Geschichte des DAV
Vorgeschichte des DAV
Bereits im Jahre 1910 gründete Dr. Vollrath in Leipzig die "Deutsche Astrologische Gesellschaft", später "AGID", "Astrologische Gesellschaft in Deutschland" genannt. Als übernationale Dachorganisation umfaßte die AGID zahlreiche Vereine und Verbände in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei.
Den 1. Deutschen Astrologiekongress organisierte A.M. Grimm1922 in München. Um zukünftige Astrologenkongresse besser planen und organisieren zu können, wurde eigens die "Astrologische Zentralstelle" gegründet. Unter der Leitung von Dr. Wilhelm Mrsic wurden Deutsche Astrologenkongresse von 1924 bis 1929 jeweils in Berlin, Wien, Hamburg, Magdeburg, Kassel und Nürnberg durchgeführt. Im Jahr 1929 wurde Dr.Hubert Korsch zum Vorsitzenden der "Astrologischen Zentralstelle" berufen. Unter seiner Ägide wurden die 9. bis 15. Deutschen Astrologenkongresse organisiert - von 1930 bis 1936 in Dortmund, Wiesbaden, Stettin, Stuttgart, München, Wernigerode und Düsseldorf. Höhepunkt war der 15. Deutsche und gleichzeitig 3. Internationale Astrologenkongress 1936 in Düsseldorf, an dem mehr als 400 Personen aus 20 Ländern teilnahmen.
Dr. Hubert Korsch, von Hause aus Jurist, regte 1933 eine Verbandsprüfung für "wissenschaftlich arbeitende Astrologen" an; er musste die Prüfungsordnung staatlichen Behörden vorlegen. Als erster Erfolg dieser Bemühungen kann eine Verordnung des Düsseldorfer Regierungspräsidenten von 1935 angesehen werden, die das entgeltliche Wahrsagen verbietet, davon aber das Stellen des Horoskops ausnimmt, wenn es nach wissenschaftlichen Grundsätzen vorgenommen wird.
Astrologie-Verbot im Dritten Reich
"Doch die Zeichen der Zeit waren unübersehbar":
Der für 1937 geplante 16. Deutsche Astrologen-Kongress in Baden-Baden wurde verboten. Ein Jahr später untersagte man der deutschen Delegation die Ausreise zum 4.Internationalen Astrologenkongress 1938 in Paris; und noch vor Kriegsbeginn wurde im Jahr 1939 die Astrologische Zentralstelle aufgehoben.
Ab 1939 begann eine Leidenszeit für die deutschen Astrologen, die erst 1945 beendet war. Durch die national-sozialistische Gewaltherrschaft haben namhafte Astrologen ihr Leben verloren: Frank Glahn, Dr. Hubert Korsch, Karl-Friedrich Krafft, Prof. Dr. Theodor Lessing, Prof. Dr. Johannes Verweyen und viele andere ungenannte. Wohl in keinem Land der Erde, auch nicht im Mutterland der modernen Astrologie, in England, hatte die Astrologie vor 1939 einen so mächtigen Aufschwung genommen und selbst in wissenschaftlichen Kreisen so großes Interesse gefunden wie in Deutschland. Aber nirgendwo gab es auch einen solch katastrophalen Rückschlag wie in Deutschland unter nationalsozialistischer Diktatur
Von der Gründungszeit des DAV bis heute
Nach dem Krieg fand sich das geschlagene Deutschland in vier Besatzungszonen gespalten. In der russischen Besatzungszone, später der DDR, blieb Astrologie verboten. Auch in den übrigen Besatzungszonen war ein Neubeginn zunächst nicht einfach.
Formalrechtlich bestand das Astrologieverbot der nationalsozialistischen Reichsregierung weiter; nur wurde die Auslegung dieses Verbots von den Besatzungsmächten unterschiedlich gehandhabt. Nachdem am 1.12.1946 das Land Hessen gegründet worden war, dessen moderne Verfassung eine liberale Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit enthält, trafen sich in der Landeshauptstadt Wiesbaden namhafte Astrologen und Astrologinnen, um am Donnerstag, dem 16. Oktober 1947 um 10.06 Uhr MEZ den Deutschen Astrologen Verband e.V. zu gründen und in das Vereinsregister beim Amtsgericht Wiesbaden eintragen zu lassen.
Die Gründer/innen des DAV knüpften bewusst an die frühere Blütezeit der deutschen Astrologie und damit an die Tradition der astrologischen deutschen Fachverbände an. So wurden die bereits 1933 eingeführten Verbandsprüfungen reaktiviert, um einen Befähigungsnachweis der ernsthaften Astrologen/innen zu schaffen. 1950 gehörten dem DAV zirka 100 Mitglieder an, davon 54 Mitglieder mit Verbandsprüfung. Heute sind über 900 Astrologen und Astrologinnen im DAV organisiert.
Unter den ersten Mitgliedern des DAV seien nur einige bedeutende Namen erwähnt: Willy Bischoff, Fritz Brunhübner, Dr. Walter A. Koch, Erich Carl Kühr, Christian Meier-Parm, Ernst Günter Paris, Dr. Heinrich Reich, Friedrich L. Thilo, Erich Trott, Johannes Vehlow, Fritz Werle, Prof. Hellmut Wolff und Wilhelm Wulff.
Um hervorragende astrologische Leistungen angemessen zu würdigen, hat der DAV verdiente Astrologen/innen zu Ehrenmitgliedern berufen: Heinz W. Duphorn Gründungsmitglied des DAV, Thomas Ring für sein umfassendes Wirken und Schaffen einer "revidierten" Astrologie; Alexander von Pronay und Dr. Ernst von Xylander für ihre publizistischen Leistungen; Heinz Specht für seine Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Häusersysteme; Andre Barbault für seine Zyklenforschungen in der sog. Mundanastrologie; Hans Matthaei und Paul Schulze für ihre Verdienste als Vorsitzende des DAV, Edith Wangemann, 1. Vorsitzende der Kosmobiosophische Gesellschaft und Udo Rudolph, Vorsitzender der Hamburger Studiengesellschaft, wegen ihres unermüdlichen Einsatzes für eine seriöse Astrologie, sie sind Mitbegründer - gemeinsam mit dem DAV - der Deutschen Astrologie Tage; Am 27.09.1995 wurden Herman Meyer und Walter Böer zu Ehrenmitgliedern des DAV ernannt.
Die große Tradition der astrologischen Fachkongresse, die sich vor allem zwischen 1922 und 1936 entwickelt hatte, nahm der DAV neu auf. Ab 1981 fanden die als DAV-Tagung und "Deutsche Astrologie Tage" benannten jährlichen Veranstaltungen im Kongreßzentrum von Bensheim an der Bergstraße statt, initiiert von dem kurz zuvor gewählten 1.Vorsitzenden, dem damals 32jährigen Dipl. Psychologen Peter Niehenke, der 1987 über ein astrologisches Thema im Fach Psychologie promovierte - zur Erlangung des Doktorgrades.
In seiner 10jährigen Amtszeit führte Dr. Peter Niehenke den DAV zu einem modernen Fach- und Berufsverband, baute die DAV-Datenbank mit modernstem Computersystem auf (was damals weltweit einzigartig war) und schloss den DAV dem Bildschirmtext BTX der Deutschen Bundespost an. Auf seine Anregung gehen auch die DAV Ausbildungszentren und Forschungszentren des Deutschen Astrologen Verbandes zurück.
Von März 1991 bis April 1995 war Ulrike Voltmer, zuvor 10 Jahre in der Prüfungskommision des DAV tätig, 1.Vorsitzende des Deutschen Astrologen Verbandes. In ihrer 4jährigen Amtszeit rief sie den dem DAV
angeschlossenen "Förderverein Fachbibliothek Astrologie" ins Leben, der sich intensiv dem weiteren Ausbau der DAV-Biliothek widmet. Auf ihre Initiative hin entschloss sich der DAV auch zur Ausschreibung des "Journalistenpreises Astrologie", der erstmalig 1992 anlässlich der 1. Gesamtdeutschen Astrologie Tage in Berlin verliehen wurde.
Nachfolgerin von Ulrike Voltmer war Brigitta Liebstückel.
Von Oktober 1996 bis Oktober 2005 war Dipl. Psych. Detlef Hover Vorsitzenderdes Deutschen Astrologen Verbandes. In seine Amtszeit fällt der Aufbau einer ortsgebundenen Geschäftsstelle in Heidelberg seit 1997 mit einer festen Mitarbeiterin; die Durchführung jährlicher Kongresse (Heidelberg 1997, Würzburg 1998 und 1999, Bonn 2000 und 2001), der weitere Ausbau der Zusammenarbeit der deutschsprachigen Astrologieorganisationen (regelmäßige Treffen, Förderung von wechselseitigen Mitgliedschaften), die Einrichtung einer DAV-Buchreihe „Astrologie Konkret“ in Zusammenarbeit mit dem Chiron Verlag; die Weiterentwicklung des DAV in Richtung auf einen modernen Berufverband (jährliche Hearings zu berufspolitischen Fragen in Heidelberg, Intensivierung der Kontakte zu Verbänden, Behörden,Politikern und anderen Organisationen); der Ausbau der DAV-Sektionen auf momentan 7 Arbeitsgruppen; die Einrichtung dieser Internetseite (seit dem 28.03.1997 um 20.25 Uhr MEZ, Server Karlsruhe, ist der DAV mit der Domain-Adresse "www.dav-astrologie.de" im Netz); Sowie diverser interner Reformen (Anpassung der Satzung, Einrichtung einer Ausbildungskommission, Modernisierung der Prüfungsordnung).
Von Oktober 2005 bis Oktober 2011 führte Dr. Christoph Schubert-Weller den Vorsitz im Verband, zunächst bis 2007 mit Esther Potter als zweiter Vorsitzender, dann von 2007 bis 2011 mit Ute Flörchinger als zweiter Vorsitzender. Schatzmeister war Dieter Ernst (2001 - 2011), Schriftführer war Monika Schanz (2005 - 2011) und Organisation und Verwaltung Daniela Palermo (2005 bis heute).
Verbandserfahrung brachte Christoph Schubert-Weller durch seine Arbeit im Prüfungsausschuss 1995 bis 2003 mit, sowie durch seine Tätigkeit im Vorstand ab Frühjahr 2004. Christoph Schubert-Weller formte den bis dahin recht schlanken DAV-Rundbrief zu einem vielseitigen und ausführlichen Informationsorgan mit vierteljährlicher Erscheinungsweise um. Seit Sommer 2008 gab es auch einen rein email-basierten englischsprachigen Newsletter, der an weit über 200 Astrologieorganisationen und Drehpunktpersonen weltweit ging und den DAV auch international wahrnehmbar machte. Nach innen wurde vor allem die Arbeit der DAV-Regionalstellen intensiviert, außerdem gab es weiterhin jährlich in guter Tradition die herbstliche DAV-Jahrestagung. Anstelle einer Jahrestagung wurde 2007 in Karlsruhe der große Kongress "Astrologie – Brücke zwischen den Welten" durchgeführt.
Mit zur Verlebendigung des DAV gehörte in dieser Zeit eine intensive Debattenkultur im Mitgliederforum auf der DAV-Website. In Erinnerung bleiben die Diskussionen vor allem über Triftigkeit und Reichweite der Stundenastrologie, sowie über das Berufsgelöbnis des DAV. Eine zeitangepasste ästhetische und funktionale Runderneuerung der Website erfolgte 2007; die Neugestaltung der Website seit Frühjahr 2012 war ebenfalls noch vom "alten" Vorstand beschlossen und vorbereitet worden.
Der Versuch, den DAV gesellschaftlich bzw. berufspolitisch deutlicher einzubinden, glückte vorerst nicht. Im Herbst 2008 und im Sommer 2011 nahm der DAV zwei vergebliche Anläufe zur Aufnahme in den "Bundesverband der Freien Berufe", die Lobby sämtlicher freier Berufe. Im Sinn der psychologischen Astrologie als einer lebenskundlichen Beratung und Begleitung beantragte der DAV 2010 auch die Aufnahme in den "Dachverband Freie Gesundheitsberufe". Auch dieser Versuch war vorerst vergebens. Das öffentliche Image der Astrologie als zweifelhafte Wahrsagerei dürfte bei den entsprechenden Vorbehalten stärker wirken als alle ausweisliche Seriosität im Rahmen eines Fachverbandes. Intern führte jedoch vor allem der Versuch zur Aufnahme in den "Dachverband Freie Gesundheitsberufe" dazu, dass der DAV das Thema Aus- und Weiterbildung jenseits der Anforderungen der DAV-Prüfung auf seine Tagesordnung setzte.
Seit Oktober 2011 wird der Deutschen Astrologen-Verband durch Holger A. L. Fass als 1. Vorsitzender vertreten und durch Thomas Weyer-Eberling als zweiter Vorsitzender. Zum Vorstand des DAV gehören heute weiter Manuela Kuhlmann als Schriftführerin, Eckhard Kohn als Schatzmeister und Daniela Palermo für Organisation und Verwaltung.
Weitere Informationen zum Deutschen Astrologen Verband e.V. und Anträge auf Mitgliedschaft erhalten sie durch die Geschäftsstelle des DAV oder bei den Ausbildungs- und Forschungszentren, sowie durch die DAV-Sektionen und Regionale Kontaktstellen.
Aufnahmeformular, Mitgliedsbeiträge und Hinweisliste können Sie sich auch hier ansehen, ausdrucken oder von unsere Homepage laden!
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DEUTSCHER ASTROLOGEN-VERBAND e.V.
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