühl, für unser Bedürfnis nach Nähe, Verbindung, Geborgenheit und Entspannung, für unser Ernährungsverhalten und die Bedürfnisse unseres inneren Kindes; er steht für unser Unterbewusstsein und unser reaktives, gewohntes Verhalten.

Wenn wir also Tagebuch darüber führen, wie wir uns fühlen, welche Stimmungen wir durchlaufen und welche Reaktionen und Verhaltensweisen wir an uns feststellen, hat dies sehr viel mit dem Mond zu tun, sowohl mit unserem Geburtsmond und unserer generellen emotionalen Gestimmtheit als auch mit dem laufenden, sprich transitierenden Mond, der nichts weiter als eine ständige Spiegelung unserer innersten Gefühlsregungen ist. Es ist für die Selbstbeobachtung und kritische Selbstwahrnehmung ungeheuer hilfreich und für das persönliche astrologische Verständnis äußerst erhellend, den Mondstand im Zeichen und im Bezug zu persönlichen Planeten zu verfolgen und die eigenen Verhaltensweisen entsprechend zu verstehen.

Ich empfehle dabei zwei Vorgehensweisen:

1. Vier Wochen lang einmal jeden Tag zu schauen, wo der Mond heute gerade lang läuft, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Machen Sie sich täglich kurze Notizen, wie Sie sich fühlen.
2. Bei starken Gefühlen, die uns ja häufig „aus heiterem Himmel“ anspringen, sofort auf den exakten Mondstand zu schauen oder, falls dies nicht möglich ist, die Uhrzeit zu notieren und dies später nachzuholen. Dann sollten Sie analysieren, ob der Mond in diesem Augenblick etwas ausgelöst hat, einen transitierenden oder Radix-Planeten berührt hat oder über eine Ihrer Radix-Hauptachsen gelaufen ist. Aus diesen Erfahrungen lernen wir am allermeisten über Astrologie.


So vieles geschieht in uns, wir durchlaufen täglich so viele Emotionen und Zustände! Und das ist selten rein aus der Luft gegriffen, sondern hat fast immer einen astrologischen Bezug. Wir leben in Rhythmen - Gefühle kommen und gehen wie Wellen. Wir durchlaufen Zustände, Emotionen und Gefühle wie Landschaften, durch die wir reisen.

Dies mithilfe der Rhythmen des Mondes wahrzunehmen, kann sehr befreiend sein, weil es uns hilft, all diese emotionalen Bewegungen als etwas Gegebenes hinzunehmen, das wir durchlaufen. Wir müssen nichts tun, nichts verändern. Wir können keinen Einfluss auf den Rhythmus dieser Bewegung nehmen. Wir brauchen sie lediglich zu er-leben. Astrologisch Tagebuch zu führen, hilft uns dabei, dies zu erkennen und zu sehen. Wir beobachten uns selbst und die Rhythmen, in denen wir uns bewegen. Wie das Ergebnis – die Tagebucheinträge – zum Beispiel aussehen können, lesen Sie im Folgenden. Die Beiträge sind aus den online-Kursen „Das astrologische Tagebuch“ und „Mit Sonne und Mond durch das Jahr“ entnommen, selbstverständlich anonymisiert. Vielleicht fühlen Sie sich dadurch angeregt, selbst einmal ein Mondtagebuch zu führen!


Sonntag
„Gegen Abend überkommt mich eine wachsende Unternehmungslust, extrem gute Laune, „Abenteuer- und Aufbruch“stimmung! Ich bin in Tanzlaune. Erinnerungen an meine Jugend werden wach, an schöne Urlaube, an Aktivitäten mit S., an Tanzen mit T. Ich habe das Bedürfnis, extrem laut Musik zu hören! Ich bin mit meiner Freundin A. ausgegangen und noch lange bei ihr gewesen. Bis tief in die Nacht war ich wach und habe mitten in der Nacht laute Musik im Auto gehört.
Was ergibt die Mond-Analyse? Der Transit-Mond stand in genauer Konjunktion zu meinem Radix-Mars und Transit-Mars wiederum genau auf meinem Radix-Jupiter. Transit-Jupiter exakt auf meinem Mond. Bedürfnis nach Abenteuer – kein Wunder!“


Dienstag
„Der Vollmond stand direkt auf meinem Löwe-AC. Er löste bei mir entsprechend das Bedürfnis nach Beachtung aus. Grundsätzlich bekomme ich die auch meist, wenn der Mond dort steht. Doch interessanterweise bekomme ich die Beachtung derzeit nicht genau von dem Menschen, von dem ich sie gern hätte. Und da tat sich gestern ein interessantes Gefühlsszenario in mir auf. Ich frage mich, wie viel Beachtung und Bestätigung ich eigentlich von außen brauche und warum.“


Donnerstag morgens
„Der Transit-Mond steht in Konjunktion zu Saturn. Ich fühle am Morgen eine bleierne Schwere, komme nicht aus dem Bett, werde trotz Dusche nicht wach ... Ich kenne dieses Gefühl der Schwere gut, es erinnert mich an meine Zeit im Internat, als ich ständig unter Druck stand, einer Pflicht nicht nachzukommen oder etwas falsch gemacht zu haben.“


Samstag
„Wow! Was für ein Tag. Der Mond näherte sich meinem Uranus an der Spitze meines dritten Hauses. Als er ungefähr noch 2 Grad Orbis hatte, ging es los und ich telefonierte über Skype sehr, sehr lange mit meinem ältesten Jugendfreund, der derzeit in Asien lebt. Wir hatten ewig nicht miteinander gesprochen. Abends wollte ich dann ausspannen Pustekuchen... Um 21 h klingelte das Telefon. Am Apparat war anderer Freund. Seine Frau war wohl anderweitig beschäftigt, jedenfalls hatte er Langeweile und außer "Chips und Fernsehen" keine guten Alternativen. So rief er mich an und wir schwatzten angeregt bis nach 23 h. Da wurde dann der Akku von seinem Telefon leer und mein innerer Akku auch. Die Müdigkeit holte mich ein.“

“Die Nacht war für mich recht kurz, weil so gegen 4/5 Uhr unser Hund anschlug. Ich konnte danach nicht mehr einschlafen und musste ohnehin um 6 Uhr raus. Alles noch Nachwirkungen von Mond auf Uranus/Pluto (in dem Fall Unruhe/Ruhestörung). Ich spüre den Mond auf Planeten so in einem Orbis von 2 bis 3 Grad sehr gut, merke ich.“

“Ich war am Samstag auf einem Seminar, hörte interessiert zu, als mit einem Mal – völlig überraschend – eine riesige Sehnsuchtswelle über mich schwappte. Ich hatte totale Sehnsucht nach meinem Liebsten, der ja weit weg von mir wohnt, und fühlte mich richtig verloren ... Zu der Zeit stand der laufende Mond gegenüber von Chiron bei mir in der Radix. Ich kenne dieses Gefühl gut, ich fühle mich dann völlig verloren in einem riesigen Kosmos, und eine unnennbare Sehnsucht erfasst mich.“

Sonntag
„Gestern Abend fuhr ich mit einem Freund zu einer gemeinsamen Freundin. Wir haben ohne Ende in Leckereien geschwelgt (waren alles "Sünden" bei meiner derzeit doch recht strengen Ernährungsweise) und es war super entspannt und fröhlich. Mir war klar, dass dies kein Abend zum "streng mit mir sein" ist, also hab ich mich der "Sünde" fröhlich hingegeben (Der Mond durchlief mein fünftes Haus). Als mein Freund nach Hause fuhr (der mich mitgenommen hatte), hatte ich noch keine Lust zu fahren. Meine Freundin hatte mir von einem schönen Film erzählt, den sie auf DVD hat - den wollten wir beide noch gucken, also beschloss ich, bei ihr zu übernachten. Mit Chips, Schokolade, Cola und Rotwein haben wir uns dann auf die Couch gelümmelt und weit nach Mitternacht unter lautem Singen zum ständig wiederholten Musikvideo aus dem Film die Küche noch auf Vordermann gebracht. Heute morgen war ich topfit und hab mit ihrem Sohn gespielt (fünftes Haus, immer noch ist der Mond dort), während sie sich duschte und anzog, um mich nach Hause zu bringen. Es war richtig schön, mal so bewusst mein fünftes Haus zu erleben und was darin so an Bedürfnissen steckt, die ich mir häufig verwehre.“

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