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Referenten beim DAV-Kongress: Hermann Meyer verbindet Astrologie mit
Coaching (Serie, Teil 5)

"Wir haben unser Schicksal

selbst in der Hand!"

 

johann-mayr
In seinem „Handbuch des Astrocoachings“ hat Hermann Meyer Sternzeichen-Cartoons von Johann Mayr veröffentlicht.

Hermann Meyer hat eine spezielle Methode entwickelt, bei der es darum geht, Blockaden aufzulösen und neue Energiequellen zu erschließen: das Astrocoaching. Ausgehend von den Anlagen, die im Horoskop sichtbar sind, begleitet er seine Klientinnen und Klienten, um ihnen zu einem optimalen Leben zu verhelfen. In seinem Buch „Das Handbuch des Astrocoachings: Coach Dich selbst und andere zu einem besseren Leben“ (420 Seiten, Trigon Verlag, 14,80 €, www.astronova.de) erläutert er ausführlich die Hintergründe seiner Methode. Astrologie-Fortgeschrittene können sich von Hermann Meyer in seinem Münchner „Institut für psychologische Astrologie“ („Die Lebensschule“) auch zum Astro-Coach ausbilden lassen. Hermann Meyer war lange in der psychosomatischen Forschung tätig. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und wurde für seine Verdienste um die psychologische Astrologie zum Ehrenmitglied des Deutschen Astrologen-Verbandes ernannt. Meyer bildet seit mehr als 30 Jahren Astrologen aus. Beim DAV-Kongress in Bonn (3. – 5. Oktober 2014) spricht er über „Astrologie und Coaching – wie man Ziele verwirklicht“.

 

Was ist Astrocoaching?

Astrocoaching ist eine Synthese zwischen Astrologie und Coaching. Hier geht es darum, dass der Klient all das, was in der astrologischen Beratung zur Sprache kam, umsetzen lernt. Im Horoskop steht symbolisch verschlüsselt sowohl der Konflikt als auch die Lösung. Aufgabe des Astrocoachs ist es, den Klienten dazu zu bewegen, den Weg von der unerlösten zu einer erlösten Auslebensform einer Planetenkonstellation zu gehen. Astrocoaching ist insofern auch Schicksals-Coaching. Es ist nicht das Schicksal, das uns steuert, sondern wir steuern unser Leben selbst. Viele Menschen wollen die Wirklichkeit nicht sehen: Sie bringen ihre Lebensereignisse nicht in Zusammenhang mit ihrem eigenen Fühlen, Denken und Handeln.

Weil sie sich als Opfer der Verhältnisse empfinden?

Weil sie nicht realisieren, dass jeder selbst die Verantwortung für sein eigenes Schicksal zu übernehmen hat. Sind wir mit unserem Leben nicht zufrieden, ist es an der Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. Oft verharren wir aber im „Gefängnis“ unserer alten Glaubenssätze, Verstrickungen und Illusionen.

Warum Menschen ihr Schicksal nicht selbst in die Hand nehmen, haben Sie in sechs Punkten zusammengefasst. Als Grund Nr. 1 führen Sie „Unter- oder Überschätzung der eigenen Person“ an. Was kommt häufiger vor: Über- oder Unterschätzung?

Früher kam es aufgrund der autoritären Erziehung häufiger vor, dass sich Menschen unterschätzten. Wenn einem Menschen in der Kindheit pausenlos eingeredet wird, dass er dumm ist, glaubt er irgendwann selbst daran. Er wird möglicherweise sogar andere Leute als besonders intelligent einschätzen, obwohl diese in Wirklichkeit viel weniger geistige Kapazität aufweisen als er selbst. Heute neigen allerdings deutlich mehr Menschen dazu, sich zu überschätzen.

Woran liegt das?

Das hat mit dem sogenannten positiven Denken zu tun, einer Ideologie, die in den USA und in Europa weit verbreitet ist. Da redet man sich ununterbrochen ein, wie toll man ist. Positives Denken ist aber prinzipiell genauso ungünstig wie negatives Denken. Ein realistisches Denken ist wichtig! Man muss schon auch erkennen und benennen können, was bei einem selbst und bei anderen falsch läuft; denn Selbstüberschätzung kann fatale Folgen haben.

Grund Nr. 2: Zwischen Unbewusstem und Bewusstem besteht häufig eine große Diskrepanz. Unser Unbewusstes verhindert also, dass wir unsere bewussten Ziele erreichen?

Nun, viele glauben z. B., dass sie partnerfähig sind, aber das Unbewusste ist da ganz anderer Meinung.

Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Das Unbewusste führt genau darüber Buch, was sich im Bezug auf Anlagen, Fähigkeiten und Energien auf der Haben-Seite und was sich auf der Soll-Seite befindet. Deshalb lässt es sich auch nicht einfach – wie viele gerne glauben würden – etwas einreden. Kurzum, wenn verschiedene Anlagen, wie die Fähigkeit, fair zu streiten, Abgrenzungsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Fähigkeit, Zärtlichkeit und Freude zu schenken oder die Tage schön und genussvoll zu gestalten, nicht ausgebildet wurden, kann summa summarum nicht von einer Beziehungsfähigkeit gesprochen werden. Das Unbewusste weiß das und zieht die zu dieser Unfähigkeit passenden Partner an, wodurch entsprechende Lernprozesse in Gang gesetzt werden sollen. Vom Bewusstsein her aber hadert der Einzelne mit dem Schicksal und glaubt, im Gegensatz zu ihm sei nur der andere nicht beziehungsfähig.

Ebenso oft übersehen Menschen – und jetzt sind wir bei Grund Nr. 3 –, dass zwischen ihren Idealen und der Wirklichkeit eine große Lücke klafft. Das heißt, wir laufen einem falschen Leitbild hinterher?

Ungünstig ist, dass viele sich von gesellschaftlichen Idealen so stark leiten lassen, dass eigene Anlagen dadurch unterdrückt werden. Ein simples Beispiel: Nicht alle können z. B. wie George Clooney oder wie Gisele Bündchen aussehen, aber jeder kann das Beste aus seinem Typ machen. Manche Menschen haben auch eine Idealvorstellung davon, wie sie sich zum Beispiel als Mutter oder als Vater verhalten sollten. Dabei bleiben dann berechtigte eigene Bedürfnisse auf der Strecke. Ein Mensch mit einer starken Betonung des 10. Hauses wird seine Fähigkeiten am besten in der Öffentlichkeit bzw. im Beruf zum Ausdruck bringen – dann fällt es ihm deutlich schwerer, als „gute“ Mutter oder „guter“ Vater das ganze Wochenende mit seinen Kindern zu spielen. Das ist eher für jemanden möglich, in dessen Horoskop mehrere Planeten in Haus 4 bzw. Haus 5 platziert sind.

Wo liegt hier die Lösung?

Es ist natürlich wichtig, dass das Kind Schutz, Sicherheit und Geborgenheit erfährt und gut erzogen wird, aber darüber hinaus sollen auch Mutter und Vater sich verwirklichen können. Es müssen Wege gefunden werden, bei denen der Unterschiedlichkeit der psychischen Strukturen, die im Horoskop zum Ausdruck kommen, Rechnung getragen wird – meist geht so etwas nur auf unkonventionelle Art und Weise.

„Das Säugetier läuft immer mit!“ – so lautet der Leitsatz zu Grund Nr. 4. Meinen Sie damit, dass der „Kulturmensch“ oft vergisst, dass auch eine archaische, triebhafte Seite in ihm steckt?

Es besteht häufig eine Diskrepanz zwischen dem, was man vorgibt zu sein und dem, was man tatsächlich ist. Man spielt oft die Rolle des aktiven, finanziell prosperierenden, intelligenten, coolen, unternehmungslustigen, differenzierten, fleißigen, harmonischen, friedliebenden, prinzipientreuen, toleranten, edlen, verantwortungsvollen, unabhängigen und angstfreien Bürgers und ahnt oft nicht im Geringsten, dass da hinter dieser Kulturmaske noch ein ganz anderer steckt – womöglich ein rivalisierender, mit starkem Revier- und Sexualtrieb ausgestatteter, nach Macht strebender, intoleranter, unanständiger, rebellischer und ängstlicher Mensch.

Kommen wir zu Punkt Nr. 5, von dem Sie sagen, dass er in vielen Lebensfragen eine entscheidende, oft unterschätzte Rolle spielt: Wir leben in der Polarität, das zeigt sich z. B. in den Gegensatzpaaren Nähe – Distanz oder Madonna – Hure. Das eine geht nicht ohne das andere …

Die Welt ist bipolar angelegt. Aber auch jeder Mensch hat bei allen Lebensprinzipien zwei Pole in sich, einen Plus- und einen Minuspol, wobei mit Plus und Minus keine Wertung verbunden ist. Man identifiziert sich mit einem Pol und projiziert unbewusst den anderen auf seine Mitmenschen. So sorgt das Unbewusste dafür, das jeder immer ausgeglichen ist – es fragt sich nur, auf welche Art und Weise. Meist ist man im Bewussten mit dem einen entsprechenden Ausgleich nicht einverstanden. Doch das Unbewusste fragt nicht danach, ob man ihn gut findet. Das Unbewusste verrichtet ähnlich, wie es auf der körperlichen Ebene das autonome Nervensystem tut, stoisch seine Aufgabe, indem es den für die psychische Homöostase notwendigen Gegenpol anzieht – das Gesetz des Ausgleichs stimuliert das Gesetz der Anziehung. Je weiter man sich von der physiologischen Mitte entfernt, umso heftiger wird die Reaktion sein, vergleichbar mit der Bewegung eines Pendels, die eine gleichförmige, aber entgegengesetzte Wirkung hervorruft. Da jeder Mensch immer beide Pole in sich beherbergt, wohnt z. B. im Unterdrücker der Unterdrückte und im Unterdrückten auch der Unterdrücker. Deshalb ist es oft gar nicht so günstig, wenn der ehemals Unterdrückte in eine Machtposition gelangt, weil er sich dann oft als noch rigoroser und schlimmer erweist als sein Vorgänger.

Sie sagen, dass aus der Unkenntnis dieser Polarität viel Leid entsteht.

Nehmen wir z. B. den Gegensatz Madonna und Hure. Wenn eine Frau zu sehr den Madonna-Pol lebt, kann es sein, dass sie mit dem Gegenpol konfrontiert wird – etwa wenn eines Tages das Verhältnis ihres Ehemannes mit der Nachbarin auffliegt. So kann es sein, dass sie ihre Kontrahentin als Hure beschimpft, in Wahrheit wird ihr aber nur – in Gestalt der Nachbarin – der Pol vor Augen geführt, den sie selbst bei sich unterdrückt hat. Die Konfrontation mit dem nicht integrierten Pol, der meist als schlecht oder böse angesehen wird, erzeugt negative Gefühle, die oft zu Krankheit und ungünstigem Schicksal führen.

Haben Sie auch einen Denkanstoß parat, wo die Problematik des Mannes liegen könnte, der seine Frau mit der Nachbarin betrügt?

Ja, bei ihm können z. B. folgende Ursachen vorliegen: Unfähigkeit, Probleme anzusprechen, mangelnde Fähigkeit zu echter Intimität oder Unwissenheit, wie man eine bestehende Partnerschaft verbessern könnte.

johann-mayr

Menschen neigen ab und an dazu, sich gegenseitig im Leid zu übertrumpfen. Es entsteht dann unwillkürlich ein Wettbewerb, wer es im Leben am schwersten hat. Manche freuen sich sogar insgeheim, dass es andere noch schlimmer getroffen hat, ganz so, als ob ihr Schmerz sich dann besser ertragen ließe. Wie begegnen Sie diesem Phänomen als Astrocoach?

Leid ist im Grunde nichts anderes als ungelebtes Leben. Es bringt dem Einzelnen wenig, sich immer nur im Leid zu suhlen oder gar in Bezug auf Leidensfähigkeit als Sieger hervorzugehen. Jede konstruktiv eingesetzte Planeten-Energie stärkt die Lebenskraft und bringt Freude. Dies ist Aufgabe des Coachs, den Klienten zu helfen, sein wahres Potenzial zu entdecken und umzusetzen.

Als Grund Nr. 6 führen Sie „unzureichende Kenntnisse über das andere Geschlecht“ an.

Mir ist aufgefallen, dass viele Männer nicht wissen, was Frauen brauchen und viele Frauen keine Kenntnisse darüber haben, wie Männer „ticken“. Oft wird auch übersehen, dass in jedem Mann auch noch der kleine Junge wohnt und in jeder Frau das kleine Mädchen. Dieses innere Kind will umarmt, gestreichelt und geherzt werden. Männer können ebenso wie Frauen im Privatleben ein großes Bedürfnis nach Trost und Geborgenheit haben.

Jeder Schicksalsschlag, so Ihre These, könne auf einen oder mehrere dieser sechs Punkte zurückgeführt werden. Sie fassen dies mit dem Begriff „Nicht-Anerkennen der Realität“ zusammen. Wie passt das z. B. zu Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben? Wenn ein ganzes Land von einer solchen Katastrophe heimgesucht wird, hat dann die gesamte Bevölkerung die Realität zuvor nicht anerkennen wollen?

Diese sechs Punkte gelten nur für das Individuum, bei Krieg oder Naturkatastrophen handelt es sich um höhere Gewalt.

Nehmen wir an, jemand hat einen Flugzeugabsturz überlebt. Wie können Sie ihm helfen?

Wenn er dadurch traumatisiert wurde, ist hierfür nicht ein Astrocoach, sondern ein Psychotherapeut zuständig. Astrologisch gesehen hat ein Flugzeugabsturz mit Uranus zu tun, dem Planeten, der symbolisch für blitzartige Umbrüche steht. Es gilt also als Erstes, seine Uranus-Konstellation im Geburtshoroskop zu betrachten. Was sollte er in seinem Leben konstruktiv verändern, wovon möchte er sich befreien? Aus der Tretmühle des Berufsalltags, aus einer unbefriedigenden Ehesituation?

Kommen auch Manager zu Ihnen in die Beratung?

Meine Klienten kommen aus allen Berufsgruppen. Aus dem oberen Management kommen in der Regel nur diejenigen zu mir, die durch ein belastendes Lebensereignis in Schwierigkeiten geraten sind. Solange es einem Menschen rundum gut geht, stellt er keine Sinnfragen, sucht er nicht nach Hilfe. Dies ändert sich jedoch z. B. nach einem Herzinfarkt oder einem Autounfall.

Angenommen, ein Manager sucht nun nach einem solch einschneidenden Erlebnis Ihren Rat. Was erwartet den Mann in Ihrer Praxis?

Ich schaue zunächst, welche Konstellation im Geburtshoroskop bei diesem Menschen vorliegt. Ein Ereignis wie einen Herzinfarkt oder einen Autounfall kann man astrologisch zuordnen. Die Planeten-Energien, die in einem Horoskop zum Ausdruck kommen, können immer auf eine förderliche oder auf eine eher schädliche Weise gelebt werden – das hängt vor allem davon ab, auf welcher Entwicklungsstufe eine Planetenenergie gelebt wird – in der Hemmung, in der Kompensation oder in der erwachsenen bzw. erlösten Form. Ein Herzinfarkt oder ein Autounfall weist darauf hin, dass sich bestimmte Planetenenergien auf eine unerlöste Art manifestiert haben, dass sich bestimmte Anlagen nicht konstruktiv entfalten konnten.

Erläutern Sie dies bitte am Beispiel des Herzinfarkts.

Astrologisch gesehen geht es beim Herzinfarkt um eine unerlöste Ausdrucksform eines dissonanten Sonnenaspekts, häufig einer Sonne/Pluto-Verbindung. Wenn der Manager seine Art des Handelns verändert, d. h. einen Wandlungsprozess zulässt, kann er Pluto in einer positiven Form leben. Vorher hat er primär die Firma gemanagt, jetzt muss er auch sein eigenes Leben managen. Welche Bedürfnisse sind bislang vernachlässigt worden und wollen jetzt zum Zuge kommen? Was bereichert ihn persönlich? Was ist ihm wirklich wichtig? Es ist nicht unbedingt notwendig, den Job zu wechseln, vielmehr geht es hier um einen Perspektiv- und einen Paradigmenwechsel. Bei einer solchen Veränderung müssen alle Persönlichkeitsanteile berücksichtigt werden. Es ist wichtig, dass alle „Familienmitglieder“ in seinem Horoskop, also alle Planeten-Energien bzw. Persönlichkeitsanteile, sich darstellen und leben dürfen.

Letztlich könnte man Ihre Denkanstöße so verstehen, dass jeder Mensch für sein Schicksal selbst verantwortlich ist, und sei es auch noch so schwer. Liegt in Ihrem Konzept auch die Gefahr, dass andere Menschen sagen: „Du hast Krebs? Selber schuld!“

Selbst Menschen, die vorgeben, erleuchtet zu sein, sind gegen Krankheit und Tod nicht gefeit. Solange man Mensch ist, ist man fehlbar. Das gilt für jeden ohne Ausnahme. Insofern erübrigt sich jede Schuldzuweisung.

Ein Astrocoaching beginnt damit, dass der Klient seine Lebensgeschichte erzählt – Kindheit, Eltern, Familie, Partnerschaft, Beruf – und dann seine Wünsche formuliert. In der ersten Sitzung geht es also um eine Standortbestimmung, oder?

Ja, es geht vor allem um die Fragen: Welche Stellung hatte er in der Geschwisterreihe inne? Wie hat er sich mit den Eltern verstanden? Wie ging es ihm in der Schule? Was hat den Ausschlag für seine Berufswahl gegeben? Bei der Schilderung der Biografie erkennt dann der Astrocoach ggf. Geschwister-Rivalitäten oder Mutter-/Vater-Probleme, die sich aufgrund von unbewusster Übertragung im Leben des Klienten in der Wiederholung zeigen.

Was ist der Unterschied zwischen Astrocoaching und einer „normalen“ astrologischen Beratung?

Das Astrocoaching beginnt mit einer astrologischen Beratung. Dabei bekommt der Klient konkrete Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. In den nächsten Sitzungen berichtet der Klient dem Astrocoach, was sich in seinem Leben aufgrund der vollzogenen Schritte verändert hat.

Wie gehen Sie dabei vor? Machen Sie Vorschläge? Geben Sie Ratschläge? Lassen Sie den Klienten selbst darauf kommen?

Ich unterstütze die Klienten dabei, selbst darauf zu kommen. Die meisten Klienten sind im Allgemeinen astrologisch vorgebildet. Insofern können sie in ihrem eigenen Horoskop nachvollziehen, welche Schritte angezeigt sind. Im Grunde genommen sind bei dem Veränderungsprozess immer gleich drei Coachs beteiligt:
1. Das Horoskop als übergeordnete und korrigierende Instanz.
2. Der Astrocoach
3. Der Klient, der zugleich auch sein eigener Coach ist. Denn wenn er nicht bereit ist, etwas umzusetzen, wird er keine positiven Feedbacks vom Schicksal erhalten.

Wie konfrontativ gehen Sie als Coach in der Beratung vor? Wie stark halten Sie sich mit Wertungen zurück?

Manchmal bin ich sehr direkt. Wenn ich sehe, dass jemand besonders sensibel ist – z. B., wenn jemand einen Krebs-Aszendenten und eine Fische-Sonne hat – verhalte ich mich vorsichtiger.

„Wann kommt endlich der Traummann?“ – Das ist wohl eine der häufigsten Fragen, die Frauen einem Astrologen stellen. Was antworten Sie auf diese Frage?

Ich mache keine Vorhersagen. Man kann zwar im Horoskop erkennen, wann sich der Herrscher von Haus 7, der Mars oder die Sonne auslöst, mir geht es aber mehr darum, dass die betreffende Frau sich auf den Mann, den sie sich wünscht, vorbereitet, weil sie sich dann auf eine ganz andere Frequenz begibt und somit einen Partner auf einer neuen Ebene anzieht.

Was heißt das konkret?

Wichtig ist vor allem, dass sie ihre Venus- und Mondanlagen verwirklicht, um den Mann, der auftauchen soll, auch etwas bieten zu können. Die Betreffende würde ich darauf hinweisen, dass man nicht immer nur überlegen sollte, wie der Partner sein soll, sondern sich auch fragen muss: Was kann ich selbst anbieten, damit ein Partner sich von mir angezogen fühlt? Es wird oft vergessen, dass man selbst etwas tun muss, etwas einbringen muss.

Manche „bestellen“ sich einen Partner im Universum. Was halten Sie davon?

Es wäre schön, wenn es so einfach wäre! Es liegt hier meines Erachtens eine Verwechslung zwischen dem Unbewussten und dem Kosmos vor. Das Unbewusste „schickt“ den Partner entsprechend der eigenen Prägung und der Entwicklungsstufe, die man erreicht hat. Diesem gesetzmäßig ablaufenden Anziehungsmechanismus kann man sich nicht entziehen.

Was verstehen Sie unter dem Begriff „irreale Esoterik“?

Zunächst gilt es zu unterscheiden zwischen realer und irrealer Esoterik. Reale Esoterik ist ein „Geheimwissen“, bei dem es um die Aufdeckung von Hintergründen, um die Gesetze des Lebens und des Schicksals, um Bewusstseinserweiterung und um die Erfassung der Welt jenseits von Gut und Böse geht. Reale Esoterik kann eine wertvolle Hilfe sein, das Leben besser meistern zu können. Hingegen stellt die irreale Esoterik meist eine Abwehrhaltung dar, sich dem Leben zu stellen. Aus Angst vor der Realität flüchtet man hier in illusionäre Welten, ähnlich wie dies bei der Alkohol- und Drogensucht der Fall ist.

Eigentlich wollen wir doch alle frei sein von Blockaden. Warum halten wir dann so vehement an alten Mustern fest?

Wir tendieren dazu, in der sogenannten Komfortzone – und sei sie noch so hemmend – zu bleiben und haben Angst vor dem Neuen. Dazu kommt, dass man häufig unbewusst die alten Programme für seriös und die neuen Strategien für utopisch hält. Darum wäre es wichtig, dass immer mehr Menschen mit gutem Beispiel vorangehen: Alte Programme kann man löschen, neue Programme kann man erfolgreich leben!

Astrologe Hermann Meyer

Hermann Meyer bildet seit 30 Jahren psychologische Astrologen aus. Er hat zahlreiche astrologische Standardwerke geschrieben. Wie Thorwald Dethlefsen und Nicolaus Klein war er in den 70er-Jahren Schüler von Wolfgang Döbereiner. In München leitet er das Institut für psychologische Astrologie („Die Lebensschule“). Die Ausbildung zum Astrocoach (für Astrologie-Fortgeschrittene) besteht aus drei Wochenendseminaren in München sowie einer Ferienintensivwoche in Eggstätt am Hartsee (Nähe Chiemsee).

Homepage: www.die-lebensschule.com
E-Mail:

das Handbuch des Astrocoachings

„Das Handbuch des Astrocoachings: Coach Dich selbst und andere zu einem besseren Leben“, 420 S., Trigon Verlag, 14,80 €
„Psychosomatik und Astrologie“, Verlag Neue Erde, 358 S., 22,80 €
„Das Grundlagenwerk der psychologischen Astrologie“,
Trigon Verlag, 605 S., 14,80 €
„Befreiung vom Schicksalszwang“, Edition Astrodata, 212 S., 24 €

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